Nach Stromschlag: Verlegung des Skaterparks gefordert

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Von der Hochbrücke aus ergibt sich dieser Überblick über die Situation. Der Skaterpark befindet sich neben den Gleisen. Zwei Zäune trennen den Platz von der Bahnanlage ab. Außerdem warnen Schilder vorm Betreten der Gleise.
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Nach zwei tragischen Unfällen fragt ein Aalener, wie Kinder und Jugendliche besser geschützt werden können. So reagieren Stadt und Bahn.

Aalen

Bestürzt war ein 48-jähriger Aalener, als er am Mittwoch von dem Unglück erfuhr. Am Vormittag war eine 16-Jährige in der Nähe des Skaterparks an der Hochbrücke gestorben. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ist sie auf den Container eines Güterzugs geklettert, der auf den Gleisen am Skaterpark abgestellt war, und erlitt einen Stromschlag aus der Oberleitung.

Der 48-Jährige, der anonym bleiben möchte, erinnert sich an einen ähnlichen Fall im September 2019. Ein 16-Jähriger war an selber Stelle auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert und erhielt ebenfalls einen Stromschlag. Er überlebte, erlitt aber laut Polizeibericht schwerste Verbrennungen. Dass so etwas gleich zweimal innerhalb eines Jahres passiert, bringt den Aalener zum Nachdenken. "Der Skaterpark ist ein Anziehungspunkt für 10- bis 18-Jährige", sagt er. Die Nähe zu den Gleisen ist seiner Meinung nach sehr gefährlich. "Der Skaterpark ist am falschen Platz", sagt der 48-Jährige. Wenn er nicht verlegt werden könne, könne die Stadt zumindest die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen. Einen höheren Zaun bauen oder zusätzliche Warnschilder aufstellen, nennt er als Beispiele. "Mir geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine Lösung", sagt der 48-Jährige. Darum, dass etwas Ähnliches nicht wieder passiert.

Der Skaterpark ist am falschen Platz.

48-jähriger Aalener

"Die Skateranlage ist mit einem stabilen Zaun gesichert und grenzt nicht an das Bahngelände an", sagt Karin Haisch, Pressesprecherin der Stadt. Ein weiterer Zaun sichere die Gleisanlagen ab. "Wir können nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Zusammenhang zum Standort der Skateranlage feststellen", sagt Karin Haisch. Das illegale Betreten der Gleisanlagen könne an jeder Stelle lebensgefährlich sein. "Trotzdem werden wir uns zeitnah mit der Deutschen Bahn verständigen, was darüber hinaus getan werden muss, damit es nicht erneut zu solch tragischen Ereignissen kommt." Welche Schutzmaßnahmen geeignet sind, will die Stadtverwaltung mit der Bahn besprechen.

"Der Unfall wird noch untersucht und wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu weiteren Details nicht äußern können", sagt eine Sprecherin der Bahn. "Selbstverständlich unterstützen wir die Ermittlungsarbeiten der zuständigen Behörden." Dazu gehöre auch die Frage nach möglichen Maßnahmen, die abzuleiten sind. Laut Polizeisprecher Holger Bienert geht es bei den kriminalpolizeilichen Ermittlungen in solchen Fällen darum, eine mögliche Fremdeinwirkung festzustellen. "Diesbezüglich scheint der Fall klar", sagt er. Die 16-Jährige sei bisherigen Erkenntnissen zufolge aus freien Stücken auf den Container geklettert. Zudem habe die junge Frau "spontan, plötzlich und für alle unvorhergesehen" gehandelt. Holger Bienert spricht von einem "tragischen Unglück" und fügt an: "Die Frage nach dem Warum wird womöglich unbeantwortet bleiben."

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