Neu im Ostalb-Klinikum: die Schockwellen-Therapie

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Die Grafik stellt Kalkablagerungen in einem Blutgefäß dar. Bislang wurden diese mit einer Art Ballon behandelt. Die neue Schockwellen-Therapie soll schonender und effektiver sein. Symbolbild: MP - stock.adobe.com
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Künftig werden im Ostalb-Klinikum Kalkablagerungen in Blutgefäßen per Stromstoß entfernt. Das soll schonender sein als die bisherige Methode.

Aalen

Seit Oktober ist Professor Dr. Peter Seizer Chefarzt der Kardiologie am Ostalb-Klinikum in Aalen. Mit ihm kam auch eine neue Methode zur Behandlung von "verkalkten" Blutgefäßen. Gemeint ist die Arteriosklerose, eine chronische Erkrankung der Schlagadern. Seizer verspricht sich von der neuen Methode mehr Erfolg bei geringerem Risiko für den Patienten.

Mit elektrischen Schockwellen will das Kardiologie-Team des Ostalb-Klinikums Kalkablagerungen in Blutgefäßen, wie Adern und Herz, behandeln. "Das ist toll für den Patienten", freut sich Chefarzt Seizer. Die elektrische Behandlungsmethode sei extrem schonend gegenüber den Blutgefäßen. Bei den Kalkablagerungen hingegen zeige die Elektrizität ihre Wirksamkeit. "Es nimmt dem Kalk die Stabilität", erklärt Seizer. Die Ablagerung zerbrösele durch die elektrische Behandlung. Da sich der Kalk in der Gefäßwand ablagere, müssen sich Patienten keine Sorgen um Überreste in der Blutbahn machen.

Das ist toll für den Patienten.

Professor Dr. Peter Seizer Chefarzt der Kardiologie

Aber wie kommt Kalk in ein Blutgefäß? "Das lagert sich mit der Zeit ab", erklärt Seizer. Dabei gebe es mehrere Ursachen, wie hoher Blutdruck oder eine cholesterinlastige Ernährung. Hauptverursacher sei das Rauchen. "Erst im Verlauf wird es dann richtig hart", sagt Seizer.

Bislang wurden Kalkablagerungen in Blutgefäßen mit einer Vorrichtung behandelt, die an einen Ballon erinnert. Dieser wird mit Luft aufgepumpt, um die Ablagerung zu zerstören. Kräfte von 20 Bar Druck sind dabei keine Seltenheit. "Das ist mehr, als in einem Autoreifen", sagt Seizer. Bei diesem Verfahren gebe es allerdings zwei Risiken. Zum einen könne die Ablagerung trotz des Drucks im Blutgefäß bestehen bleiben. Zum anderen könne durch den Druck auf dem Instrument das Blutgefäß verletzt werden. Die Schockwellen-Therapie sei der Methode mit dem Ballon in diesen Punkten überlegen, da die Ablagerungen besser entfernt werden können und die Methode schonender für die Gefäße ist.

Professor Dr. Peter Seizer (l.) demonstriert Landrat Klaus Pavel und Oberbürgermeister Thilo Rentschler die Methode.

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