Neue Markierungen: Was Aalen für die Radler tut

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Der Aalener Innenstadtring hat seit einigen Wochen neue Fahrrad Markierungen auf der Fahrbahn.
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Die Kocherstadt hat im aktuellen Jahr eine Million Euro in mehr Sicherheit und in mehr Wege für Radfahrer investiert. Ein Überblick.

Aalen

Bis zum Jahr 2030 will Aalen 20 Millionen Euro in Ausbau und Vernetzung der Radwege investieren. Der Gemeinderatsbeschluss fiel bereits vor einem Jahr. Am Donnerstag informierte Aalens Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle in öffentlicher Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) darüber, was bisher schon getan ist und was als Nächstes angepackt wird.

Die positive Nachricht: Die im aktuellen Haushaltsjahr für den Um- und Neubau von Geh- und Radwegen vorgesehenen Mittel von einer Million Euro wurden auch investiert. Die negative Nachricht: Aufgrund der durch die Corona-Krise ausgelösten Lieferkettenprobleme sei der Radwegebau eine Herausforderung. Erschwerend hinzukomme, dass die Stelle der Abteilungsleitung „Umweltfreundliche Mobilität“ im Aalener Rathaus immer noch nicht besetzt sei.

1 Abgeschlossene Projekte

Am Kocher: Die kombinierten Geh- und Radwege am Kocher von der Burgstallstraße bis zur Industriestraße sowie in der Wilhelm-Merz-Straße.

Die Markierung des Altstadtringsentlang der Stadtgräben mit Piktogrammen.

Kellerhaus bis Staudenfeld: Entlang der L 1029 wurden beidseitig die kombinierten Geh- und Radwege ausgebaut. Steidle: „Damit ist es jetzt möglich, auf dem Radweg von Attenhofen bis Oberalfingen zu fahren.“

Schättere-Trasse: Der Belag zwischen Pflaumbach und Wanderparkplatz Kellersteige wurde optimiert. Und ein Hinweisschild für die Radler aufgestellt: „Grüßen statt Klingeln“.

Mehrere Schutzstreifen und Piktogramme wurden zur Sicherheit der Radler auf Straßen markiert.

2 Laufende Projekte

Kettelerstraße: Die Geh- und Radwegeunterführung unter der Ostrampe der Hochbrücke befindet sich im Bau.

Schafgärten: Die neue Radwegeverbindung zur Anbindung der neuen Wohngebiete Schlatäcker und Wohnen am Tannenwäldle an die Innenstadt werde gerade vorbereitet.

Die Radwegebrücke über den Kocher, zwischen Industriestraße und Kochertalstraße, soll laut Steidle möglicherweise im Sommer 2022 fertig sein.

Von Waldhausen nach Beuren: Mit diesem Radweg wolle man im nächsten Jahr beginnen und ihn bis Sommer 2022 fertigstellen, so Steidle.

Entlang der Steinbeisstraße Wasseralfingen liegen Planungen für einen neuen Geh- und Radweg vor.

Der Biberweg in Unterrombach wird auf einem knappen Kilometer als parallele Fahrradstraße von der Neßlauer Straße bis zum Freibad Unterrombach ausgebaut.

Rund 230 Fahrradbügel wolle man an Kitas, Schulen öffentlichen Gebäuden und Friedhöfen aufstellen.

3 Das sagen die Stadträte

Grünen-Chef Michael Fleischer gibt sich mit der Markierung von Schutzstreifen und Piktogrammen nicht zufrieden. „Sie machen eine enge und viel befahrene Straße nicht breiter.“ Er plädiert – wie danach auch Martina Lechner (SPD) – möglichst separate Radwege anzulegen. Weiter moniert er den „noch nicht abgeschlossenen“ Innenstadtring. Und fordert einen provisorischen Radstreifen in der Stuttgarter Straße, bevor deren Rückbau beginnt. „Am besten gleich bis zur Fackelbrückenstraße.“ Bürgermeister Wolfgang Steidle signalisiert daraufhin die Bereitschaft, „vielleicht doch“ ein Provisorium prüfen zu wollen.

Thomas Wagenblast (CDU) und sein Fraktionskollege Hartmut Schlipf loben ausdrücklich die Fahrradstraße im Biberweg. „Von da aus kann man die Innenstadt sicher erreichen. Und es ist auch eine sichere Verbindung zum künftigen Bahnhalt-West“, meint Schlipf.

Claus Albrecht (FW) wünscht sich sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Innenstadt. „Das ist wichtig, wenn wir Mitarbeiter und Kunden mit dem Rad in die City holen wollen.“

Manfred Traub (CDU) nutzt die Gelegenheit, um wieder einmal auf die fehlende Durchgängigkeit des Schättere-Radwegs bis aufs Vordere Härtsfeld hinzuweisen.

Christa Klink (Die Linke) wirft ein, dass das Radmitnahme-Angebot in Bussen ihrer Meinung nach noch nicht ausreicht.

4 OB Frederick Brütting sagt, dass Radwege freilich die erste Wahl seien, wo Platz dafür ist. Andernfalls seien Schutzstreifen ein gutes Mittel zum Zweck und sie bewahrten vor Unfällen. „Die Landesregierung sieht das genauso.“

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