Nach dem 2:0 waren die Hoffnungen dahin

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Das ein oder andere Mal hätte die deutsche Nationalelf das Runde fast ins Eckige gebracht. Allerdings eben nur fast. Das Spiel Deutschland gegen England endete mit dem EM-Aus.
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Das Aus für Deutschland. Was in der Aalener Innenstadt beim vorerst letzten Spiel der DFB-Elf los war und welche Emotionen dabei hochkamen.

Aalen

Fast pünktlich zum Anpfiff des Achtelfinales Deutschland gegen England hat sich das Wetter dann wieder beruhigt. Ob der Regen die Fans der Nationalelf aus der Innenstadt verscheucht hat? Nein. Allerdings verfolgen die meisten das Spiel im Trockenen. Stimmung kommt dabei trotzdem auf.

Auf den Straßen und Gassen ist am Dienstagabend eher weniger los. Vereinzelt sind kleine Grüppchen unterwegs. Wo hingegen mehr geht: in Kneipen, Cafés und anderen Lokalen. Auch aus einzelnen Fenstern hört man unverkennbar das Achtelfinale schallen. Doch auch sonst ist die Fußballstimmung hörbar. Und das nicht nur bei den Fans im Stadion.

Torchancen der Nationalelf lassen die Fans, die in Kneipen in der Helferstraße das Spektakel beobachten, an die Kanten ihrer Stühle rücken. Einige Male wird's knapp. Der Treffer bleibt leider aus. Was auch den ein oder anderen Fan verzückt: Neben David Beckham sitzt Sänger Ed Sheeran im Stadion.

Kurze Euphorie

Die erste Halbzeit bleibt ruhig, endet ohne Treffer für beide Mannschaften. Dann kommt in der zweiten Hälfte die Chance für Deutschland. Gosens flankt zu Kai Havertz, der versucht's. Pickford war aber noch dran und lenkt die Kugel über die Latte. Schade! Aber knapp vorbei ist bekanntlich auch daneben. Die Fans in der Kneipe sind hingegen von der Chance angestachelter, als die 47 Spielminuten davor. Die kurze Euphorie vom fast greifbaren Tor geht in Spannung in der Luft über.

Weiter geht's auf dem Platz. Ein Konter der englischen Mannschaft sorgt bei dem ein oder anderen Fan für Haareraufen. Doch ein Treffer bleibt aus. Timo Werner wird ausgewechselt. Aus einem Haus in der Aalener Innenstadt hört man einen ihm gewidmeten „Fangesang“. Zwischen den Mannschaften geht es weiter hin und her. Dann kommt die Vorlage von Luke Shaw auf Raheem Sterling. Der macht das Ding. Deutsche Fans senken den Blick. Nur einer freut sich für England. Sei's ihm gegönnt. Die Stimmung ist etwas getrübt, aber es bleibt dennoch spannend.

In der 80. Minute müssen die Fans dann noch einmal in den sauren Apfel beißen, als Thomas Müller das Tor knapp verpasst. Aber noch ist Zeit. Zeit, die die Engländer nutzen. Denn nur kurz darauf, in der 86. Minute, schenken sie den deutschen Jungs auf dem Platz das 2:0 ein. Und mit dem nun fast unvermeidbaren Sieg schwinden auch die Hoffnungen der Fans. Der ein oder andere Wechsel wird vom scheidenden Bundestrainer Joachim Löw noch angeordnet. Doch ein Aalener Fan hat schon aufgegeben. „Da hilft gar nichts mehr“, sagt er zu seinem Sitznachbarn. Er hat recht: Mit 2:0 endet die Partie. Im Achtelfinale – und zum letzten Mal mit Jogi Löw – scheidet Deutschland aus der EM aus. Da haben auch die Fans keine Lust mehr. Fanartikel werden abgenommen, Rechnungen bezahlt und Plätze geräumt. Wer an diesem Abend hupt, hat wohl entweder ein Problem oder freut sich für die Engländer.

Da hilft gar nichts mehr.“

Ein Fan der DFB-Elf

Was nach dem Spiel noch los war

Nachdem die Fans langsam den Heimweg antreten, ist auch in Aalen nicht mehr viel los. „Absolut ruhig“, bezeichnet die Polizei auf Anfrage die Situation nach dem Spiel.

Auch Autocorsos und Fanversammlungen sieht man weniger. Ein Auto, gespickt mit italienischen Flaggen, fährt hupend durch die Innenstadt. Andere erkennbare England-Fans sind ebenfalls hupend in Aalen unterwegs und halten teilweise die englische Flagge aus dem Fenster. Deutsche Fans hingegen zeigen sich eher gefrustet. Wer will's ihnen verübeln?

Wenigstens einer hat sich so richtig über Englands ersten Treffer gefreut. Sei's ihm gegönnt!

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