Marienkirche wiedereingeweiht: Ein Ort des Mutmachens in einer schwierigen Zeit der Kirche

+
Wiedereinweihung Marienkirche
  • schließen

Pater Jens Bartsch vom Schönenberg in Ellwangen hielt die Festpredigt zur Wiedereinweihung des Gotteshauses. Warum bei allen Rednern kollektive Freude herrschte.

Aalen

Ganz vorneweg muss die tiefgängige Umrahmung durch den Kirchenchor unter Leitung von Ralph Häcker Erwähnung finden, was Punktlandung war in einem nicht minder würdigen Festgottesdienst.

Der besondere Gruß von Pfarrer Wolfgang Sedlmeier galt Oberbürgermeister Frederick Brütting und Architekt Peter Kayser, der nach intensiver Vorarbeit mit dem Kirchengemeinderat und dem Bauausschuss ein hervorragendes architektonisches Konzept zur Realisierung gebracht habe.

Am Christkönigstag könne man neben der Wiedereinweihung der Marienkirche auch den wahren König Jesus Christus feiern, der auf die Welt gekommen sei, um das Zeugnis der Wahrheit abzugeben, betonte Pater Jens Bartsch in seiner Predigt. Die Marienkirche sei der älteste Standort der katholischen Kirche in Aalen. „Alles unter einem Dach, Raumgebung für Menschen“, ging Bartsch auf die Philosophie der Marienkirche ein, die eine direkte Verbindung von Kirche und Gemeindezentrum habe. Mit dem Altar in zentraler Position, dem im Kirchenraum integrierten Chor – abgehoben aufs zweite vatikanische Konzil. Figuren und Fenster seien in der Tradition aufgenommen.

„Fit machen für die Zukunft, nicht nach hinten schauen“, beschrieb der Geistliche die jetzige Renovierung. Das Aalener Rathaus sei im gleichen Stil und zur gleichen Zeit erbaut worden. Letztlich gehe es in der Marienkirche um die Sichtbarmachung Jesu Christi und der Kirche. „Es war ein Kraftakt, aber würdig für einen König“, so Bartsch.

In den Fürbitten wurde zum Ausdruck gebracht, dass diese Kirche ein Ort sein möge, wo Christus Geist lebt, ein Ort des Mutmachens in einer schwierigen Zeit der Kirche und einer Zerrissenheit in wichtigen Positionen.

Lösung für Vorplatz gesucht

Respekt und Wertschätzung möge in diesem Haus herrschen, man arbeite an einem Dialog der Religionen, so Pfarrer Wolfgang Sedlmeier. Kirche müsse auch eine Option für Arme haben. Sein Dank galt der Stadt Aalen in Bezug auf die pädagogische Arbeit in den Kindergärten. Sedlmeiers Wunsch an OB Brütting: „Gemeinsam eine Lösung finden für den Vorplatz der Kirche.“ Die Wiedereinweihung sei ein hoffnungsvolles Zeichen für Kirchengemeinde und Stadt, so der OB in seinem Grußwort. Wenn seine Familie im kommenden Jahr nach Aalen ziehe, „wird das auch meine Kirche sein“, fügte er hinzu und brachte seine Freude über die Zusammenarbeit zum Ausdruck. Im kommenden Jahr kann die Marienkirche den 50. Weihetag feiern und die ganze Stadt freue sich auf „150 Jahre katholische Kirche.“

Architekt Peter Kayser ließ die beiden Bauabschnitte Revue passieren (wir berichteten) und Pfarrer Sedlmeier sprach von einem spannenden Prozess voller Dynamik. Nach „viel Reibung in den Gremien“ habe man einen guten Weg gefunden.

„Was lange währt, wird gut“, sagte der Vorsitzende des Kirchengemeinderats Wolfgang Reichhardt. Für die evangelische Schwestergemeinde attestierte Pfarrer Bernhard Richter die gemeinsamen Aktivitäten. „Kein Virus in der Welt wird es schaffen, die ökumenische Begegnung aufzuhalten“, so Richter. Auftrag beider Kirchen sei, ein Zeichen für den christlichen Glauben zu setzen.

Es war ein Kraftakt, aber würdig für einen König.“

Jens Bartsch, Pater
Wiedereinweihung Marienkirche
Wiedereinweihung Marienkirche, Gottesdienst

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare