Meinungen über neue Coronaregeln in Aalen sind geteilt

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Einzelhändler atmen auf, in der Gastronomiebranche wird die neue Verordnung kritisiert. Vor allem herrscht jedoch viel Unklarheit.

Aalen. Schon am Montag, 16. August, treten in Baden-Württemberg neue Coronaregeln in Kraft. Damit zieht das Land vor, denn die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz sollen deutschlandweit erst eine Woche später umgesetzt werden. In Aalen, so scheint es, weiß man derweil noch nicht genau, was davon zu halten ist.

Die neuen Regeln im Überblick

Mit den neuen Regeln wird es vor allem für Ungeimpfte ab Montag unbequem. Ausschlaggebend für die Beschränkungen ist dann nämlich nicht mehr die Inzidenz, so das Gesundheitsministerium. Wer die Innengastronomie besuchen oder etwa zum Friseur will, muss dann entweder genesen, geimpft oder getestet sein.

In Clubs und Diskotheken gibt es zwar keine Personenobergrenzen mehr, dafür ist aber ein PCR-Test nötig – und der muss selbst bezahlt werden. Schnelltests sollen ab Oktober ebenfalls nicht mehr kostenlos sein.

Auch wenn die Regeln von der Inzidenz abhängen, soll die Auslastung der Intensivbetten im Auge behalten werden. Was das konkret bedeutet, ist noch unklar.

Obwohl die neuen Regeln schon in wenigen Tagen gelten sollen, gibt es noch offiziell noch keine neue Verordnung. Auch deshalb ist in Sachen Umsetzung in Aalen noch einiges unklar.

"Genaues wissen wir auch noch nicht", sagt Susanne Dietterle, Pressesprecherin vom Landratsamt Ostalbkreis. Die Frage, ob es vermehrt Möglichkeiten zum Dürchführen von PCR-Tests geben wird, lasse sich derzeit nicht beantworten. "Aktuell kann man PCR-Tests teilweise beim Hausarzt oder in den Corona-Schwerpunktpraxen machen", ergänzt Dietterle.

Beim Verein Aalen City Aktiv warte man aktuell ebenfalls noch die offizielle Verordnung ab, erzählt Sprecherin Myriam Henninger. "Aber es ist schon eine Erleichterung, dass der Inzidenzwert nicht mehr ausschlaggebend ist", sagt sie. "Wir haben jetzt mehr Planungssicherheit." Das vergagene halbe Jahr habe man sich immer wieder kurzfristig an die inzidenzabhängigen Änderungen einstellen müssen. "Deshalb freuen wir uns erstmal darüber", so Henninger.

Gastronomie als Bauernopfer?

Kritischer sieht den Vorstoß jedoch Dagobert Hämmerer, Kreisvorsitzender der Dehoga Ostalbkreis. "Die neuen Regeln sind teils gut, teils schlecht", findet er. Allerdings bemängelt er, wie kurzfristig sie umgesetzt werden müssen. Zudem befürchtet er, dass Hotel- und Gastgewerbe bei dieser neuen Regelung zum Bauernopfer gemacht werden. Schließlich brauchen ungeimpfte und nicht genesene Besucher für die Innengastronomie die bald kostenpflichtigen Schnelltests.

Dabei verweist Hämmerer zudem auf eine Mitteilung der Dehoga Baden-Württemberg. Demnach habe sich die 3G-Regel schon in der Vergangenheit als schädliche Umsatzbremse für die Branche erwiesen. Zudem wird darin kritisiert, dass die Landesregierung den Druck auf Ungeimpfte zulasten der Gastronomiebetriebe ausübe.

Noch viel Unklarheit

Daniel Schwarzkopf, Inhaber des Aalener Clubs "Die Lola", kann noch nicht genau einschätzen, was die neuen Regeln für seine Diskothek bedeuten. Auch dort wisse man aktuell noch zu wenig über die Verordnung, um genaueres zur Umsetzung sagen zu können.

Beim VfR Aalen sieht es ähnlich aus. Noch gibt es keine Informationen dazu, wie die neuen Regeln in der Ostalb Arena umgesetzt werden. Dort gilt ab Montag ebenfalls die 3G-Regel, zudem darf das Stadion ab 5000 Besuchern nur zu 50 Prozent ausgelastet sein. "Aktuell können wir noch nichts sagen", sagt VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore. "Wir haben am Montag eine große Besprechung, unter anderem mit der Stadt und der Polizei", ergänzt er. Im Laufe der nächsten Woche solle dann Näheres bekanntgegeben werden.

  • Hintergründe zu den neuen Coronaregeln
  • Die Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel fand am vergangenen Dienstag statt. Der sogenannte Corona-Gipfel wurde aufgrund der steigenden Inzidenzen vorgezogen. Unter anderem wurde über neue Corona-Regeln, die Maskenpflicht und den Umgang mit Ungeimpften diskutiert. Durch die neue Verordnung soll der Druck auf letztere, sich impfen zu lassen, erhöht werden. Für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, sollen die Tests kostenlos bleiben.

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