Neben der Aal ist viel Potenzial

  • Weitere
    schließen
+
Die Aal fließt diagonal durch das Quartier (mit roten Strichen umrandet), für das jetzt ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Das Gebiet liegt südöstlich von Sankt-Johann-Friedhof und Reiterkastell und zeichnet sich aus durch kurze Wege ins Stadtzentrum. Bild: Stadtmessungsamt Aalen Grafik: ca
  • schließen

Welche Entwicklungsmöglichkeit die Stadt Aalen im Quartier zwischen Mauerstraße, Hofackerstraße und Friedrichstraße erkennt.

Aalen

Da geht noch was, da ist noch Luft nach oben", sind sich Stadtverwaltung und Gemeinderäte sinngemäß einig. Die Rede ist von einem knapp fünf Hektar großen Quartier südöstlich von Limesmuseum, Reiterkastell und Sankt-Johann-Friedhof. "Zwischen Mauer-, Brunnen-, Hofacker- und Bischof-Fischerstraße" lautet der Arbeitstitel des neu aufzustellenden Bebauungsplans. Bei der Vorberatung am Donnerstag gaben die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) eine klare Empfehlung an den beschließenden Gemeinderat.

Laut Baubürgermeister Wolfgang Steidle liegt in diesem Gebiet viel ungenutztes Potenzial, das es im Sinne des integrierten Stadtentwicklungskonzepts "Attraktives Aalen 2030" neu zu ordnen gilt. Dabei geht es sowohl um die Erweiterung von vorhandenen Nutzungen als auch um neue Strukturen. "Das Gebiet eignet sich für den Ausbau von zentrumsnahen zeitgemäßen Wohnformen sowie von Dienstleistungseinrichtungen", heißt es in der Sitzungsvorlage.

Zentrales Element dabei ist die Aal, die diagonal durchs Quartier fließt. Das tut sie bislang weitgehend unbemerkt – mit wenigen Ausnahmen. Eine solche ist etwa der bestehende kleine Platz beim alten Eichamt mit einer kleinen Holzbrücke über die Aal. Eine von lediglich zwei Querungsmöglichkeiten über das Bächlein. Was fehlt, so Steidle, ist eine innerörtliche Grünvernetzung entlang der Aal, durch die das Gebiet attraktiver werden würde. Gleichzeitig will die Stadt das Bächlein erlebbar – zumindest wahrnehmbar machen; beispielsweise mit Gewässerrandstreifen sowie Rad- und Fußwegeverbindungen. Denn die Berücksichtigung von Klimaschutz und ökologischen Aspekten ist stets wichtiges Ziel zeitgemäßer Stadtplanung.

Allerdings ermöglichen die gewachsenen Strukturen und Eigentumsverhältnisse kaum einen öffentlichen Zugang zur Aal. Ein Gehweg entlang des Bächleins und eine Renaturierung seien deshalb nicht möglich.

Ein attraktives Quartier mit Entwicklungspotenzial.

Wolfgang Steidle Baubürgermeister

Im Quartier selbst befindet sich zwar keine großflächige Brache. Aber es gibt einige leerstehende und wenig genutzte Gebäude mit städtebaulichem Verbesserungspotenzial.

Dabei handelt es sich hier wieder um eine Maßnahme der Innenentwicklung. "Durch die zentrale Lage mit kurzen Wegen zu Schulen, Kitas sowie zu anderen öffentlichen Einrichtungen und ins Stadtzentrum ist das Quartier attraktiv und hat Entwicklungspotenzial", ist sich Steidle sicher. Mit einer Grünvernetzung des Gebiets soll hier die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Gleichzeitig ist der neue Bebauungsplan für Stadtverwaltung und Gemeinderat auch ein Instrument, um die künftige Nutzung von Brachflächen, ungenutzten Grundstücken und Leerständen im Sinne einer attraktiven Stadtentwicklung steuern zu können. Heißt: Mit dem Bebauungsplan werden Gebiete definiert, in denen eine Ansiedlung etwa von Vergnügungsstätten und Wasserpfeifengaststätten nicht kollidiert mit der weiteren städtischen Entwicklung.

Inge Birkhold (CDU) spricht von einem interessanten Gebiet und beantragt für ihre Fraktion, die Abgrenzung des Plangebiets etwas zu erweitern. Diese Ansicht teilen auch Michael Fleischer (Grüne), Albrecht Schmid (SPD), Norbert Rehm (FDI), Emil Pöltl (AfD) und Claus Albrecht (FW). Letzterer sieht, wie viele andere Räte auch – das "enorme Potenzial" dieses Quartiers; "zum Beispiel im Bereich der Wäscherei Groß".

Steidle sagte den Räten zu, dass das Stadtplanungsamt relativ rasch deren Anregungen auf eine Erweiterung des Gebiets prüfen werde.

Teilweise Gebäude aus dem 19. Jahrhundert

Das Quartier befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum und ist geprägt von unterschiedlichen Wohnnutzungen, von Büroflächen, Einzelhandel, Dienstleistungen, Vergnügungsstätten und dem ehemaligen Eichamt.

Die Bebauung entspricht teilweise noch dem ursprünglichen Gebäudebestand von Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Einige Anbauten und neuere Gebäude stammen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und aus dem 21. Jahrhundert (beispielsweise das Boardinghouse an der Gartenstraße).

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL