Nach Corona: Kulinarische Meile muss erneut entfallen

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Musste schweren Herzens die Kulinarische Meile für dieses Jahr absagen: Tina Morassi, die nicht nur die Geschäftsführung des Weinmarkts Grieser von ihrem verstorbenen Ehemann Alfons Wiedemann übernommen hat, sondern auch die Organisation des Gourmettempels auf dem Spritzenhausplatz.
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Der Genusstempel auf dem Spritzenhausplatz fällt den Pandemie-“Nachwehen“ zum Opfer. Warum einige Wirte abgesprungen sind.

Aalen. In den vergangenen beiden Jahren musste sie wegen Corona entfallen. Und auch in diesem Jahr muss Aalen auf seine beliebte Kulinarische Meile auf dem Spritzenhausplatz verzichten. Die Corona-„Nachwehen“ – dazu zählen Personalprobleme in der Gastronomie und ein durch eine Vielzahl von Hochzeiten und sonstigen Familienfeiern eng getakteter Terminplan der Wirte – hat die Organisatorin Tina Morassi, Inhaberin und Geschäftsführerin des Weinmarkts Grieser, letztlich zu dieser Entscheidung gezwungen.

„Schweren Herzens“, wie sie betont. Schließlich zählt die Kulinarische Meile zum Lebenswerk ihres vor eineinhalb Jahren verstorbenen Ehemanns Alfons Wiedemann. Auf Initiative des einstigen Inhabers und Geschäftsführers des Weinmarkts Grieser wurde die Kulinarische Meile 1995 aus der Taufe gehoben. „Es liegt mir sehr am Herzen, sein Lebenswerk in seinem Sinne fortzuführen“, macht Tina Morassi deutlich.

Das Datum für den traditionellen Genießertempel auf dem Spritzenhausplatz war im Terminkalender des Citymanagements schon gesetzt. Von 15. bis 19. Juni – wie immer über den Fronleichnams-Feiertag – sollten Spitzenköche aus Aalen und der Umgebung wieder auf dem Platz unter den Platanen ideenreiche und außergewöhnliche Speisen auftischen. „Ein immenser Aufwand, der jedem Betrieb viel Organisation, Zeit und zusätzliche Arbeitskraft abverlangt“, weiß Tina Morassi. „Denn der heimische Gaststättenbetrieb muss ja parallel weiterlaufen.“ 

Daher müsse so ein großes Gastro-Event gut durchdacht, und mit anderen Veranstaltungen der Gastronomen abgestimmt und deshalb frühzeitig vorgeplant werden. „Die Kulinarische Meile braucht einen Vorlauf von mindestens einem Dreivierteljahr“, betont Tina Morassi. 

Doch vor einem Dreivierteljahr, im Herbst 2021, blockte die Omikron-Variante noch den Terminkalender, der Gastronomiebetrieb war nur sehr eingeschränkt möglich, größere Events durften nicht stattfinden. Keiner der Wirte wusste, wie es im Frühjahr weitergehen würde. Morassi: „Die Unsicherheit war groß. Jeder musste sich erst einmal um den eigenen Betrieb kümmern, an eine weitsichtige Vorausplanung war nicht zu denken. Es gab zu wenig Zusagen für die Kulinarische Meile.“ 

Und als dann Anfang April mit der neuen Corona-Verordnung des Landes die allermeisten Einschränkungen in der Gastronomie weggefallen sind, war das schon zu spät. „So etwas kann man nicht kurzfristig im April oder Mai entscheiden“, bestätigt Martin Hald vom Landgasthof Hirsch in Neunheim. Hald ist einer der Mitglieder im Verein „Kulinarische Meile“. 

Citymanager Reinhard Skusa bedauert den erneuten Ausfall des größten mobilen Wirtshauses in der Region sehr. „Wichtig ist, dass wir durch die Bemühungen von Tina Morassi auch ein paar neue interessierte Wirte fürs nächste Jahr gefunden haben. Daher heißt es jetzt: Augen zu und durch, mit aller Vorfreude auf eine Kulinarische Meile in 2023.“

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