Nach dem Erdbeben in Kroatien kommt Hilfe aus Aalen

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Sprechen über die Erdbebenkatastrophe in Kroatien (von links): Vilim Koretic, Paula Matic und Wolfgang Sedlmeier.
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Hunderte Menschen verloren ihr Zuhause. Caritas und Pfarrer rufen zur Spende auf.

Aalen. Ein Erdbeben mit der Stärke 6,2 erschütterte Kroatien am 29. Dezember. Tausende verloren ihr Zuhause. Vor allem in den Städten Sisak und Petrinja kam es zu zahlreichen Zerstörungen. Acht Menschen sind dabei bereits gestorben. Doch ein Ende der Erdbeben ist nicht in Sicht. Knapp drei Wochen nach dem ersten Erdbeben, gibt es noch weitere Nachbeben.

Dem Pfarrer der kroatischen Gemeinde in Aalen, Vilim Koretic, geht das Ganze besonders nah. Er war bereits zweimal vor Ort und sah das Leid in den Gemeinden. "Viele Gebäude wie Kirchen und mehrere Häuser von Familien sind nun zerstört", sagt er. Was für die Betroffenen besonders schwer ist. Denn in Kroatien sei es zu dieser Jahreszeit fast noch kälter als in Deutschland.

Die Leute versuchen, sich dort mit einem Lagerfeuer zu wärmen. Als Notunterkünfte stehen Wohncontainer zur Verfügung. "Für viele der Menschen aber war das Erdbeben ein so traumatisches Erlebnis, dass sie Angst haben, dass auch diese einstürzen könnten", sagt die Leiterin des Kroatisch-Aalener Pastoralrats, Paula Matic.

Es handle sich dabei um ein Gebiet, welches bereits von den Kriegen stark angeschlagen ist. "Es gibt dort keine gute Infrastruktur und auch die Häuser wurden aus billigem Baumaterial gebaut", sagt der Pfarrer. Es wurde bereits angefangen, neuere Häuser zu bauen, doch auch diese hat das Erdbeben teils zerstört. Aber nicht nur Unterkünfte wurden zerstört, sondern auch wichtige Arbeitsplätze. "Darunter eine Eisen- und Stahlfabrik und auch die Ölraffinerie", sagt Koretic.

Doch für Hilfen und Notunterkünfte wird gesorgt. Dafür greift der kroatische Pfarrer auch in die eigene Tasche. "Es gab zwei Familien in meinem Heimatort, denen ich unbedingt helfen wollte", sagt Koretic. In Dortmund habe er Ende Dezember einen Wohnwagen gekauft und diesen nach Kroatien gefahren. "Innerhalb von zwei Tagen bin ich 3000 Kilometer gefahren, um der Familie zu helfen."

Später hat er auch einer sechsköpfigen Familie geholfen. Auch deren Haus wurde zerstört und zwei der vier Kinder haben eine Behinderung. "So habe ich in Dortmund noch einen Wohnwagen gekauft und auch der Familie geholfen", sagt er.

Wie der Pfarrer engagieren sich weitere Personen und Organisationen bei dem Wiederaufbau. Ganz vorne die Caritas. "Nur darüber werden Spendengelder gesammelt und fließen davon direkt nach Kroatien", erklärt der kroatische Pfarrer. Ganz toll sei vor allem, dass sich auch viele junge Leute engagieren, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen, sagt Matic.

"Es ist schön zu sehen, wie die Notfallhilfen, einen perspektivischen Anstoß für den Wiederaufbau zeigt", sagt auch der katholische Pfarrer Wolfgang Sedlmeier.

Wer helfen will, spendet auf das Konto der katholischen Gesamtkirchengemeinde Aalen. IBAN: DE15 6145 0050 0110 0044 08. Stichwort: "Erdbebenhilfe Kroatien".

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