Männer verdienen 1192 Euro mehr pro Monat

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Zur schlechteren Bezahlung von Frauen äußern sich Leni Breymaier, AsF und AfA in der SPD.

Aalen. Der Equal Pay Day fällt in diesem Jahr auf Montag, 7. März. Vor einem Jahr war er drei Tage später. Der Tag markiert den Zeitraum, den es braucht, bis Frauen das gleiche verdient haben wie Männer bis zum 31. Dezember des Vorjahres. Das ist Anlass für die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier und die Kreisverbände der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD sich zu äußern.

Leni Breymaier: „Die Richtung stimmt, das Tempo nicht. Wir müssen noch viel bewegen“, erklärt Breymaier in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Für die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag ist klar: gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss Realität werden.“ Um dieses Ziel zu erreichen, habe man sich in der Ampelkoalition viel vorgenommen, so Breymaier.

„Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat dafür gesorgt, dass der gesetzliche Mindestlohn schon im Oktober dieses Jahres auf 12 Euro erhöht wird. Davon werden rund ein Drittel aller Arbeitnehmerinnen profitieren. Wir werden die Tarifbindung stärken und damit auch für mehr Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern sorgen.“ Der Bund werde öffentliche Aufträge künftig nur an Firmen vergeben, die nach Tarif zahlen.

Der Unterschied beim Verdienst zwischen Frauen und Männern liegt ihrer Pressemitteilung zufolge in Deutschland aktuell bei 18 Prozent, Männer verdienen im Schnitt 1192 Euro mehr pro Monat. In Baden-Württemberg gehe es nur langsamen voran. Im Jahr 2020 war das Entgelt fürFrauen im Durchschnitt um 23 Prozent geringer als das ihrer männlichen Kollegen. Schlusslicht in Europa sei Deutschland: Mit seinem Lohnunterschied liege die Bundesrepublik laut statistischem Bundesamt trotz minimalem Fortschritts in der EU sehr weit hinten. Nur in Estland und Tschechien verdienten Frauen im Vergleich zu Männern noch schlechter.

Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF): „Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten im Bereich Gleichstellung einiges erreicht wurde, können wir noch nicht zufrieden sein“, sagt Sonja Elser, kreisvorsitzende der AsF. „Frauen sind weiterhin in Führungspositionen und Parlamenten unterrepräsentiert, haben den weit größeren Anteil der Teilzeit-Arbeitsverträge und übernehmen noch immer den überwiegenden Teil der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen.“

Zudem seien Frauen und Mädchen im Alltag oft Diskriminierung ausgesetzt, die bereits mit der Sprache, mit sogenannter „Hate Speech“, beginne. Dabei werden regelmäßig die Grenzen der Privatsphäre, der Vertraulichkeit und des Respekts überschritten.

Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA): Daniel Sauerbeck, Kreisvorsitzender der AfA nennt als Gründe dafür, dass Frauen oft schlechter bezahlt werden als Männer zum Beispiel, dass Frauen oftmals Berufe ausüben, die insgesamt geringer entlohnt werden wie in der Pflege oder in der frühkindlichen Bildung. „Frauen haben schlechtere Karrierechancen und stoßen oft an gläserne Decken. Wir wollen endlich faire Löhne! Um dies durchzusetzen braucht es auch mehr Frauen, die sich in Arbeitnehmervertretungen engagieren.“ Die zunehmende Digitalisierung verbessere zwar die Arbeitsmarkt- und Erwerbschancen für Frauen nicht automatisch, eröffne aber die Chance auf mehr Lohngleichheit.

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