Neuer Chefarzt im Ostalb-Klinikum will „das beste Ergebnis für die Patienten herausholen“

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endoskopie

Der neue Chefarzt Privatdozent Dr. Stefan Gölder hat in der Medizinischen Klinik I noch einiges vor.

Aalen. Vor einem halben Jahr hat Privatdozent Dr. Stefan Gölder die Nachfolge von Professor. Gerhard Kleber am Ostalb-Klinikum angetreten. Seitdem leitet der 47-Jährige die Medizinische Klinik I als Chefarzt. Und hat in dieser Funktion noch einiges vor.

Die Umstände zu seiner Einführung waren andere als bei „gewöhnlichen“ Chefarzt-Einsetzungen. Eine Einführungsveranstaltung im Mai 2021 fiel coronabedingt aus. Dennoch hat sich Privatdozent Dr. Stefan Gölder schnell in seine neue Position eingefunden. „Ich bin äußerst herzlich empfangen worden und habe hier ein tolles und engagiertes Team“, freut er sich.

Das Aufgabengebiet des Spezialisten sind hoch komplexe endoskopische Eingriffe. Zu ihm kommen Patienten mit gesundheitlichen Problemen oder bösartigen Veränderungen an der Speiseröhre, der Leber, der Galle, der Bauchspeicheldrüse, den Lymphknoten, im Bereich des blutbildenden Systems oder auch der Lunge. Die Fußstapfen seines Vorgängers Prof. Kleber waren groß, doch auch Gölder hat sich bereits in jungen Jahren einen Namen in seinem Fachgebiet gemacht.

Bevor er die Chefarztstelle am Ostalb-Klinikum übernommen hat, war er fast 15 Jahre an der Universitätsklinik Augsburg tätig, zuletzt als geschäftsführender Oberarzt. Dort hat er etwas geschafft, was bisher nur wenigen gelang: Er habilitierte sich mit einer neuen Methode zur endoskopischen Therapie von Speiseröhrenerkrankungen; und das zu einem Zeitpunkt, als Augsburg noch gar keine Universität war. So erhielt er den Titel „Privatdozent“. Zum Spezialisten wurde er in Augsburg vom amtierenden Präsidenten der Europäischen Gesellschaft für Endoskopie, Prof. Dr. Helmut Messmann, ausgebildet.

Von dieser Erfahrung haben in den vergangenen sechs Monaten bereits viele Patienten profitiert. „Ich habe in Aalen nicht nur eine hochmoderne technische Ausstattung, sondern vor allem sehr hohe Standards vorgefunden“, berichtet der Chefarzt. „Mit dem Darmkrebszentrum und dem Pankreaszentrum gibt es seit vielen Jahren ideale Voraussetzungen für die Behandlung von Krebserkrankungen“, ist Gölder überzeugt. Die Leitung beider Zentren teilen sich Chefarzt Prof. Dr. Marco Siech für den chirurgischen Bereich und Dr. Gölder für den endoskopischen und diagnostischen Bereich.

Die Behandlung von Krebserkrankungen ist ein wesentlicher Schwerpunkt in Dr. Gölders Abteilung, der Gastroenterologie. Entscheidend sei hier vor allem eine frühe Diagnostik. „Insbesondere der Darmkrebsvorsorge kommt eine hohe Bedeutung zu, sowohl bei Männern als auch bei Frauen bleibt dies bundesweit die zweithäufigste Krebserkrankung“ so Gölder.

Moderne Technik und tolles Team

„Endoskopie ist Teamarbeit“, ist Gölder überzeugt und freut sich, am Ostalb-Klinikum ein erfahrenes Team aus Ärzten und Pflegekräften zu haben. Dennoch spielen durch die sich ständig entwickelnde Technik auch neue Verfahren eine große Rolle.

Wie beispielsweise bei der endoskopischen Submukosadissektion – kurz ESD. Hinter diesem komplizierten Begriff steckt ein nicht minder kompliziertes, aber für Patienten erfolgversprechendes Verfahren, bei dem Gewebeveränderungen im Magen-Darm-Trakt an einem Stück abgetragen werden. „Zum Einsatz kommt dies beispielsweise bei frühen Krebsstufen und bringt hervorragende Ergebnisse“, sagt Gölder, der diese in Japan entwickelte Methode selbst bei Forschungsprojekten in Tokio und Nagano kennenlernen konnte. Die Technik wird seit einigen Jahren auch in Aalen eingesetzt.

Auch an Ideen für Neuerungen mangelt es nicht. Denkbar sind laut Göldert absehbar computergestützte Endoskopieanwendungen, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Technisch sei man bereits heute auf einem topmodernen Stand. Wichtig ist dem Chefarzt jedoch, hier am Ball zu bleiben, um das Maximale für die Versorgung der Patienten herauszuholen.

Privat war der Umzug nach Aalen mit der ganzen Familie für ihn keine Frage. „Ich bin mit dem Ostalbkreis verwurzelt, bin in Mutlangen geboren, ging in Gmünd zur Schule und bin jetzt gerne Aalener“. Dr. Gölder ist verheiratet und hat drei Kinder.

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