Natur-Kita bei den Gartenfreunden

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Natur-Kita bei den Gartenfreunden
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Die neue Kita an der Fachsenfelder Schule wird voraussichtlich erst im Herbst 2023 an den Start gehen. Welche Lösung den Betreuungsnotstand bis dahin lindern soll.

Aalen

Für das drängende Kinderbetreuungsproblem in Fachsenfeld zeichnet sich eine zeitnahe Lösung ab: Auf dem Vereinsgelände der Gartenfreunde Fachsenfeld wird ab dem 1. Juni eine Natur-Kita eröffnen. Es handelt sich um eine zeitlich begrenzte Zwischenlösung, bis die neue Kita an der Fachsenfelder Schule fertiggestellt ist. Darauf haben sich die Mitglieder des Finanzausschusses des Aalener Gemeinderats am Mittwoch in öffentlicher Sitzung einstimmig geeinigt.

Gesondert abgestimmt wurde auf Antrag von Nadine Patzelt (CDU) über den Standort für die „TigeRaupen“. Dabei handelt es sich um ein Angebot für die Kindertagespflege mit bis zu sieben Plätzen für unter Dreijährige. Die Stadtverwaltung hatte den nicht-denkmalgeschützten Gebäudeteil „Küche und Café“ des Fachsenfelder Schlosses dafür vorgeschlagen.

Fachsenfelds Ortsvorsteherin Sabine Kollmann berichtete vom Wunsch der Ortschaftsräte, nach anderen Räumlichkeiten zu suchen. Und Nadine Patzelt plädierte, diese Entscheidung zu verschieben, bis ausreichend Personal für die Kindertagespflege gefunden sei. Am Ende indes ging der Vorschlag der Stadtverwaltung mehrheitlich durch; mit einer Gegenstimme und einigen Enthaltungen (CDU).

Kita frühestens ab Herbst 2023

Doch zurück zur Kita: Nach einiger Zeitverzögerung, bedingt unter anderem durch Lieferengpässe, kann die neue Kita an der Schule laut Stadtverwaltung frühestens im Herbst 2023 an den Start gehen.

Das Problem ist akut, im Ort fehlen derzeit rund 40 Betreuungsplätze für alle Altersgruppen, mit steigender Tendenz. Die Natur-Kita soll diese Not teilweise lindern. Denn damit, so Katja Stark, Leiterin des Amtes für Soziales, Jugend und Familie, können 20 Kinder ab drei Jahren betreut werden.

Ein „charmanter“ Standort

Mit seiner Entscheidung für den vereinseigenen Festplatz der Gartenfreunde folgte das Gremium der Empfehlung des Fachsenfelder Ortschaftsrates. Dieser hatte sich in der vergangenen Woche schon einstimmig für diesen Standort ausgesprochen. Und damit nicht für die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Alternative auf dem Gelände des Fachsenfelder Schlossparks.

Amtsleiterin Katja Stark benannte die Vorteile des ihrer Meinung nach „charmanten“ Standorts bei den Gartenfreunden: viele Parkplätze direkt vor dem Gelände, Vereinsheim und WC-Anlage der Gartenfreunde könnten mitgenutzt werden. Auch Wasser- und Stromanschlüsse seien vorhanden.

Ein Wagen für die Natur-Kita

Das Gremium hat am Mittwoch auch gleich den Auftrag zur Lieferung eines Natur-Kita-Wagens vergeben: an die Firma Wagenbau Junginger aus Nattheim, zum Preis von maximal 90 000 Euro. Zusätzliche 30 000 Euro sind für weitere bauliche Maßnahmen und Beschaffungen eingeplant.

OB Frederick Brütting hatte für diese Vergabe geworben, da die Firma Junginger der einzige Anbieter sei, der zeitnah noch im laufenden Kita-Jahr einen Wagen liefern könne. „Der Wagen ist transportabel, so dass er künftig auch an anderen Standorten für Interimslösungen eingesetzt werden kann.“

Ähnlich hatte Brütting zuvor auch den Standort der „TigerRaupen“-Kindertagspflege im Fachsenfelder Schloss beworben. „Die Räumlichkeiten sind gut geeignet, man braucht nicht in die Bausubstanz eingreifen.“ Die Ausgabe von Kaffee und Getränken, die gewöhnlich nur an den Wochenenden stattfinde, werde laut Brütting dadurch nicht beeinträchtigt. Im Namen der Stiftung Schloss Fachsenfeld erinnerte Brütting daran, dass an diesem „historischen Ort“ schon Ende des 19. Jahrhunderts Kindererziehung stattgefunden habe. „Eine Kindertagespflege würde das Schloss zusätzlich beleben“, meinte der OB.

Das sagen die Stadträte

Sigrun Huber-Ronecker (Grüne) lobte die charmante Idee: Kindertagespflege unter der Woche und am Wochenende Kaffeebetrieb. Helmut Gentner (SPD) empfahl, die Kindertagespflege im Schloss in Betrieb zu nehmen, sobald Personal gefunden ist. Für die Personalakquise sei der Landkreis zuständig, informierte Amtsleiterin Katja Stark.

Die Entscheidung muss jetzt fallen. Sonst verärgern wir die Eltern.“

Doris Klein, Grünen-Stadträtin

„Inge Birkhold (Zählgemeinschaft Birkhold-Traub) findet das Schloss für die Kindertagespflege besser geeignet, als etwa die Scherrenmühle am Kocher. Doris Klein (Grüne) appellierte an die CDU-Fraktion, sofort abzustimmen. „Die Entscheidung muss jetzt fallen. Sonst verärgern wir die Eltern in Fachsenfeld.“

Künftiger Standort der Natur-Kita auf dem Vereinsgelände der Gartenfreunde in Fachsenfeld.

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