Neue DRK-Leitstelle für Aalen

  • Weitere
    schließen
+
In Sichtweite zum bestehenden Rettungszentrum will das DRK eine neue größere Leitstelle bauen. Das Grundstück liegt zwischen Bischof-Fischer-Straße und Parkstraße.
  • schließen

Warum das DRK im Greut einen Neubau plant. Und warum keine Aufstockung des bestehenden Rettungszentrums möglich ist.

Aalen

Das DRK will in Aalen eine neue, eine größere und den aktuellen technischen Voraussetzungen angepasste Rettungsleitstelle bauen. Das Baugrundstück ist bereits ermittelt – es handelt sich um die freie Grünfläche zwischen Bischof-Fischer-Straße und Parkstraße im Greut; in Sichtweite zum bestehenden Rettungszentrum.

Weil für das Vorhaben eine Bebauungsplanänderung nötig ist, hat Aalens Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle in öffentlicher Sitzung die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) erstmals über das Vorhaben informiert.

Warum eine neue Leitstelle nötig ist, erläuterten DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Wagner und DRK-Kreisverbandsvorsitzender Dr. Eberhard Schwerdtner: Die alte Leitstelle ist 40 Jahre alt und war einst ausschließlich für den Altkreis Aalen konzipiert. Wagner: "Der Anspruch an Kompetenz und Technik steigt stetig und damit auch die Zahl der Mitarbeiter." Seit 2006 ist Aalen als landesweit erste integrierte Regionalleitstelle Ostwürttemberg zuständig für zwei Landkreise: den Ostalbkreis und den Kreis Heidenheim. Heißt: Von Aalen aus werden Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz in zwei Landkreisen koordiniert und zudem auch der kassenärztliche Notfalldienst.

Die Perspektive der Zukunft: Fakt ist: Die Aufgabenerfüllung der Leitstelle muss auch dann gewährleistet sein, wenn sie selbst – etwa im Katastrophenfall – ausfällt. Dazu braucht es eine andere sogenannte redundante Leitstelle, die in diesem Fall einspringt. Laut Wagner ist eine solche Redundanz zwischen Aalen und Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) geplant.

So ist die neue Leitstelle geplant: Wagner spricht von einem dreigeschossigen Bau und einer umbauten Fläche von 1600 Quadratmetern, für Mitarbeiter und Technik, für Büros und Sanitärräume. Parkflächen im Untergeschoss, Technik in der ersten Ebene, Leitstellenraum, Administration, Führungs- und Stabsräume in der zweiten Ebene.

Kosten: Prognostiziert sind 16

Millionen Euro, davon tragen laut Wagner 50 Prozent die Krankenkassen, die anderen 50 Prozent teilen sich die Landkreise Ostalb und Heidenheim.

Beabsichtigter Baubeginn: "Wenn der Beschluss rasch gefasst wird, könnten wir vielleicht schon im Jahr 2021 beginnen", sagt Matthias Wagner.

Wir sind ganz am Anfang des Verfahrens.

Wolfgang Steidle Erster Bürgermeister

Warum im Greut? Das Grundstück unweit des Rettungszentrums bezeichnet Schwerdtner als optimal. "Da brauchen wir nur Leitungen über die Straße zu legen und können das Netzsystem des Rettungszentrums nutzen."

Aufstockung nicht möglich: Laut Baubürgermeister Wolfgang Steidle ist das bestehende Rettungszentrum vor zehn Jahren aufgestockt worden. Eine weitere Aufstockung sei aus statischen Gründen nicht vertretbar.

Öffentliche Bürgerinformation: "Wir sind ganz am Anfang des Verfahrens", meinte Steidle. Aufgrund der Corona-Verordnungen habe die vom DRK vorbereitete öffentliche Bürgerinformation noch nicht stattfinden können. "Das wird in den nächsten Wochen nachgeholt."

Das sagen die Räte: Der Gemeinderatsausschuss gab zwar noch keine Empfehlung ab für das Vorhaben. Signalisierte aber grundsätzliche Zustimmung. "Als Stadtrat bin ich stolz, wenn ich mit dazu beitragen kann, dass so eine wertvolle Infrastruktur für die Ostalb und darüber hinaus in Aalen angesiedelt wird", betonte CDU-Sprecher Thomas Wagenblast.

Auch die SPD-Fraktion werde "sehr gerne" zustimmen, meinte Andrea Hatam.

Für die Grünen schloss sich Doris Klein ihren Vorrednern an. Sie will aber noch geklärt haben, welche anderen Erweiterungsoptionen geprüft wurden, was genau in dem Gebäude untergebracht wird und wann die Anlieger informiert werden.

Auch Claus Albrecht (FW) ist wichtig, dass die Anlieger im Greut zeitnah informiert werden. Zudem hätte er sich gewünscht, dass das Projekt zunächst den Gemeinderäten in nicht-öffentlicher Sitzung vorgestellt worden wäre.

Norbert Rehm (FDI) pflichtete ihm bei: "So entsteht jetzt bei den Bürgern der Eindruck, dass das alles Makulatur ist, was die Anlieger dazu anmerken werden. Weil die fertigen Pläne schon auf dem Tisch liegen."

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL