Margit Stumpp: bitteres Ende nach vier Jahren im Bundestag

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Margit Stumpp im Wahlkampf im Juli 2021: Hier mit ihrer Fraktionskollegin Agnieszka Brugger.
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Die Grünen-Abgeordnete für den Wahlkreis Aalen Heidenheim wird im neuen Parlament nicht mehr vertreten sein. Reaktionen am Tag danach.

Aalen Gegen halb fünf am Montagmorgen habe sie es erfahren, gelesen im Internet, auf der Seite des Statistischen Landesamtes, sagt Margit Stumpp. "Bitter", nennt sie das Wahlergebnis für sich persönlich. Nach nur einer Wahlperiode muss die Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen ihren Sitz im Bundestag wieder räumen.

Stimmen von Weggefährten: "Wir bedauern es sehr, dass Margit Stumpp uns nicht mehr in Berlin vertritt. Sie war eine ausgesprochen kompetente, verlässliche und engagierte Abgeordnete", sagt Ulrike Richter vom Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen, Aalen-Ellwangen. Aalens Vorsitzender der Grünen-Gemeinderatsfraktion, Michael Fleischer, bekennt: "Ich bin sehr traurig." Stumpp habe inhaltlich "unheimlich gut gearbeitet", sie werde fehlen. Leider sei sie mit Platz 20 auf der grünen Landesliste schlecht abgesichert gewesen. Ricarda Lang aus dem Nachbarwahlkreis Backnang Schwäbisch Gmünd schaffte auf Anhieb den Sprung in den Bundestag. Fleischer: "Sie hatte die stärkeren Bataillone."

Bennet Müller, Mitglied im grünen Kreis- und Landesvorstand, freut sich zwar, dass statt wie bisher 13 nun 18 Bündnisgrüne aus Baden-Württemberg im neuen Bundestag sitzen. "Sehr, sehr schade" findet er, dass es für Margit Stumpp nicht reichte. Sie habe sich "reingekämpft in den Job", sei als Vertreterin grüner Politik in Berlin wichtig, aber auch "ein wichtiges Gesicht in der Region" gewesen. Mit einem etwas besseren Landesergebnis der Grünen, so glaubt er, hätte es für Margit Stumpp gereicht. Die Landesliste zog bis Platz 18, die Königsbronnerin stand auf Platz 20. "Selbstkritisch aufarbeiten" müsse man, so Müller, ob man den Listenparteitag anders hätte vorbereiten müssen.

Wie es weitergeht: Um 10 Uhr am Montagmorgen saß Margit Stumpp bereits im Zug nach Berlin. An diesem Dienstag ist dort gemeinsame Fraktionssitzung der alten und neuen Grünen-Abgeordneten. Außerdem müsse sie ihr Abgeordnetenbüro im Bundestag und ihre Wohnung abwickeln, sagt sie im Gespräch mit der SchwäPo. Die Verträge ihrer Mitarbeiter enden mit Ablauf des Mandats. Stumpp: "Um deren Zukunft mache ich mir keine Sorgen, das sind gute Leute, und die Fraktion insgesamt wächst ja."

Sie selbst will in ihren alten Beruf zurückkehren, als Berufsschullehrerin an der Technischen Schule in Heidenheim, erzählt die 58-jährige Ingenieurin. Ihr Beamtenverhältnis ruhte, "ohne Bezüge", das will sie wieder aufnehmen. Wenn das Regierungspräsidium grünes Licht gibt, wird sie im Januar in den Schulbetrieb einsteigen.

Bereits am Sonntagabend hatte sie sich im Schwäpo-Gespräch zum Wahlausgang geäußert: Ihre Themen wie Bildung, digitale Infrastruktur seien gut und richtig gewesen, sie habe den Wahlkampf engagiert geführt. Dass die Grünen in Baden-Württemberg und auch auf der Ostalb nicht so zulegen konnten wie im Bundestrend, führt sie auf die aus ihrer Sicht harte Corona-Politik der grünen Landesregierung zurück.

Margit Stumpp zieht nicht in den Bundestag ein.

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