Ministerpräsident Kretschmann lobt die „Geheimwaffe des Mittelstands“

  • Weitere
    schließen
+
Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) an der Hochschule Aalen.
  • schließen

Aalen

Eine Erfolgsgeschichte wird 50 Jahre alt: An der Hochschule Aalen feierten am Freitagabend die 24 Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) des Landes mit einem Festakt sowie mit dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, ihr Jubiläum. „Die HAW sind in der Fläche eine echte Erfolgsstory“, lobt der Ministerpräsident. Sie seien ein unverzichtbarer Teil der Hochschullandschaft. „Und sie sind die Geheimwaffe für den Mittelstand, Hidden Champions und Start-ups.“

Zugleich sieht der Ministerpräsident die HAW als wesentliche Stütze bei der Bewältigung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. „Am schönsten wäre es, wenn wir die Klimakrise wie die Coronakrise wegimpfen könnten“, so der Politiker. Aber der Klimawandel sei eine komplexe Krise, die alle Bereiche durchdringe. „Die Folgen können wir nur abwenden, wenn wir das Ruder noch in diesem Jahrzehnt herumreißen“, so Kretschmann. „Baden-Württemberg und Deutschland als Hochtechnologieland müssen vorangehen und zeigen, dass wir nicht nur müssen, sondern es wollen und können.“ Wohlstanderhaltung und Klimaschutz schlössen sich nicht aus, das Ziel müsse ein kopierfähiges Modell für andere Länder sein. Den Hochschulen komme in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung zu. „Die HWA sind unsere regionalen Superpower.“

So sind sie für Kretschmann ebenso „unverzichtbare Forschungspartner“ der Wirtschaft. Er nennt hier das Projekt SmartPro an der Hochschule Aalen, an dem 40 Firmen mitarbeiten, um an Innovationen für E-Mobilität, Industrie 4.0 und energieeffiziente Produkte zu forschen.

„Ich weiß, dass Sie uns mögen, weil wir schaffig sind“, richtet sich Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, an den Ministerpräsidenten. Die Landesregierung lasse den Hochschulen den nötigen Gestaltungsspielraum. Schneider erwähnt die steigenden Studierendenzahlen – mehr als 120 000 sind es derzeit im Land – und die auf fast 100 Millionen Euro gestiegenen Drittmittel, die die Hochschulen für Forschung und Lehre einwerben. „Die Hochschulen sind ein echter Mehrwert für das Land. Wir haben viele Ideen, den Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft zu gestalten.“ Schneider verbindet das Lob für das Engagement des Landes mit der Forderung, den Hochschulen das Promotionsrecht zu erteilen.

Diesen Ball nimmt Theresia Bauer auf, die auf das Votum des Koalitionsvertrags verweist, dies zu ermöglichen. Weiter will sie in den kommenden Jahren die nächste Finanzierungsrunde vorbereiten, die HAW bei der Suche nach Personal, bei der Konzentration auf Forschung und Lehre sowie bei der Gleichstellung von Männern und Frauen unterstützen. „Die HAW sind die Pioniere guter Lehre. Das soll so bleiben.“

An diesem zeigen auch Studierende und Forschende, was in den Hochschulen steckt: An der Hochschule Heilbronn wird etwa sowohl an der Wirkung von Masken und Raumluftreinigern geforscht wie auch an einer innovativen Covid-Diagnostik-Software. Aus Karlsruhe kam das Start-up Lyn‘s nach Aalen, das nachhaltige Gewürze aus Indien in Deutschland vertreibt. Absolventen der Hochschule Pforzheim gaben wiederum einen Einblick in ihre ausgefallenen Modekollektionen.

Gleichzeitig ging die Rektorenkonferenz der HAW zu Ende. Das Gremium wählte den Rektor der Hochschule Ulm, Prof. Dr. Volker Reuter, zum neuen Vorsitzenden. Er folgt auf Prof. Dr. Bastian Kaiser, der sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte.

Die HWA sind unsere regionalen Superpower.“

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.
Von links: Prof. Dr. Gerhard Schneider, Aalens OB Thilo Rentschler, Landrat Dr. Joachim Bläse, Winfried Kretschmann, Theresia Bauer.
Hochschulrektor Prof. Dr. Gerhard Schneider.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL