Maske: Die Einen mit, die Anderen ohne

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Corona-Verordnungs-Gegner ziehen ohne Masken (rechts im Foto) durch die Stadt.
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Warum die Stadt Aalen im Vorfeld keine Pflicht ausgesprochen hat und wieso der Greutplatz als Kundgebungsort gewählt wurde.

Aalen

Mit Verwunderung hat der ein oder andere Wochenmarktbesucher am vergangenen Samstag die Teilnehmer der Gegner der Corona-Verordnungen durch die Innenstadt gehen sehen. Während sie selbst Einkäufe mit einer Maske in der Fußgängerzone erledigen müssen, laufen die Demonstranten ohne Maske durch die Stadt.

Wieso dies möglich ist, erläutern Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann, dem unter anderem das Amt für Bürgerservice und öffentliche Ordnung zugeordnet ist, und Aalens Polizeirevierleiter Hans Buchinger.

Maskenpflicht auf Wochenmarkt: Laut Corona-Verordnung gelten für Fußgängerzonen und speziell für Märkte besondere Regeln. "Ist in der Fußgängerzone auf dem Wochenmarkt der Abstand von anderthalb Metern nicht einzuhalten, besteht eine generelle Mund- und Nasen-Schutz-Pflicht", sagt Ehrmann.

Ich wünsche mir, dass alle Demos so ablaufen.

Karl-Heinz Ehrmann Bürgermeister Aalen

Keine Maskenpflicht bei Demo: "Es gilt den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu prüfen. Und daraus einzelne Maßnahmen anzuordnen", so Ehrmann. Gerichte haben bereits Mund- und Nasen-Schutz-Auflagen bei anderen Demonstrationen für rechtswidrig erklärt. Deshalb wurde im Vorfeld keine Pflicht ausgesprochen. "Überall dort, wo Abstände nicht eingehalten werden können, musste Maske getragen werden", sagt Ehrmann.

Um darauf zu achten, wurde vom Versammlungsleiter pro 20 Teilnehmer ein Ordner eingesetzt. Diese achteten auf die Einhaltung der Auflagen während des Demoszugs wie auch auf dem Greutplatz. Zudem wurden mögliche Berührungspunkte zwischen Marktbesuchern und Demonstranten in einem Kooperationsgespräch mit der Polizei behandelt, so Buchinger. Daher sei eine Route gewählt worden, die beispielsweise nicht durch die Fußgängerzone führte.

Wieso der Greutplatz?: "Angemeldet waren 1000 Teilnehmer. Der Greutplatz ist eben der einzige städtische Platz, der die Voraussetzung erfüllt und eine so hohe Anzahl von Teilnehmer unter den gegebenen Auflagen zulässt", sagt Ehrmann. Zudem bestand die Möglichkeit auf mehr Zulauf. Offiziell waren laut Polizei 350 Teilnehmer bei der Hauptkundgebung. Weitere 100 waren es bei der Gegen-Kundgebung an der Greutschule. Zu Ausschreitungen kam es nicht. "Es war geordnet und friedlich. Und zu 99 Prozent wurden die Abstände eingehalten. Ich wünsche mir, dass alle Demonstrationen so ablaufen", so Ehrmann.

Notbetrieb bei Kontaktverfolgung: Das Gesundheitsamt ordnete am Samstag einen Notbetrieb zur Kontaktverfolgung in der Ulrich-Pfeifle-Halle an. Die SchwäPo berichtete. "Das war eine Entscheidung der Landkreisverwaltung", sagt Ehrmann. Er sehe keinen direkten Zusammenhang zur Demonstration.

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