Mein erstes Mal im Aalener Gemeinderat

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Der Aalener Gemeinderat diskutiert gerne kontrovers, bevor er entscheidet, wie hier bei einer Abstimmung in einer der vergangenen Sitzungen in der Festhalle in Unterkochen.

Das Gremium trifft wichtige Entscheidungen und diskutiert dabei gerne kontrovers. Wie das auf jemanden wirkt, der zum ersten Mail eine Sitzung erlebt.

Aalen

Als ich 15 Minuten vor Beginn den Saal in der Aalener Stadthalle betrete, herrscht bereits Hektik. Die Rätinnen und Räte begrüßen sich, tauschen Argumente aus oder schnappen sich belegte Brötchen vom Buffet.

Warum ich dabei bin? Ich bin 21 Jahre alt und absolviere mein duales Studium „Marketing - Management, Medien und Kommunikation“ im Verlag der Schwäbischen Post. Momentan darf ich für drei Monate Einblick in den Alltag der Redakteurinnen und Redakteure bekommen. Und dazu gehören Gemeinderatssitzungen.

Eigentlich sollte ich nicht Teil dieses Gewusels unten im Saal sein, denn die drei Presseplätze dort sind abgezählt. Also will ich mir einen Platz auf der Besuchertribüne suchen. Das ist der Moment, indem ich meinen ersten Stadtrat kennenlerne: Nobert Rehm.

Der dienstälteste Stadtrat ist bekannt dafür, mit Leidenschaft seine Meinung zu vertreten. In diesem Fall ist das genau in meinem Interesse. Rehm höchstpersönlich besorgt mir kurzerhand einen Stuhl, sodass ich doch noch am Pressetisch Platz nehmen kann. Glück für mich. So bin ich mittendrin statt nur dabei.

Leider habe ich am Buffet nicht ganz so viel Glück – denn die Stadträte, Ortsvorsteher und Mitarbeiter der Verwaltung waren leider etwas schneller als ich. Vorsorglich haben sie sich mit Verpflegung eingedeckt. Diesen Vorrat sollten sie auch brauchen. Denn was bis dahin noch keiner weiß: Die Sitzung mit über 100 Anträgen zum Haushalt würde erst nach geschlagenen neun Stunden vorbei sein.

Allerdings wird mir schon kurz nach Beginn klar, dass diese Sitzung keine kurze werden würde. Die Bürgerfragestunde zu Beginn dauert zwar nicht lange. Zwei Bürger stellen eine Frage. Einmal zur Verbesserung der Sauberkeit in der Stadt und natürlich zum Top-Thema des Abends, auf dessen Beratung viele sehnlichst warten: die Limesthermen. Doch so engagiert sich die Stadträte auch zeigen, genauso diskussionsfreudig sind sie auch. Dies hat zur Folge, dass die Redezeit schon nach zwei Stunden auf drei Minuten pro Beitrag begrenzt wird. Das schafft jedoch nicht jeder einzuhalten, wie Rehm selbst mit seinem Tablet mitstoppt.

Trotz großem Diskussionsbedarf bei so einigen Themen, habe ich doch den Eindruck, dass eine lockere Atmosphäre herrscht. Und wenn dies gerade nicht der Fall ist, hat Oberbürgermeister Frederick Brütting alles im Griff und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Ach ja, Stichwort „Top-Thema des Abends“ Limesthermen: Zwar habe ich die Sitzung bereits nach vier Stunden verlassen müssen (oder dürfen?), allerdings habe ich mir sagen lassen, dass man zu diesem Thema gar nicht erst gekommen war. Denn die Sitzung wurde nach etwa neun Stunden, gegen 22 Uhr abends, abgebrochen und das Thema vertagt. Da halfen anscheinend auch die Redezeitbegrenzung und das Zeitstoppen nichts.

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