Mack lässt Federn – schafft es aber zum fünften Mal direkt

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CDU liegt im Wahlkreis Aalen vorn – Dr. Franz-Josef Grill von den Freien Wählern gelingt ein echter Überraschungserfolg.

Aalen

Winfried Mack holt das Direktmandat für die CDU und zieht wohl als einziger Kandidat aus dem Wahlkreis Aalen in den Stuttgarter Landtag ein. Mack schafft das Direktmandat zum fünften Mal, ist seit 2001 direkt gewählter Abgeordneter. Er hat aber im Vergleich zur Wahl von 2016 schwer Federn lassen müssen – und kommt nur noch auf 29,8 Prozent der Stimmen. Offenbar hat ihm der Kandidat der Freien Wähler, Dr. Franz-Josef Grill, viele Stimmen abnehmen können. Grill holt 9,73 Prozent, ist insbesondere im Ellwanger Raum stark. In Ellenberg etwa kommt Grill auf 30 Prozent, in der Stadt Ellwangen sind es fast 24 Prozent.

Auf Platz zwei landet der Grüne Alexander Asbrock mit genau einem Viertel der Stimmen, ein bisschen weniger als Bennet Müller, der 2016 25,8 Prozent der Stimmen holte. In den Städten Aalen und Oberkochen sowie in Adelmannsfelden holt Asbrock jeweil die meisten Stimmen.

Die nach dem Erfolg Grills zweite Überraschung im Ostalbkreis gelingt Martina Häusler, die den traditionell schwarzen Wahlkreis Schwäbisch Gmünd für sich entscheiden kann - Häusler kommt auf 30,11 Prozent der Stimmen und holt im Ostalbkreis das beste Ergebnis aller Kandidatinnen und Kandidaten. Auch Heidenheim geht an die Grünen. Martin Grath holt dort 25,84 Prozent.

Mack hat zwar 5 Prozent verloren, er und Grill sind aber die einzigen Aalener Kandidaten, die im Vergleich zum Landesergebnis deutlich besser abgeschnitten haben als ihre Parteien.

Jan-Hendrik Czada von der AfD verliert mit 9,5 Prozent fast 5 Prozent und liegt auch unter dem Landesschnitt.

Dr. Carola Rudolph-Merk verliert im Vergleich zum schlechten Ergebnis von 2016 noch einmal mehr als 2 Prozent und kommt auf 9,99 Prozent: Platz drei, wenn das ein Trost ist.

Manuel Reiger (FDP) kann zwar vom für die FDP insgesamt positiven Trend profitieren und knapp 3 Prozent zulegen im Vergleich zu Christian Müller, der 2016 6,2 Prozent schaffte, bleibt aber unter dem Landesschnitt.

Und die Linken, für die Justin Niebius in Aalen in den Wahlkampf zog und für die selbst ein Roland Hamm im Jahr 2016 nur 3,1 Prozent der Stimmen holte, landen dieses Mal mit ihrem jungen Kandidaten bei 2,7 Prozent.

Die Wahlbeteiligung von 63,87 Prozent findet Landrat Dr. Joachim Bläse "enttäuschend", zumal gerade "so viele Menschen sich für Politik interessieren".

Der CDU-Kreisvorsitzende Roderich Kiesewetter meldet sich am Sonntag als Erster: "Das Ergebnis war leider zu erwarten, ist aber für die CDU absolut bitter. Wir müssen nun selbstkritisch sein. Wir haben offensichtlich nicht mit unseren Themen und Lösungen überzeugt, und es fehlte die nötige Sympathie für die Spitzenkandidatin, die gegen einen sehr beliebten Ministerpräsidenten angetreten ist."

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Winfried Mack im Büro der CDU in Aalen. Dem Wahlsieger und seiner Frau Bettina Vierkorn-Mack gratulieren Roderich Kiesewetter und Heike Brucker.

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