Modepark Röther: Die Wogen glätten sich allmählich

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Der Aalener Standort des Modepark Röther in Aalen.
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Gespräche mit der Aalener Stadtverwaltung laufen. Wie Geschäftsführer Michael Röther die Chancen sieht, dass der Modepark in Aalen bleibt.

Aalen

Michael Röthers Ton gegenüber der Aalener Stadtverwaltung ist überraschend moderat geworden. „Die Stadt hat den Gesprächsfaden mit uns aufgenommen“, sagt der Geschäftsführer von Mode Röther, dem Modepark in der Wilhelm-Merz-Straße, im Gespräch mit der SchwäPo. Ob der Modepark in Aalen bleiben wird? „Ich würde mal sagen, ich glaube ja“, drückt sich Röther betont vorsichtig aus.

„Die Gespräche mit der Stadt laufen. Und ich glaube, vielleicht hat sich auch in der Einstellung der Stadtverwaltung etwas getan.“ Dennoch ließe sich noch nichts Konkretes verkünden. „Solange die Chance besteht, versuchen wir in Aalen zu bleiben. Aber der Ball liegt bei der Stadt.“

Im März dieses Jahres hörte sich Michael Röther noch ganz anders an. Sein Ton: harsch bis wütend.

In einer öffentlichen Stellungnahme hatte der Unternehmer angekündigt, sich aus Aalen zurückziehen zu wollen, sollte ihm am seitherigen Standort in der Wilhelm-Merz-Straße künftig keine vergleichbar große Verkaufsfläche mehr zur Verfügung gestellt werden können; beziehungsweise, wenn ihm zugleich die Alternative verwehrt würde, mit dem Modepark in die Westside Shopping World von Johannes Gentner in Aalens Westen zu ziehen.

Wenige Tage später hat dann der Aalener Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit einer Bebauungsplanänderung für das Gentner-Areal im Industriegebiet West zugestimmt. Das ist die rechtliche Grundlage, um einer Ausweitung des innenstadtrelevanten Branchenmixes vor den Toren der City Einhalt zu bieten. Die Mehrheit des Gemeinderats signalisierte, alles dafür zu tun, um Röther am jetzigen Standort zu halten, um damit die Innenstadt zu stärken. Im Gegenzug aber wolle man einer größer werdenden Konkurrenz auf der Grünen Wiese entgegensteuern, weil sie für die Existenz der Innenstadthändler gefährlich werden könnte.

In der Klage steht Urteil noch aus

Hintergrund: Das Areal des Modeparks an der Wilhelm-Merz-Straße liegt in einem städtischen Sanierungsgebiet. Hier soll künftig verdichteter und mehrgeschossiger Wohnbau entstehen. Darum hatte die Stadt die Option auf eine Verlängerung von Röthers Mietvertrag in der Wilhelm-Merz-Straße nicht mehr gebilligt. Und sie hat auch die von Röther vorgeschlagene Alternative abgelehnt, in die Westside Shopping World zu ziehen.

Daraufhin hatte Röther vor eineinhalb Jahren Klage eingelegt gegen die Aalener Stadtverwaltung, weil sie seine Miet-Option mit einer Laufzeit von 15 Jahren abgelehnt hatte. Von dem Urteil, das immer noch nicht vorliegt, macht Röther abhängig, wie es mit dem Modepark in Aalen weitergeht.

Seit dem Beschluss des Gemeinderats im März war es still geworden um die Röther-Thematik. Doch hinter den Kulissen scheinen die Gespräche zu laufen. „Wir sind in ständigem Austausch, ich denke, dass wir im Jahr 2023 mit dem Thema weiterkommen“, sagt Aalens Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle auf Nachfrage. Er hoffe, dass die Stadtverwaltung im ersten Halbjahr 2023 etwas verkünden kann.

Michael Röther stellt klar: „Natürlich müssen die Randbedingungen, zuvorderst die Größe der Verkaufsfläche, vergleichbar sein mit dem aktuellen Standard.“

Aktuell 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche

Der Modepark Röther in der Wilhelm-Merz-Straße hat eine Verkaufsfläche von knapp 6000 Quadratmetern. In früheren Gesprächen mit der SchwäPo hatte Geschäftsführer Michael Röther angesichts der geplanten Neubebauung des Areals betont, dass eine wesentliche Verkleinerung der Verkaufsfläche aus wirtschaftlichen Gründen für das Unternehmen nicht möglich, weil nicht rentabel, sei.

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