Mieten bei der Wohnungsbau Aalen nur leicht gestiegen

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Hochbauarbeiten der Wohnungsbau Aalen auf dem ehemaligen Martinskirchenareal
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Geschäftsführer Robert Ihl spricht über die Entwicklung der Mietpreise und über seinen Nachfolger.

Aalen. Eine Analyse des Online-Portals Immowelt hat Aufsehen erregt. Der zufolge sind die Mieten in Aalen in den vergangenen fünf Jahren um 43 Prozent gestiegen. In der SchwäPo-Sommerserie, in der sich die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat zu Zukunftsthemen äußern, ist diese Analyse diese Woche zitiert worden. Für Robert Ihl, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbau, ist es wichtig festzuhalten, dass solche Preissteigerungen auf dem privaten Markt durchaus realistisch sein können. Nicht aber bei der Wohnungsbau Aalen. Seit 2014 sind Ihl zufolge die Mietpreise dort um 8,2 Prozent gestiegen. Eine Erhöhung, die sich etwa im Rahmen der Inflation bewege. Im Corona-Jahr 2020 habe man sogar ganz auf eine Erhöhung der Mietpreise verzichtet. "200 000 Euro fehlen uns daher im Jahresergebnis", sagt Robert Ihl, der damit auf die soziale Verpflichtung der Aalener Wohnungsbau hinweisen möchte.

Rund 1500 Mietwohnungen bietet die Aalener Wohnungsbau an. Damit ist sie die größte Anbieterin in Aalen. Durchschnittlich kosten die Mietwohnungen bei der Wohnungsbau 5,80 Euro pro Quadratmeter, also zum Beispiel 464 Euro für eine 80 Quadratmeterwohnung mit drei Zimmern. Damit wirke die Wohnungsbau mietpreisdämpfend auf den Markt in Aalen. Die Preisspanne erstreckt sich laut Ihl von 2,56 bis 10,93 Euro pro Quadratmeter. Der Großteil der Wohnungen, 92 Prozent, koste aber weniger als 6,50 Euro pro Quadratmeter.

In Neubauprojekten wie am Rötenberg oder auf dem Areal der Martinskirche verkauft die Wohnungsbau die Hälfte der Wohnungen. Das dient Ihl zufolge auch dazu, weitere Mehrfamilienhäuser finanzieren zu können. Ein Viertel der Wohnungen ist gefördert, umgangssprachlich wird das oft Sozialwohnung genannt. Wer diese Wohnungen baut, erhält eine staatliche Förderung und ist verpflichtet, diese vergünstigt zu vermieten. Ein Viertel vermietet die Wohnungsbau normal. Die Sozialwohnungen sind im selben Objekt ein Drittel günstiger als die anderen Mietwohnungen. Wie hoch genau die Miete ausfällt, lässt sich pauschal nicht sagen. In einem Neubau sind die Sozialwohnungen teurer als Sozialwohnungen in einem Altbau.

Die günstigsten Wohungen kosten bei der Aalener Wohnungsbau 2,56 Euro pro Quadratmeter. Im äußersten Fall, sagt Ihl, würden für eine Neubauwohnung mit Extras wie Einbauküche zehn oder maximal elf Euro pro Quadratmeter fällig. Teurer geht es laut Ihl in einem Neubauprojekt der Wohnungsbau nur in einem Fall: Wenn jemand eine Wohnung dort als Kapitalanlage kauft und sie weitervermietet, dann könne derjenige auch mehr als elf Euro für den Quadratmeter verlangen. "Ein solches Mandat würden wir aber ablehnen", sagt Ihl. Das heißt, die Wohnungsbau übernimmt dann nicht die Verwaltung. Der Vermieter muss sich selbst um alles kümmern. "Wir stehen da nicht dahinter", fügt Ihl an.

Bei Neubauten ein Viertel der Wohnungen als geförderte Wohnungen zu bauen, dazu ist die Wohnungsbau vertraglich verpflichtet. In Zukunft, so ist Ihl überzeugt, wird es noch darüber hinausgehen, eher in Richtung 30 Prozent. Als Beispiel nennt er die Projekte in der Alten Heidenheimer Straße und in der Hopfenstraße. Im neuen Quartier am Tannenwäldle habe die Wohnungsbau sogar vorgeschlagen, die Hälfe des Wohnraums als geförderten Wohnraum zu bauen. Letztlich sei aber wohl nicht gewünscht gewesen, dass die Wohnungsbau Aalen das komplette Quartier entwickelt. Auch andere Investoren hätten zum Zuge kommen sollen.

Wenn es um das soziale Engagement der Wohnungsbau geht, ist es Robert Ihl auch wichtig, über das Quartiersmanagement zu sprechen. Im Friddy in der Friedrichstraße oder im Q85 in der Gartenstraße gibt es verschiedene Angebote vor allem für Kinder. Die Wohnungsbau habe zum Beispiel vor Jahren schon an der Friedrichsstraße für 60 000 Euro einen Bolzplatz gebaut und außerdem kürzlich in einen neuen Spielplatz und einen Garten investiert. "Die Kinder lernen dort zum Beispiel, wie man Tomaten anpflanzt", sagt Ihl und fügt an: "Jeder Cent ist gut angelegtes Geld."

  • Nachfolger für Robert Ihl ist gefunden
  • Der Geschäftsführer der Wohnungsbau Aalen, Robert Ihl, geht in den Ruhestand. Der Vertrag des 69-Jährigen läuft Ende des Jahres aus. Ein Nachfolger für ihn sei bereits gefunden, sagt er am Donnerstag im Gespräch mit der SchwäPo. Um wen es sich handelt, könne er aber noch nicht verraten. "Wenn der Vertrag unter Dach und Fach ist, wird Herr Rentschler ihn vorstellen", kündigt Ihl an. Oberbürgermeister Thilo Rentschler ist Kraft Amtes auch der Aufsichtsratsvorsitzende der städtischen Wohnungsbau. Seine Amtszeit endet im September. Man kann also davon ausgehen, dass noch im September bekannt wird, wer der neue Geschäftsführer der Aalener Wohnungsbau wird.
Robert Ihl, Geschäftsführer der Wohnungsbau Aalen
Steigerung Mietpreise der Wohnungsbau Aalen

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