Nach dem Festival ist vor dem Festival

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Wenn das Vereinsorchester spielt, dann kommen die Massen. Der Verein wünscht sich einen ähnlichen Zuspruch für den zweiten festivaltag, "denn die Bands haben das verdient", meint Flex.
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Trotz finanziellem Verlust: Die Macher ziehen ein positives Fazit über die 20. Auflage und haben das Jahr 2022 bereits im Blick.

Aalen. Michael „Flex“ Flechsler strahlt, so wie alle anderen Galgenbergfreunde beim „Helferessen“ am Sonntag am Laubachstausee. Das Festival ist vollbracht. Zwei Tage tolle Musik, Party, Begegnung und ganz viel Spaß, der die Pandemie in den Hintergrund rückte.

Am Sonntagvormittag wurde das ehemalige Gaskesselareal geräumt. Viel Arbeit noch einmal, aber der Einsatz hat sich gelohnt. Die Drei-G-Regeln seien akzeptiert worden, Hygiene- und Sicherheitskonzepte hätten funktioniert, freut sich Flex im Gespräch mit der SchwäPo.

Die Stimmung war glänzend, und die Riders Connection, die bereits am Freitag da waren, hätten sich überlegt, gleich neue Vereinsmitglieder zu werden, „so begeistert waren die Musiker“, sagt Flex. „Wer Mitglied werden will, wir freuen uns über jeden, einfach auf unsere Homepage gehen. Nur beim Vereinsorchester gibt es einen Aufnahmestopp“, sagt Flex.

Großartig sei das Engagement aller Helferinnen und Helfer gewesen, auch die Zusammenarbeit mit den Behörden habe einwandfrei geklappt. Ein Umstand aber trübt die Freude bei Flex. „Wenn ich sehe, welch großartige Musik wir am Samstag geboten haben, dann sind einfach viel zu wenig Besucher gekommen. I-Fire, Riders Connection und vor allem Norbert Schneider hätten ein viel größeres Publikum verdient gehabt. Jeder, der da war, wird mir das bestätigen.“

Dass der Samstag, vielleicht auch wegen des Wetters nicht so stark besucht war, bringt dem Verein ein sattes Minus in die Kasse. Von einem hohen vierstelligen Betrag, spricht Flex. Verlust habe man aber erwartet bei einem Festival unter Corona-Bedingungen. Dass der Verein nun in Existenznot gerät, das hofft Flex nicht. Zum Glück habe man Sponsoren. „Ohne die wäre das Festival nicht machbar, besonders in Zeiten der Pandemie“, weiß Flex. Großartig sei, dass keiner der Unterstützer abgesprungen sei in der Vakanz 2020, und dass manche ihren Einsatz für dieses Jahr gar verdoppelt haben. „Das gibt uns Hoffnung und ist Ansporn zugleich.“

Das ehemalige Gaskesselareal hat sich als Festivalgelände bewährt. Mit dem Backsteinensemble ringsum gibt es einen „Hauch von Grünbaum-Innenhof, wie früher“, meint Flex. Ob es dort weitergehen kann ist, wie jedes Jahr, aber fraglich. So lange die Stadt das Gelände nicht verkauft, planen die Galgenbergfreunde mit dem Areal. „Wir erfahren das wohl in den nächsten Monaten“, sagt Flex.

Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken sei insgesamt „super“. Die Stadtwerke liefern nicht nur Infrastruktur und Logistik, sondern sind auch Geldgeber für das Festival, betont Flex. Dass es diesmal keine Disco gab, schade, aber nicht zu ändern, und auch in Zukunft sehe es dort eher schlecht aus, mit tanzen nach der Livemusik, meint Flex. Die Arbeiten am Dach des Backsteingebäudes, in dem die Disco immer lief, seien eine größere Herausforderung und die Stadtwerke würden auf dem Areal wohl kaum mehr investieren, sagt der Vorsitzende der Galgenbergfreunde.

Der Verein halte daher stets die Augen offen nach einem geeigneten Veranstaltungsort, „aber einen zu finden, das ist richtig schwierig“, räumt Flex ein. „Ohne Pandemie rechnen wir wieder mit bis zu 1700 Besuchern, der Platz muss daher groß genug sein, diese zu fassen und die Infrastruktur dazu haben und alle Sicherheitsaspekte erfüllen“, sagt Flex. Und weiter: Es müsse ein Platz sein, auf dem man mit Maschinen arbeiten könne. „Das darf auch bei Regen keine Schlammwüste werden, das geht vielleicht bei einem Metal-Open-Air, aber nicht mit unserem Publikum“, weiß Flex.


Doch Flex und der Verein bleiben optimistisch und zukunftsgewandt, denn während die 20. Auflage des Galgenberg-Festivals gerade einmal über die Bühne gegangen ist, denken die Macher bereist an das kommende Festival. „Wir sichten gerade mögliche Bands“, sagt Flex. Einfacher sei das Booking trotz Pandemie aber nicht geworden. „Alle Künstler freuen sich zwar, dass sie wieder spielen können, aber viele holen nun Konzerte nach, die im vergangenen Jahr verschoben wurden. Und das Zeitfenster für Open-Airs in Deutschland ist eng“, weiß Flex. Dennoch ist er zuversichtlich: „Ich glaube, wir haben jedes Jahr tolle Künstler geholt, das wird uns wieder gelingen und dann kommen vielleicht an einem Samstag endlich mal genau so viel Leute wie an einem Freitag.“

Das Galgenberg-Vereinsorchester, in der Mitte, Flex.
Galgenbergfestival Vorsitzender Michael Flechsler am Mikrofon.

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