Maskenpflicht in der Kritik

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Nach den Sommerferien heißt es für alle Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen, wie hier im Schubart-Gymnasium: Maske auf im Schulgebäude und auf dem -gelände. Abgenommen werden darf sie nur während des Unterrichts.
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Mund-Nasen-Schutz auf dem Pausenhof, aber nicht im Klassenzimmer: Das sagen Aalener Schulleiter, ein Elternvertreter und ein Arzt dazu.

Aalen

Besorgt bis gelassen reagieren die Verantwortlichen in Aalen auf die neueste Ansage aus Stuttgart: Nach den Sommerferien soll auf dem Gelände und in den Gebäuden aller weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht gelten. Während des Unterrichts müssen die Schüler aber keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Sollte es die Lage im Herbst zulassen, kann zudem das Abstandsgebot in den Klassenzimmern fallen.

Das sagen die Schulleiter: "Für uns ist das nichts Neues", sagt Michael Weiler, geschäftsführender Schulleiter der Aalener Gymnasien und Rektor des Kopernikus-Gymnasiums Wasseralfingen (KGW), zur Maskenpflicht. Denn an seiner Schule gilt bereits jetzt die Empfehlung, außerhalb des Unterrichts eine Maske zu tragen, woran sich ihm zufolge alle halten.

Da sich die Schüler momentan nicht näher kommen dürfen als eineinhalb Meter, können nicht alle gleichzeitig zum Unterricht kommen, sondern besuchen nach einem rollierenden System die Schule. Nur die Kursstufe ist davon ausgenommen. Sollte die Abstandsregel fallen, wäre "Unterricht wieder wie vor der Pandemie möglich". Klassenstufenübergreifende Aktivitäten – Michael Weiler denkt zum Beispiel an Arbeitsgemeinschaften wie den KGW-Kammerchor – können aber auch nach den Sommerferien noch nicht stattfinden.

An der Schillerschule in Aalen betrifft dieser klassenübergreifende Unterricht zum Beispiel den Religionsunterricht, berichtet Karl Frank. Er ist Rektor der Gemeinschaftsschule und geschäftsführender Schulleiter der weiterführenden Schulen in Aalen. Beim Thema Maskenpflicht bleibt er gelassen: "Das ist eine Vorgabe der Landesregierung und die werden wir umsetzen." Auch an der Schillerschule tragen viele bereits jetzt freiwillig eine Maske.

Die Maskenpflicht gilt nicht im Klassenzimmer: So richtig sinnvoll ist das nicht.

Wolfgang Schmidt Gesamtelternbeiratsvorsitzender

Allerdings sind ihm zufolge noch nicht alle Punkte für das Schulleben nach den Ferien geklärt. Den Schwimmunterricht und den Betrieb der Mensa nennt er als Beispiele. Hierzu liefen noch Gespräche. Karl Frank äußert aber Verständnis für die Verantwortlichen in Stuttgart. Sie könnten nicht immer alles sofort wissen. "In so einer Situation muss man Geduld haben und flexibel sein", sagt der Schulleiter.

Das sagt der Elternvertreter: Wolfgang Schmidt, der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats in Aalen, bringt nicht so viel Verständnis auf. Dass die Maskenpflicht überall, nur nicht im Klassenzimmer gilt, hält er nicht für sinnvoll, gerade dann, wenn nach den Sommerferien die Klassenzimmer wieder voll sind und kein Mindestabstand mehr gilt. Aus Stuttgart kämen zudem widersprüchliche Aussagen. "Zuerst heißt es, der Regelbetrieb wird angestrebt, dann heißt es, eigentlich doch nicht", sagt der Elternvertreter. Die Vorgaben seien zu schwammig formuliert, zu wenig konkret.

Hoffnung setzt Wolfgang Schmidt daher in eine Besprechung am kommenden Montag. Vertreter der Stadtverwaltung und des Schulamts stimmen dann gemeinsam mit allen Aalener Schulleitern und allen Elternbeiratsvorsitzenden die nächsten Schritte ab.

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