Mit dem Fahrrad von Georgien zurück nach Aalen

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mit dem Fahrrad aus Georgien, act for transformation

Wie Meesenburg nach seinem Freiwilligen-Einsatz für die Organisation "weltwärts" klimagerecht zurück auf die Ostalb reist.

Aalen Kimo Meesenburg hat sich nach seinem Freiwilligen-Einsatz für die Organisation "weltwärts" mit dem Fahrrad auf die Rückreise aus Georgien nach Aalen gemacht. So will er ein Zeichen für klimagerechtes Reisen in Zeiten des Klimawandels setzen. Gleichzeitig sammelt er Spenden. Unterstützt wird er vom Freiburger Verein Terran, der sich für ein klimaneutrales Reisen ohne Flugzeug engagiert. Zwei neue "weltwärts"-Freiwillige haben sich daraufhin in diesem Jahr von Aalen aus mit dem Zug auf den Weg nach Georgien gemacht.

Gestartet ist er allein mit seinem Fahrrad und Gepäck am 2. August in Batumi, der Hafenstadt in Georgien, um das Schwarze Meer mit der Fähre nach Burgas in Bulgarien zu überqueren. „Zwei volle Tage und drei Nächte nichts als Wasser“, schreibt er. Er hat Bekanntschaft mit einem polnischen Ehepaar gemacht und ist mit ihnen nach Sofia weitergereist. Leider hatte ihn dann erst mal eine Erkältung gebremst und er musste sich ein paar Tage erholen. Die Zeit hat er mit einer Zugreise eingeholt und ist am 14. August mit dem Fahrrad weiter zur rumänischen Grenze gefahren. „Erst durch die verbrannten Felder der Walachei, dann zwischen den aufragenden Felsen vom Balkan und den Karpaten, die Donau entlang; schließlich bis ins flache Siebenbürgen.“

Am 21. August hat er die Grenze nach Ungarn passiert und ist nun auf dem Weg nach Budapest. Von dort aus wird er voraussichtlich einen Reisebegleiter bekommen und weiter die Donau aufwärts nach Deutschland fahren. Geplant ist die Ankunft am 10. September in Donauwörth. Dort wollen ihn dann die aktuell in Aalen bei "act for transformation" arbeitenden Freiwilligen mit dem Fahrrad abholen und die letzte Tagesetappe mit ihm gemeinsam nach Aalen fahren.

Im Herbst 1817 fuhren von Ulm die ersten deutschen Siedler auf Einladung der Zarin mit dem Schiff die Donau hinab nach Georgien. Diesen Weg zurück nimmt nun Kimo Meesenburg mit dem Fahrrad. Er ist gespannt auf noch so manch spannende Begegnung unterwegs. Auf seinem Fahrrad-Shirt steht der Slogan „gemeinsam die Welt FAIRändern“ vom Freiwilligendienst von act for transformation. Mit seiner Tour setzt er ein Zeichen hierfür.

Immer wieder ist bei den Vorbereitungstreffen der weltwärts-Freiwilligen bei act for transformation „unser ökologischer Fußabdruck“ ein Thema, so der Aalener Jürgen Menzel, Projektleiter der Freiwilligendienste. Dabei komme die Frage auf, inwiefern ein weltweiter Freiwilligendienst nur mit klimaschädlichen Flügen möglich ist. So manche Interessierte hätten sich dabei gegen einen Freiwilligendienst in einem weit entfernten Land entschieden oder darüber nachgedacht, wie sie einen CO2-Ausgleich leisten können.

Kimo Meesenburg hat seinen Überlegungen Taten folgen lassen. Die Anreise nach Georgien erfolgte noch mit dem Flugzeug, da coronabedingt die Grenzen in Europe nicht überall offen waren. Doch für seine Rückreise hat er nun das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel gewählt.

Kimos Beispiel hat die neuen Freiwilligen, die ihren Dienst in Georgien und Armenien im September antreten werden, auf jeden Fall schon inspiriert. Zwei von ihnen haben sich entschieden, mit dem Zug und Reisebus nach Georgien zu reisen und sind Mitte des Monats aufgebrochen. Hierfür haben sie zwei Wochen eingeplant, um unterwegs so manche Sehenswürdigkeit anzusehen und mit Menschen in Kontakt zu kommen. Sie sind gegen Corona geimpft, um einfacher die Grenzen passieren zu können. Die anderen Freiwilligen haben sich vorgenommen, einen CO2-Ausgleich für ihren Flug zu leisten.

Unterstützt wird Kimo Meesenburg bei seinem Vorhaben auch von dem Verein Terran aus Freiburg, der sich für ein klimaneutrales Reisen ohne Flugzeug engagiert und bei dem sich Benjamin Köhler, Vorstandsmitglied der Genossenschaft act for transformation, engagiert. Zusammen mit dem Verein soll im nächsten Jahr ein gemeinsames Jahresprojekt umgesetzt werden, um Alternativen zu Flugreisen in internationalen Freiwilligendiensten zu thematisieren und alternative Möglichkeiten aufzuzeigen.

Das Projekt für ein klimagerechtes Reisen kann über die Internet-Spendenplattform „Gut für die Ostalb“ auf Betterplace unterstützt werden.

„Zwei volle Tage und drei Nächte nichts als Wasser.“

Kimo Meesenburg, Freiwilliger bei "weltwärts"

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