Mauern einreißen, um Brücken zu bauen

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Um Gott, Vertrauen und um Solidarität kreiste der ökumenische Gottesdienst in der Stadtkirche.

Geistliche und Politiker feiern und mahnen in der Stadtkirche.

Aalen. Zu einem Fest der Einheit haben am Samstag die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und die in der Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen (AAC) zusammengeschlossenen Gemeinden in die Stadtkirche gebeten. Mit Blicken zurück und nach vorne forderten die Vertreter der Glaubensgemeinschaften sowie OB Thilo Rentschler und Landrat Dr. Joachim Bläse das Überwinden von Mauern in den Köpfen und das Bauen von Brücken.

Stadtpfarrer Bernhard Richter dankte nach der Eröffnung durch die Turmbläser und dem Entzünden der Ökumenekerzen dafür, dass in Aalen das kirchliche und politische Miteinander gut harmoniere – gut, denn beides gehöre ja auch irgendwie zusammen. "Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen", so das Motto des Gottesdienstes, mache dies besonders deutlich.

Engagierte Christen, so betont Thilo Rentschler, hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass der Mauerfall friedlich ablief und man heute in einer gemeinsamen Demokratie leben könne.

Landrat Dr. Joachim Bläse dankte dafür, hier stehen zu dürfen, um einen Moment innezuhalten. Aus der deutschen Einheit müsse man lernen. Der 3. Oktober sei verpflichtend. Es sei ein Spiegelbild der Gesellschaft, wie die demokratischen Kräfte diesen Tag gemeinsam begehen.

"Mauern stürzen ein", so eines der Lieder, das Dominik Schwenk von der Gemeinde "Hoffnung für Alle" mit seinem Lobpreisteam beisteuerte. Dies griff auch Pastor Rainer Zimmerschitt von der evangelisch-methodistischen Kirche auf. "Manches knirscht noch" sagte er in einem Impuls und erinnerte an die anfängliche Begeisterung, nach dem Mauerfall. Und heute? Wir sollen eins sein, sagte Jesus zu seinen Jüngern. Streit und Zerwürfnisse seien stattdessen an der Tagesordnung. Auch unter Christen. In der Urkirche schenkte Gott Einheit. Das müsse heute wieder gelebt werden, unabhängig von Kirchenunterschieden. Dass heute auf der ganzen Welt noch Mauern gebaut werden, sagte der katholische Pastoralreferent Wolfgang Fimpel. Aus eingerissenen Mauern gelte es Brücken zu bauen, auch über tiefe persönliche Gräben hinweg. Denn: "Über Brücken gehen, ist leichter, als mit dem Kopf durch die Wand."

Im dritten Impuls erzählt Pfarrer Richter von zwei Jungs, auf einer Mauer, die Angst vor dem Abstieg haben. Als ein Mann seine Arme ausbreitet, springt nur einer hinein. Warum? Er ist der Vater und sein Sohn vertraut ihm. So schlägt Richter den Bogen von Vertrauen über gesellschaftliche Bereiche hin zur Ökumene. In Aalen gelinge das sehr gut. "Lasst uns nicht auseinander dividieren und stattdessen mit der Stimme des Glaubens sprechen, nicht ausruhen und den Weg miteinander gehen". Denn mit den vielen ökumenische Projekten, so Bernhard Richter, sorge man dafür, dass niemand abstürzen muss.

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