Moonwalker erzählt in Aalen

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Prof. Friedrich Wold (l.) und Astronaut Charles Duke
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Astronaut Charles Duke ist Gast an der Aalener Hochschule. Was der einst jüngste Mensch auf dem Mond über seine Erlebnisse mit dem Elektrofahrzeug und der Schwerelosigkeit berichtet.

Aalen Er ist einer von noch vier lebenden Astronauten, die den Mond betreten haben und der einzige, der je ein Auto dort gefahren hat: Charles Duke erzählte jetzt an der Hochschule Aalen vor einem großen Publikum im Studium Generale über seine Erlebnisse als zehnter von zwölf Menschen auf dem Erdtrabanten.

Unterhaltsam, vergnügt, mit einem Augenzwinkern lässt der 86-jährige US-Amerikaner die 400 Gäste in der Aula an seiner Mondmission im Jahr 1972 teilhaben und schlägt mehrmals den Bogen auf die Ostalb.

Er habe gehört, hier an der Hochschule in Aalen habe man Mondstaub gemahlen, spielt der ehemalige Astronaut auf Forschung und Experimente an, wie man mit 3D-Druckern auf dem Mond lebensnotwendige Utensilien herstellen kann. „Wenn Sie noch welchen brauchen, in Houston liegen davon noch vier oder fünf Kilogramm herum“, bietet der Senior mit hellblauem Nasa-Blouson großzügig Nachschub in Richtung Prof. Dr. Gerhard Schneider an. Der Hochschulrektor hatte zuvor den bis dato mit 36 Jahren jüngsten Astronauten auf dem Mond vorgestellt. Es freue ihn, so Schneider, dass es gelungen sei, General Dr. Charles Duke nach 1998 bereits zum zweiten Mal an die Hochschule Aalen zu holen. „Damit sind Sie schon häufiger hier als auf dem Mond gewesen.“

Drei Exkursionen hat der Apollo-16-Astronaut auf dem Mond unternommen. Bei vielen eingebrannt ins Gedächtnis haben sich seine Touren mit dem Elektrofahrzeug über die fein-sandige Mondoberfläche. Doch bevor Duke davon berichtet, beschreibt er seinen Lebenslauf. Er erinnert unter anderem an seine Zeit als Kampfpilot in Ramstein, als Ausbilder an der Testpilotenschule der US Air Force und den Beginn seiner „Nasa-Karriere“ 1966. Seine Mondfahrer-Erlebnisse kommentiert Duke anhand von Fotos und einer 14-minütigen Dokumentation der Apollo-Mission auf den beiden Großleinwänden in der Aula. Dabei läuft er zur Hochform auf. Beschreibt den eindrucksvollen Start, die Schwierigkeiten mit dem Mondfahrzeug, weshalb die Mission fast gescheitert wäre und zeigt Bilder von der Erde und wie er mit einer Schaufel Mondstaub und Gestein einsammelt. Duke spricht auch davon, wie Kommandant John Young und er im Olympia-Jahr auf dem Erdtrabanten eine „Hochsprung-Olympiade“ veranstaltet haben. Die wird ihm beinahe zum Verhängnis, als er in der Schwerelosigkeit die Balance verliert und stürzt. „Ich konnte mich noch zur Seite drehen und meinen überlebenswichtigen Rucksack schützen“, erzählt Duke. Insgesamt 72 Stunden sind er und John Young auf dem Mond, wo der Astronaut ein Bild von sich, seinen zwei Söhnen und Ehefrau Dorothy zurücklässt und nicht nur das: „Das Mondfahrzeug blieb ebenso dort, wie die Kameras mit Objektiven aus Ihrer Region.“

Dorothy ist an diesem Abend in der Aula mit dabei. Und Teil von Dukes Fortsetzung der Erzählungen aus seinem Leben. Jetzt wird er so ganz privat, erzählt von seinem Buch „Moonwalker“ und betont, dass er an Gott glaubt. Das war nicht immer so. Nach dem Ende seiner Nasa-Zeit sei seine Ehe auch am Ende gewesen. Dank Dorothy und einem Bibelstudium – Bibeln zum Mitnehmen liegen am Eingang aus – habe er zum Glauben gefunden und seine Ehe gerettet. Charles Duke bezeichnet sich als harten, ungerechten Vater. Das habe sich geändert, sein Sohn ihm verziehen. So hat Duke heute eine andere Mission. Er reise um die Welt, sagt er, damit die Menschen seine Geschichte kennenlernen und erfahren könnten, dass Gott sie liebe.

Beate Roso hat moderiert, Prof. Friedrich Wolf übersetzt.

Dorothy und Charles Duke mit Hochschulrektor Prof. Dr. Gerhard Schneider in der Aula der Hochschule Aalen
Charles Duke was als jüngster Astronaut 1972 auf dem Mond
Apollo16, Astronaut Charles Duke
Prof. Dr. Friedrich Wolf (l.) und Charles Duke bei der Präsentation in der Aula
Im Bild v.l. Prof. Dr. Friedrich Wolf, Dorothy und Charles Duke, Daniel Seibold, Brian Sepin (beide SMD, Studentenmission in Deutschland) und Hochschulrektor Prof. Dr. Gerhard Schneider
Prof. Dr. Friedrich Wolf (l.) und General Dr. Charles Duke
Charles Duke war 1972 auf dem Mond

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