Netto-Filiale: Bäume gefällt, neue werden gepflanzt

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Am Netto-Markt in der Alten Heidenheimer Straße sind Bäume gefällt worden und Büsche verschwunden. Die Genehmigung dazu lag vor. Foto: Oliver Giers
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Für den Umbau der Netto-Filiale in der Alten Heidenheimer Straße mussten Bäume und Büsche weichen. Warum das Projekt der Firma Merz Objektbau zufolge trotzdem nachhaltig ist.

Aalen

Wegen Umbau geschlossen ist die Netto-Filiale in der Alten Heidenheimer Straße. Einer SchwäPo-Leserin ist aufgefallen, dass dazu auch Bäume gefällt wurden und Büsche verschwunden sind. Und das im Sommer „während der Brut- und Nistzeit der Vögel“, schreibt sie an die Redaktion und fragt sich, ob dafür eine Genehmigung vorgelegen ist.

Hintergrund: Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es zwischen März und September verboten, in Gärten und Grünanlagen Bäume, Büsche, Hecken und andere Gehölze zu fällen oder zu entfernen. Das Gesetz lässt aber unter bestimmten Voraussetzungen auch Ausnahmen zu.

Sowohl Stadtverwaltung als auch Landratsamt bestätigen auf Nachfrage, dass in dem Fall die Genehmigung dafür vorgelegen hat. „Im Rahmen der Baugenehmigung wurde die Fällung von zehn Bäumen genehmigt mit der Auflage einer Nachpflanzung“, teilt die städtische Pressesprecherin Karin Haisch dazu mit.

Bauherrin ist die Firma Merz Objektbau. Maike Merz erläutert dazu in einer schriftlichen Stellungnahme: „Bei der Fällung wurde selbstverständlich der Artenschutz berücksichtigt und sicher gestellt, dass es bei den entfernten Gehölzen keine brütenden Vogel und/oder Vogelnester gab.“ Um den Standort zukunftsfähig zu machen, mussten ihr zufolge auch die Außenanlagen angepasst werden. „Nach Abstimmung mit dem Bauordnungsamt ist straßenbegleitend die Pflanzung von drei neuen Bäume sowie die Erweiterung der straßenbegleitenden Begrünung eingeplant.“

Darüber hinaus verbessere das Unternehmen die Ökobilanz des Standortes deutlich. Dazu zählt Merz weitere Maßnahmen auf: „Alle Stellplätze werden anders als im Bestand mit wasserdurchlässigem Pflaster ausgeführt.“ Der Grünstreifen westlich hinter dem Gebäude in Richtung Bahnlinie werde neu bepflanzt. Außerdem ist geplant, die Dächer auf 330 Quadratmeter zu begrünen. „Hier schaffen wir freiwillig einen Beitrag für Retention und ein verbessertes Mikroklima“, sagt Merz.

Weiter zählt sie auf: „Die bestehenden Module der Photovoltaikanlage werden gegen leistungsfähigere getauscht und erweitert.“ Merz rechnet vor, dass die Anlage künftig 87 780 Kilo CO2 jährlich einspart. Das ist ihr zufolge so viel CO2, wie 7022 Buchen binden.

„Wir verzichten auf einen Abriss des Bestandes und erhalten somit die im Gebäude enthaltene graue Energie“, so Merz weiter. Das Gebäude werde energetisch saniert und erhalte eine neue Gebäudetechnik. „Hierdurch wird der jährliche Energiebedarf um 110 000 Kilowattstunden gesenkt“, rechnet sie vor. „Wir erzielen mit unserer Baumaßnahme in vielen Punkten eine deutliche ökologische Verbesserung der Bestandssituation und zeigen, wie eine Überführung eines alten Supermarktes in die heutigen Anforderungen an nachhaltiges Bauen erfolgen kann.“

Baustelle der Generalsanierung der Netto-Filiale an der Alten Heidenheimer Straße. Im Zuge Arbeiten wurden Bäume gefällt.
Der Netto-Markt an der Alten Heidenheimer Straße wird umgebaut.

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