Nachtgebet möglich, trotz Arrest

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An diesem Dienstag beginnt der Ramadan. Was ist in Zeiten von Ausgangssperre und Pandemie möglich.

Aalen. An diesem Dienstag beginnt der Fastenmonat Ramadan. Mit ihm verbinden die Muslime einen Monat lang gemeinsame nächtliche Gebete und das gemeinsame Fastenbrechen am Abend. Wie Murat Göl, stellvertretender Vorsitzender der Fatih Moschee Aalen, auf Nachfrage erklärt, kann das knapp halb-stündige Nachtgebet nach 21 Uhr trotz Ausgangssperre stattfinden. Warum das funktioniert, erklärt der Vize der Muslimischen Gemeinde auf Nachfrage.

"Nachdem ich von der Diskussion um die Ausgangssperre erfahren habe, habe ich mich für beide Moscheen am Montag an die Stadt Aalen und in der Folge an das Landratsamt gewandt", sagt Göl. Laut Landratsamt erlaubt die Coronaverordnung des Landes den "Aufenthalt außerhalb der Wohnung für religiöse Veranstaltungen". Dazu zählen unsere Nachtgebete während des Ramadans. Da jedoch eine bundesweite Pandemie-Regelung ausstehe, lasse sich nicht sagen, wie lange die Gebetsabende in der Fatih- und Ditib-Moschee erlaubt seien.

Ordnungsamt kontrolliert

"Die Pandemie bedeutet – wie für alle – jede Menge Einschränkungen", bedauert Murat Göl. Die Muslimische Gemeinde habe seit Sommer vergangenen Jahres bereits ein Hygiene-Schutzkonzept und sämtliche Anforderungen umgesetzt. So gebe es beispielsweise keine Waschungen vor dem Gebet, jeder habe seinen persönlichen Gebetsteppich, am Eingang müsse man – kontrolliert – seine Kontaktdaten hinterlassen. "Seit Januar melden wir zudem jede Veranstaltung mit mehr als zehn Personen dem Ordnungsamt", sagt Göl. Das bedeute, jede Gebetszeit sei der Aalener Behörde gemeldet und bekannt. Ein Mal wöchentlich gebe es einen Kontrollbesuch der Ordnungshüter während eines Gebets. "Wir halten uns an die Vorschriften", versichert Murat Göl.

Im Ramadan verzichten

Aber er bezeichnet es als großen Verzicht, wenn jetzt im Monat Ramadan kein Fastenbrechen gemeinsam gefeiert werden könne und die Gebete daheim alleine gebetet werden. "Es kommen nur wenige zu den Gebeten in die Moschee", sagt der Vize-Vorsitzende. Dabei stehe Ramadan dafür "gemeinsam zu sein". "Wir machen alles, damit jeder sicher ist", sagt er. So werde man nach Sonnenuntergang in der Moschee lediglich acht Rakat statt der sonst üblichen 20 Beugungen verrichten, um den Aufenthalt vor Ort auf ein Minimum zu reduzieren. Auch Treffen danach gebe es nicht.

Auflagen einhalten

"Da bereits im vergangenen Jahr der Ramadan unter Corona-Bedingungen stattfand, sind die Kontaktbeschränkungen sonstigen Auflagen der Corona-Verordnung nichts Neues für die Vorstände der Moscheen", erklärt die städtische Pressesprecherin Karin Haisch.

"Vergangenes Jahr haben wir auf das gemeinsame traditionelle Fastenessen in der Gemeinschaft ganz verzichtet", erinnert Cigdem Celik, stellvertretende Vorsitzende der Ditib-Moschee Aalen. Wie Murat Göl verweist auch sie auf die geltenden Abstands- und Hygieneregeln und versichert, dass die Auflagen eingehalten werden. Der Kontakt zu den zuständigen Behörden sei stets eng.

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