Wort zum Sonntag

Muttertag und danke sagen

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Irmgard Wiest, Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung

Aalen. An diesem Sonntag werden viele ihrer Mutter Danke sagen für Dinge, die täglich selbstverständlich verrichtet werden: Die Wäsche und die Wohnung in Ordnung halten, einkaufen, kochen, zuhören und vieles mehr. Wir alle wissen, dass dies nicht nur Mütter tun, sondern auch viele andere Menschen ein Dankeschön verdienen. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai ist Muttertag – im Kalender vermerkt und nicht nur von Blumenläden, sondern auch von anderen Geschäften rechtzeitig angekündigt.


Ob der Muttertag noch zeitgemäß ist und was aus ihm geworden ist, darüber lässt sich sicher streiten. Aber jemandem Danke zu sagen für Dinge, die viel zu oft als selbstverständlich genommen werden und Menschen Wertschätzung zu zeigen, das sollte nicht nur am Muttertag sein. Vielleicht will der Muttertag gerade darauf aufmerksam machen!?
In diesem Jahr kommen mir besonders die Mütter in den Blick, die gemeinsam mit ihren Kindern ihre Heimat verlassen, um Sicherheit zu finden. Ich denke an Mütter, die mit ihren Kindern gerade in Kellern leben und dafür sorgen, dass wenigstens ab und zu ein wenig „Kindheit“ spürbar ist. Und da sind die Mütter, die Angst um ihre Männer und Söhne haben, weil sie im Krieg  sind.
Es sind alles Mütter, die tun, was ihnen möglich ist und nach Perspektiven suchen – nicht nur für sich –, sondern besonders auch für die Menschen, die ihnen anvertraut sind. Ja, vielleicht kann der Muttertag in diesem Jahr Anlass sein, um auf unser Leben zu schauen und uns erinnern, dass wir vieles nicht selbst können, sondern anderen zu verdanken haben.

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