Mit Schlagstock auf Marktplatz: Psychisch kranker Mann erneut auffällig

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Polizeibekannter 40-Jähriger mit selbst gebauten Waffen hielt am Mittwochabend auf dem Aalener Marktplatz mehrere Streifen in Atem. Zwei Polizisten leicht verletzt.

Aalen. Er ist bereits polizeibekannt: Der 40-jährige Mann, der am späten Mittwochabend auf dem Aalener Marktplatz in Aalen, bewaffnet mit einer Tonfa (Schlagstock) unterwegs war. Die Polizei musste weitere Streifen hinzuziehen, um ihn anzuhalten und zu kontrollieren. Wie die Polizei berichtet, verhielt sich der Mann, dem der Schlagstock abgenommen wurde, äußerst aggressiv und stand zeitweise mit erhobenen Fäusten vor den Beamten.

Auf einen Beamten sei er losgegangen und habe versucht, auf ihn einzuschlagen. „Daraufhin musste der Mann zu Boden gebracht werden“, teilt die Polizei mit. Zudem wurden ihm Handschellen angelegt. Dagegen leistete er laut Polizei massiven Widerstand. Bei der Durchsuchung des Mannes fanden die Beamten noch ein selbst gebautes Faustmesser sowie eine weitere selbst gebaute Waffe.

Der Mann, der sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand, wurde im Anschluss in ein Krankenhaus gebracht. Durch die Widerstandshandlungen wurden zwei Polizeibeamte leicht verletzt, teilt die Polizei weiter mit.Auf Nachfrage der Schwäbischen Post, ob es sich bei dem Mann um jenen 40-Jährigen Aalener handelt, der durch sein Verhalten im vergangenen Jahr bereits zwei SEK-Einsätze ausgelöst hatte, antwortet Polizeisprecher Bernd Märkle: „Da sage ich nicht nein.“

Zwei SEK-Einsätze ausgelöst

Wir erinnern uns: Der 40-jährige psychisch-kranke Mann versetzt seit zwei Jahren eine Aalener Hausgemeinschaft in Angst und Schrecken. Im August vergangenen Jahres hat er mit einem Messer in der Hand eine Wohnungsnachbarin mit dem Leben bedroht. Mitte September hat er am späten Abend das Personal eines Discounters in der Heinrich-Rieger-Straße ebenfalls mit einem Messer bedroht. In beiden Fällen musste das Spezialeinsatzkommando der Polizei (SEK) angefordert werden, um den Mann dingfest zu machen.

Die Stadt Aalen und das Amtsgericht Aalen sind bereits eingeschaltet. Der springende Punkt: Aufgrund der Rechtslage - zugrunde liegt das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) - kann man den offenbar schwer psychisch kranken Mann nicht so einfach gegen seinen Willen zwingen, sich längerfristig in einer speziellen Einrichtung ärztlich behandeln zu lassen. Und nur ein Gericht kann die längerfristige Unterbringung einer psychisch kranken Person gegen ihren Willen in einer Klinik anordnen.

Dass ein solches Verfahren sehr langwierig ist, hatte der Aalener Amtsgerichtsdirektor Martin Reuff bereits Anfang November auf Nachfrage der SchwäPo angedeutet. Aufgrund seiner neuerlichen Attacke konnte der Mann nun zwar wieder für eine gewissen Zeit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Doch seine Hausnachbarn wissen: „Sobald er wieder zuhause ist, setzt er seine Medikamente wieder ab und der Wahnsinn geht weiter.“

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