Masken nur noch teilweise im Unterricht

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In der Aalener Schillerschule gilt ab sofort wieder Maskenpflicht. Vier Klassen sind dort in Quarantäne. Archivfoto: opo
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Fast zeitgleich mit der neuen Regelung wurde die Delta-Variante nachgewiesen.

Aalen. Mit den sinkenden Inzidenzen kommen Lockerungen für Schülerinnen und Schüler. So auch im Ostalbkreis: Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen die Masken nicht nur auf dem Pausenhof, sondern auch im Klassenzimmer fallen. Das bedeutet aber in der Praxis nicht, dass tatsächlich niemand mehr einen Mund-Nasen-Schutz an der Schule trägt.

Seit Montag dürfen Schülerinnen und Schüler auch am Kopernikus-Gymnasium Wasseralfingen (KGW) im Klassenzimmer die Maske absetzen. „Wir empfehlen aber trotzdem, die Maske weiterhin zu tragen“, sagt Schulleiter Michael Weiler. Er ist auch geschäftsführender Schulleiter der drei Aalener Gymnasien. Die drei Schulen hätten sich abgesprochen und allesamt die Empfehlung an Schüler und Lehrer weitergegeben, weiterhin Maske zu tragen. Ein Grund dafür seien die steigenden Fälle der Delta-Variante des Virus.

Dass diese Vorsicht nicht unbegründet ist, zeigt eine Meldung des Landratsamts vom Dienstagnachmittag: Vier Schulklassen der Schillerschule sind in Quarantäne, außerdem zwei Gruppen des Kindergartens St. Franziskus. Für die jeweiligen betroffenen Personenkreise wurden Abstrichaktionen organisiert. An der gesamten Schillerschule besteht laut Landratsamt ab sofort wieder Maskenpflicht.

Als Kontaktperson gilt jeder, der ohne Maske länger als 15 Minuten in einem Raum mit der infizierten Person verbracht hat. „Falls ein Schüler positiv ist, muss außerdem ein Großteil Klasse in Quarantäne“, beschreibt KGW-Direktor Weiler. Draußen an der frischen Luft sei es völlig in Ordnung, die Masken abzunehmen. Drinnen, in stickigen Räumen, sei das aber etwas anderes. „Ich verstehe auch, dass es unangenehm ist“, betont Weiler. „Aber 14 Tage Quarantäne sind viel unangenehmer.“

Auch Daniela Maschka-Dengler, geschäftsführende Schulleiterin der Gmünder Grund-, Real-, Haupt, und Gemeinschaftsschulen, beobachtet, dass Kinder und Jugendliche trotz Lockerungen nicht ganz auf die Maske verzichten. „Die meisten tragen die Masken immer noch auf dem Schulhof“, erzählt sie. An der Friedensschule, die Maschka-Dengler leitet, muss der Mundschutz nämlich noch immer getragen werden: Dort gab es Anfang vergangener Woche einen Coronafall, so dass die neue Verordnung nicht greift.

Aber auch sie sieht die neue Regelung kritisch, dennoch wird sie keine Empfehlung aussprechen, die Masken weiterhin zu tragen. „Die Kinder machen das so tapfer“, sagt sie. Und das bedeute nicht, dass sie sich damit quälen, sondern sich vielmehr mittlerweile an die Regeln gewöhnt haben.

Eine Online-Umfrage dieser Zeitung zum Thema zeigt, wie sehr die Meinungen auseinandergehen. 72 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprechen sich gegen den Wegfall der Maskenpflicht aus. „Viel zu früh“ nach den Pfingstferien sei es, bekundet eine Nutzerin ihren Unmut. Ein weiterer Nutzer sorgt sich wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. 69 andere Nutzerinnen und Nutzer begrüßen die Lockerung jedoch. Eine von ihnen ist die 18-jährige Samantha Feifel. Sie besucht die zwölfte Klasse des Hans-Baldung-Gymnasiums in Gmünd. „Ich finde es gut, dass wir bei der niedrigen Inzidenz gerade keine Masken mehr tragen müssen, weil es extrem anstrengend ist, sich bei der Hitze mit Maske zu konzentrieren“, sagt sie. Sie könne sich vorstellen, dass es im Unterricht ohne Maske zu weniger Verständnisproblemen kommt. „Klar, wenn es Coronafälle an der Schule gibt, ist es okay, wieder Maske zu tragen.“ Dabei erinnert sie an die zwei wöchentlichen Tests, die sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler machen. „Insgesamt bin ich sehr glücklich, keine Maske mehr tragen zu müssen.“

Robine Rebmann & Erik Roth

Mehr zu den Coronafällen mit der Delta-Variante im Ostalbkreis lesen Sie auf Seite 24.

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