Metzgerei Schuster: Filiale in Aalen öffnet nicht mehr

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Claudia Schuster am Stammsitz der Metzgerei in Wasseralfingen. Sie und ihr Team sind dort weiterhin für die Kunden da.
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Nach der Brandstiftung im September ist die Entscheidung nun gefallen. Am Stammsitz in Wasseralfingen können Kunden aber weiter einkaufen.

Aalen

Claudia Schuster ist traurig, dass es nach so langer Zeit so zu Ende gehen muss. Die Aalener Filiale der Metzgerei Schuster, die im September ausgebrannt ist, wird nicht wieder öffnen. Das bestätigt die Inhaberin am Dienstag im Gespräch mit der SchwäPo.

Kunden können noch bis Donnerstag, 30. Dezember, am Verkaufswagen vor der Filiale am Marktplatz einkaufen. Anschließend möchte sich Claudia Schuster ganz auf das Stammgeschäft in Wasseralfingen konzentrieren. Dort werden sie und ihr Team weiterhin für die Kunden da sein.

Die Metzgerei in Wasseralfingen gibt es bereits seit 1899. Die Filiale in Aalen eröffnete 1978. Nach über 40 Jahren ist in Aalen nun Schluss. Dafür führt Claudia Schuster mehrere Gründe an. Trotz Brandschutzversicherung wären größere Investitionen nötig gewesen, um die Filiale wieder zu eröffnen. „Das wollte ich nicht mehr machen“, sagt sie. Die 54-Jährige hat keinen Nachfolger. Daher würden sich die Investitionen nicht mehr bezahlt machen. Dazu komme die allgemeine Kostensteigerung. Zum Beispiel habe eine Mieterhöhung gedroht. Außerdem werde der Personalmangel im Handwerk immer mehr zum Problem.

Der Aalener Filialleiter Uwe Achneck sowie ein Teil des Aalener Teams wird Claudia Schuster zufolge künftig in der Metzgerei in Wasseralfingen tätig sein. Viele, die seither in Aalen eingekauft hätten, erzählt die Inhaberin, kämen bereits nach Wasseralfingen. „Ich freue mich, dass die Kunden unsere Qualität und unseren Service zu schätzen wissen“, sagt Claudia Schuster und bedankt sich bei den langjährigen Kunden. Sie lobt die Stadtverwaltung wegen der schnellen und unbürokratischen Hilfe nach dem Brand. Zum Beispiel als es darum ging, den Verkaufswagen vor der Filiale am Aalener Marktplatz aufzustellen und ihn mit Strom zu versorgen.

Gerne hätte Claudia Schuster den Verkaufswagen noch drei Monate betrieben. Doch da der Verpächter renovieren und umbauen möchte, könne der Wagen nicht mehr vor dem Gebäude stehenbleiben. Bei der Stadt hat sie also angefragt, ob man ihr einen anderen Standort zur Verfügung stellen könnte. Doch das sei nicht möglich gewesen. „Darüber bin ich enttäuscht, habe ich doch die Stadt über 40 Jahre begleitet“, sagt Claudia Schuster. Citymanager Reinhard Skusa erläutert dazu, dass es ihm leidtut, dass man die Anfrage in dem Fall habe ablehnen müssen. Die Situation sei sehr traurig. „Für uns ist es aber wichtig, eine klare Linie zu haben.“ Nach dem Brand habe man gerne geholfen. „Nun ist die Situation eine andere.“

Denn ab 1. Januar sei die Metzgerei Schuster keine Mieterin mehr in der Innenstadt. Einen Verkaufswagen in der Stadt wollen Skusa zufolge viele haben. Würde man der Metzgerei einen genehmigen, obwohl sie gar keine Filiale mehr in der Innenstadt hat, müsse man allen anderen im Sinne der Gleichbehandlung ebenfalls einen genehmigen. „Dann haben wir keine Innenstadt mehr, sondern ein Containerdorf“, sagt Skusa.

Da der Vermieter das Geschäft umbauen möchte, liegt die Vermutung nahe, dass er einen Nachmieter gefunden hat. Das bestätigt Reinhard Skusa. Verraten könne er aber noch nicht, um wen es sich dabei handelt. Auch der Verpächter selbst, Georg Merz, will sich gegenüber der SchwäPo nicht dazu äußern.

Ich bin traurig, dass es nach so langer Zeit so zu Ende gehen muss.“

Claudia Schuster, Inhaberin Metzgerei Schuster

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