Luxus pur am ersten Badetag

  • Weitere
    schließen
  • schließen

Das Aalener Hallenbad hat wieder geöffnet. Wie die Hygienevorschriften in Pandemiezeiten eingehalten werden und wie ein erster Besuch abgelaufen ist.

Aalen

Premiere. Jedenfalls für das Aalener Hallenbad in Corona-Zeiten. Am Sonntag wurde im Hirschbach-Freibad der Stöpsel gezogen. Die Saison ist ohnehin vorüber und der in die Jahre gekommene Komplex wird durch den Bau eines Kombibads ersetzt. Das dauert. Grund genug für Schwimm- und Badefreunde, wieder mit dem Hallenbad warm zu werden. Das hat seit diesem Dienstag geöffnet. Ein Besuch zeigt, dass auch das Schwimmen in der Halle in Pandemiezeiten funktionieren kann.

Schranke nun mit Ampel

Wer bisher mit dem Auto zum Hallenbad gefahren ist, weiß es: Mal ist die Schranke auf, mal zu, einen Parkplatz kriegt man aber eigentlich immer. Das ist auch diesmal nicht anders. Auch, wenn die oberen Parkplätze nun gesperrt sind. Zwar habe ich schon vor meiner Anfahrt online den Ampelcheck gemacht und da war alles im grünen Bereich. Doch jetzt gibt es an der Schranke noch eine zusätzliche Ampel. "Bad besetzt" leuchtet rot, "Bad frei" grün. Wer also keine Gelegenheit hat, sich online vorab zu informieren, kann hier im Besetztfall gleich umdrehen. Ich aber kann einfahren, schnappe mir Badesachen und Mund-Nasen-Bedeckung und laufe die Treppen ins Bad. Der Weg ist schon hier mit rot-weißen Abstandsbändern getrennt – links geht es rein, rechts raus. Bissle ungewohnt, aber die Kasse ist eben links und da macht das doch Sinn. Schnell noch am Eingang Hände desinfiziert, den Kontaktbogen ausgefüllt, dann geht es auch schon über die abgeteilte Treppe in die Umkleide.

Mit Maske in die Badesachen

Die Sammelumkleide ist mein Ziel, da habe ich immer mehr Platz – doch Fehlanzeige. Der ganze Bereich ist gesperrt. Also geht's in die Kabine. Meine Einmalmaske habe ich immer auf, was beim Umziehen ein wenig Fummelei erfordert. Aber so ist die Vorschrift. Neben mir höre ich Stimmen. Zwei Frauen unterhalten sich darüber, dass sie gerade das Becken ganz für sich alleine hatten. Da steigt die Vorfreude. Als ich mit meiner Tasche die Schrankreihe ansteuere, gibt es in dieser aber nur noch einen freien Schlüssel. Nanu? So voll kann das Bad ja dem belauschten Gespräch zufolge gar nicht sein. Nur jeder vierte Schrank wird belegt, wie mir eine der Mitarbeiterinnen, die nach dem Rechten sieht, erklärt. Abstand muss sein. Auch in der Dusche. Rotes Absperrband sagt auch hier bei den meisten Duschen: Stopp. Trotzdem habe ich kein Problem, eine freie Dusche zu bekommen. Dann endlich: Kappe auf, Brille festgezurrt, ab ins Wasser.

Allein auf meiner Bahn

Nur wo? Dort, wo das Sprungbrett ist und ich sonst ins Becken steige, darf man nicht. Einmal mehr suche ich den richtigen Weg. Ich darf dort einsteigen, wo sich sonst die Nichtschwimmer vorsichtig ins kühle Nass wagen. Nun eben auch die mit Seepferdchen. Drei abgeteilte Bahnen gibt es im Wasser. Zwei breite, eine schmalere. Hinweistafeln gibt es mehr. Nicht aufschwimmen, nicht überholen, alles wird ganz genau erklärt. 17 Schwimmer dürfen ins große Becken, steht auf einer. Jeweils acht auf die breiten Bahnen, einer auf die schmale. Eine Sportbahn gibt es anders als im Freibad nicht. Rücksicht ist oberstes Gebot in Coronazeiten. Ist an diesem Tag nicht schwer. Auf einer breiten Bahn schwimmen drei Damen in gebührendem Abstand. Auf der anderen eine andere Dame, ein Herr auf der Einzelbahn. Als er geht, ergattere ich die Einzelbahn. Luxus pur für eine halbe Stunde.

Entspannen im warmen Wasser

Als ich fertig bin, wage ich noch einen Blick ins Warmbecken. Man gönnt sich ja sonst nichts. Also geselle ich mich zu einer Frau, die im Wasser langsam rückenschwimmt. Im Warmbecken dürfen maximal 14 Schwimmer sein, doch auch von dieser Zahl sind wir zwei weit entfernt. Entspannt plansche ich vor mich hin und denke darüber nach, wie es wäre, nun in der Sonne auf der Wiese im Außenbereich zu liegen. Aber der ist geschlossen. Egal, die Saison ist ohnehin vorbei. Und Spaß gemacht hat diese besondere Premiere auch ohne das.

Das Aalener Hallenbad in Pandemiezeiten

Reinkommen: Für das Hallenbad gibt es wie schon bei den Freibädern eine Ampelregelung. Neben der Online-Ampel, die man unter www.swa-aalen.de/baeder/hallenbad einsehen kann, gibt es auch bei der Parkplatzschranke eine Ampel, die zeigt, ob das Bad bereits belegt ist.

Gästeanzahl: 35 Gäste dürfen momentan gleichzeitig im Bad sein. Im großen Becken dürfen sich gleichzeitig 17 Schwimmerinnen und Schwimmer, im Warmbecken 14 Schwimmer aufhalten. Im Babybecken dürfen drei Kinder gleichzeitig planschen.

Regeln: Im Schwimmerbecken gibt es zwei Kreisverkehrsbahnen. Geschwommen werden soll gegen den Uhrzeigersinn in der Mitte einer jeder Bahn. Schwimmen in Gegenrichtung, Aufschwimmen und Überholen ist verboten. Nach dem Schwimmen soll man das Becken zügig verlassen.

Kosten: Es gelten die Tarife und Ermäßigungen der Stadtwerke.

Tipp: Wer mit dem Auto kommt, sollte die Parkmünze gleich beim Einlass an der Kasse mitnehmen. Wegen der Abstandsregeln kommt man beim Verlassen des Bades nicht mehr an der Kasse vorbei.

Öffnungszeiten Hallenbad: Montag: kein öffentlicher Badebetrieb. Dienstag: 6.15 – 18 Uhr; Mittwoch: 6.15 – 21 Uhr; Donnerstag: 7.45 – 18 Uhr; Freitag: 13 – 20 Uhr; Samstag: 7.45 – 15.30 Uhr Sonntag: 7.45 – 17.30 Uhr.

Limesthermen: Auch die Limesthermen haben wieder geöffnet. Hier gibt es eine Ampel fürs Bad und eine für die Sauna, die maximal 45 Gäste besuchen können. Die Hallenbad-Sauna bleibt geschlossen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL