Museen und der Limes füllen ihren Tag

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Heidrun Heckmann ist die Museumsbeauftragte des Ostalbkreises. Auf dem Dach des Landratsamtes in Aalen lacht sie in die Kamera.
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Die Wasseralfingerin Heidrun Heckmann liebt Geschichte und Geschichten. Als viel beschäftigte Ostalb-Museumsbeauftragte hat sie ihren Traumjob gefunden.

Aalen

Geht es im Landkreis irgendwo um Museen, kommt sie ins Spiel: Heidrun Heckmann. Sie ist die Museumsbeauftragte des Ostalbkreises. Ein Traumjob, findet sie – und wer ihr zuhört, wie sie über ihre Arbeit spricht, glaubt das unbenommen.

Geboren in Wasseralfingen, wo sie bis heute mit ihrem Mann lebt, wurden die Wurzeln für ihre Leidenschaft früh gelegt. Vermeer-Kunstdrucke im Haus, Museumsbesuche, Kulturtrips nah und fern, statt faul im Freibad oder an südlichen Stränden liegen – "meine Eltern waren sehr kulturinteressiert und haben mir das auch mitgegeben", sagt Heidrun Heckmann.

Dass sie irgendwann beruflich etwas mit Museen zu tun haben will, war ihr schon in der Schule klar. Studiert hat Heidrun Heckmann in Bamberg Volkskunde, Kunstgeschichte und Denkmalpflege. "Hätte ich eine Mark für jedes Touri-Foto auf der Oberen Brücke bekommen, auf dem ich zufällig d'rauf bin, mein Studium wäre ratzfatz finanziert gewesen", lacht sie. Humor ist wichtig, wenn man Orchideenfächer studiert, hat sie gelernt, aber auch, dass "Volkskundler so breit ausgebildet werden, dass sie überall durchkommen". Und wieder ist da ihr Lachen.

Wobei, große Schwierigkeiten ins Berufsleben zu starten, hatte Heidrun Heckmann nicht. "Ich war quasi die Vorzeige-Volkskundlerin. Eine Woche nach dem Examen hatte ich den ersten festen Job und seither arbeite ich ununterbrochen. Ungewöhnlich in einem Metier, in dem sich viele von Projekt zu Projekt hangeln müssen", sagt sie.

Begonnen hat das Berufsleben für Heidrun Heckmann in Wasseralfingen. Der Umzug des Heimatmuseums ins Bürgerhaus stand an. Ein Konzept und eine Weiterentwicklung mussten her. Heidrun Heckmann lieferte beides im Rahmen ihrer Magisterarbeit. Alle waren hoch zufrieden, die Uni Bamberg und die Stadt Aalen. Und im Rathaus sagte Bürgermeister Dr. Eberhardt Schwerdtner ihr: "Jetzt haben Sie das entwickelt, jetzt setzen Sie das auch um."

Sie erhielt eine befristete Stelle und schnell wuchsen die Aufgaben. 1997 lotste Landrat Klaus Pavel die fleißige Fachfrau zur Kreisverwaltung und wieder wuchsen ihre Aufgaben.

53 individuelle Museen

53 Museen zählt der Landkreis, vorwiegend Heimatmuseen, "aber Heimatmuseum, das ist ja heute viel, viel mehr als die Abbildung bäuerlicher Kultur", sagt sie. Alle unterschiedlich seien die Einrichtung, alle individuell, gleich sei allen nur, dass überall fachkundige und hochengagierte Leute mithelfen, diese Museen zu stemmen.

"Ich bin ein freies Angebot, das oft und gerne genutzt wird", lacht sie wieder. Zu bieten hat Heidrun Heckmann Beratung auf allen Feldern des musealen Bereichs. Geht's um konzeptionelle Fragen, um Ausstellungen, Museumspädagogik, Veranstaltungen, den Sammlungsbestand oder Wettbewerbe – Heidrun Heckmann hilft gerne weiter.

Ich sehe mich als Ratgeberin im Dialog, und das funktioniert sehr gut.

Heidrun Heckmann Kreismuseumsbeauftragte

Zudem hält sie die Ostalb-Museumsmacher in allen Bereichen stets auf dem Laufenden. Vor allem in Corona-Zeiten allein schon ein Fulltime-Job.

Vorschreiben will sie den Museumsleuten nichts, eingreifen muss sie nur, wenn Objekte falsch gelagert werden und Schaden droht. "Ich sehe mich als Ratgeberin im Dialog und das funktioniert sehr gut", meint sie.

Darüber hinaus leitet sie den Arbeitskreis Museen im Ostalbkreis. Dort organisiert sie Schulungen, Besichtigungen, Exkursionen und zweimal im Jahr ein Informationsforum. Die Ostalb-Museen überregional ins beste Licht zu rücken, auch das ist ihre Aufgabe. Werbung für den Tourismus eben. Sonderaktionen, wie die Nacht der Museen, die Betreuung des digitalen Landkreis-Internetauftritts in ihrem Bereich, Veröffentlichungen, Vorträge halten, auf Landesebene in Fachkreisen Präsenz zeigen, Stadtführer und Gästebetreuer schulen und gerne immer wieder selbst mal eine Museumsführung anbieten – "mir wird's nicht langweilig", sagt sie.

Der Limes ruft

Kein Zweifel, denn seit 2009 ist sie überdies in Sachen Weltkulturerbe Limes gefordert. "Ganz ehrlich, früher war Rom ja nicht so meine Epoche, aber ich musste mich darauf einlassen und habe den Spaß daran entdeckt." Diese Herangehensweise empfiehlt sie jedem. "Gehen Sie unvoreingenommen in ein Museum oder zu einem Vortrag, lassen Sie sich darauf ein, so entdecken Sie immer wieder Neues und Spannendes", ist sie sicher.

Die Römer hat sie inzwischen ins Herz geschlossen. "Ägypten ist weit weg. Rom war hier. Das ist ein Stück Geschichte, die sich hier abgespielt hat. Faszinierend", strahlt sie.

Um das Limestor in Dalkingen kümmert sie sich komplett. Dazu kommt eine ellenlange Liste von Aufgaben im Zusammenhang mit dem Limes. Das reicht von der Akquise von Fördergeldern, über das Limes-Marketing, die Limes-Cicerones oder die Mitwirkung in thematischen Arbeitskreisen im Land.

Elf Kathedralen in zwölf Tagen

Bei so viel Heimat- und Altertumskultur, da schreit man am Feierabend doch nach leichter Kost, oder? "Kost? Klar, fein essen gehen ist immer schön, Freunde treffen auch und reisen, aber mein Mann und ich haben es im Urlaub auch schon mal auf elf Kathedralen in zwölf Tagen gebracht", lacht sie wieder. "Zum Glück ist er Archäologe und macht das mit."

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