Messerschmied Ulbrich verlässt Aalen und die Tonfabrik

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Etwa ein Jahr lang glühte in der ehemaligen Tonfabrik der Stahl.

Mehrere Schicksalsschläge zwingen den Handwerker dazu, seine Werkstatt zu schließen.

Aalen. "Schweren Herzens geben wir bekannt, dass wir Aalen und die Tonfabrik verlassen werden", teilt Messerschmied Andreas Ulbrich der Schwäbischen Post mit. Vor gut einem Jahr ist der gebürtige Aalener mit seiner Messermanufaktur in die hinteren Räume der ehemaligen Diskothek eingezogen, um dort seine Unikate zu schmieden. "Erst der Lockdown und dann ein Wasserschaden, der bis jetzt noch nicht reguliert wurde, waren hart für uns als kleine Manufaktur", begründet Ulbrich seine Entscheidung.

Doch damit nicht genug: Innerhalb kürzester Zeit kamen weitere Schicksalsschläge hinzu. Anfang Dezember sei der Schwiegervater verstorben, vergangene Woche sei es zudem in seinem Haus zu einem Brand gekommen. "Gott sei dank wurde niemand verletzt, meine Frau konnte noch unseren Hund retten", berichtet er. Doch all diese Umstände zwingen ihn, die Manufaktur nach Möckmühl im Landkreis Heilbronn zu verlegen, in der Nähe lebt seine Familie. Bis Mitte Januar soll der Umzug realisiert werden. "Die neue Werkstatt ist kleiner, doch ohne Schimmel und Ratten und kostet mich nur die Hälfte." Momentan lebt er in einer Ferienwohnung.

Alle Kurse und auch begonnene Aufträge werden in Möckmühl fertiggestellt. Es sei schade, gehen zu müssen, dennoch bleibe keine andere Wahl. "Ein kleiner Teil von mir wird immer in Aalen bleiben", so Ulbrich, "wir bedanken uns bei Kunden, Unterstützern und Fans, danke Aalen."

Im März hat unsere Redakteurin Ulrike Wilpert den Messerschmied in seiner Aalener Manufaktur besucht. Seine Geschichte berührte sie so sehr, dass sie zu ihrem Moment des Jahres wurde.

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