Millionenzuschuss für neue Kitas

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Ratzfatz – nur acht Wochen nach der Einbringung des Kindertagesbetreuungsplans – hat der Gemeinderat am Donnerstag städtische Zuschüsse für fünf umfangreiche Projekte für die Kinderbetreuung beschlossen. 1,84 Millionen Euro will die Stadt Aalen in den nächsten Jahren dafür berappen.

Prestissimo – "äußerst schnell". Diese klassische Tempobezeichnung in der Musik gibt am ehesten wieder, in welcher Windeseile das Dezernat von Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann in den vergangenen Wochen gearbeitet haben muss. Denn gesamtstädtisch fehlen derzeit 80 Plätze für unter Dreijährige und etwa 160 Plätze für über Dreijährige. Und so fiel jetzt nur acht Wochen, nachdem die Stadtverwaltung den Gemeinderäten im neuen "Akita + 2025" auf 163 Seiten die aktualisierten Bedarfszahlen für die Betreuung der U3- und Ü3-Kinder vorgelegt hat, der Beschluss, fünf Projekte mit städtischen Zuschüssen zu fördern. Mit insgesamt 1,84 Millionen Euro will die Stadt in den nächsten Jahren folgende Kinderbetreuungsprojekte unterstützen:

Neubau einer dreigruppigen Waldorf-Kindertagesstätte im Hirschbach:

Dafür will die Stadt dem Verein Freie Waldorfpädagogik einen Zuschuss von 650 000 Euro geben (Gesamtbaukosten: 1,4 Millionen Euro). Im Gegenzug verkauft der Verein Gebäude und Grundstück des seitherigen Waldorfkindergartens in der Zeppelinstraße zum Preis von insgesamt 314 000 Euro an die Stadt. Die Einrichtung in der Zeppelinstraße wird dann ab dem Kindergartenjahr 2017/2018 von der Stadt betrieben. Baubeginn des Waldorfkindergartens im Hirschbach soll bereits in diesem Sommer sein. Betreuungsstart dann im September 2017.

Waldkindergarten des Trägervereins WaFaVi Naturprojekte

, der sich aus einer Elterninitiative gegründet hat. Ein pädagogisches Konzept liegt vor. Geplant ist eine Gruppe mit 20 Kindern ab drei Jahren, sechs Stunden täglich von Montag bis Freitag. Nach Aussage von OB Thilo Rentschler werden derzeit Standorte im Welland, speziell in Fachsenfeld, geprüft. Gestartet werden soll mit einer Gruppe von vier bis sieben Kindern, die man allmählich erweitert. Die Stadt will die jährlichen Betriebskosten von 105 000 Euro mit 54 000 Euro fördern und gibt einen einmaligen Investitionszuschuss von 31 500 Euro. Der Waldkindergarten könnte bereits im September dieses Jahres starten.

Naturkindergarten im Hirschbach in Trägerschaft des Fördervereins Aufwind:

Geplant ist eine Gruppe mit 20 Kindern ab drei Jahren, sechs Stunden täglich, von Montag bis Freitag. Im Folgejahr soll sie in eine Intensivkooperationsgruppe umgewandelt werden. Das Angebot umfasst tiergestützte pädagogische und therapeutische Maßnahmen. Die Kinder halten sich dabei überwiegend im Freien rund um den Aufwindhof auf. Als Unterkunft dient ein renovierter Zirkuswagen. Der Kindergarten könnte im September dieses Jahr starten. Finanzierungsanteil der Stadt: 59 000 Euro.

Generalsanierung der Kindertagesstätte Lilput in der Kernstadt:

Für das Gebäude aus dem Jahr 1984 steht eine Generalsanierung an. Sanitärbereich, Wasser- und Heizungsinstallation und Fußbodenbeläge müssen aus Sicht des Trägers, der evangelischen Kirchengemeinde, erneuert werden. Die Stadt rechnet mit einer über einjährigen Bauzeit von Herbst 2016 bis Ende 2017. Die Stadt will sich mit 280 000 Euro an den Gesamtkosten von 400 000 Euro beteiligen.

Neubau einer Kindertagesstätte an der Wasseralfinger Magdalenenkirche:

Die evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen plant an der Magdalenenkirche ein Gemeindezentrum mit integrierter Kita, mit voraussichtlich zwei Ü3-Gruppen und einer U3-Gruppe. Ursprünglich sollten im Gegenzug dazu in Wasseralfingen die beiden Kitas Arche Noah und Regenbogen aufgegeben werden. Da dadurch aber eine Unterversorgung entstehen würde, denkt man nun darüber nach die Arche Noah zu erhalten. Auch deshalb, weil man in Kooperation mit der benachbarten Lebenshilfe von einer Weiterentwicklung der inklusiven Angebote ausgeht. An den Baukosten für die Kita mit rund 1,3 Millionen Euro wird sich die Stadt mit 820 000 Euro beteiligen.

Wichtig zu wissen

U3-Betreuungsplätze:

Deren Anzahl in der Gesamtstadt soll aktuell um 60 Plätze erhöht werden, mittelfristig um 80.

Ü3-Betreuungsplätze:

Ihre Zahl soll um 190 erweitert werden, mittelfristig um 160.

Kurzfristig

machbar

ab dem Kindergartenjahr 2016/17 sind in bestehenden Einrichtungen weitere 10 U3-Plätze und weitere 30 Ü3-Plätze. Finanzierung: jährlich zusätzlich 90 000 Euro.

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