9-Euro-Ticket und Tankrabatt – so wird das Angebot in Aalen genutzt

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Das 9-Euro-Ticket gilt ausschließlich für den Nahverkehr.

Ab dem 1. Juni gilt das 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr. Zudem gibt es auf den Benzinpreis nun einen Rabatt für Autofahrer. Wie die Aalener diese Angebote nutzen.


Aalen. Bahnfahren für 9 Euro einen Monat lang. Das Benzin günstiger als in den Wochen zuvor. Der 1. Juni war der Stichtag, ab dem die für die Bürgerinnen und Bürger entlastet werden sollen. Das machte sich auch an denn Aalener Bahnsteigen und Zapfsäulen bemerkbar.

Wer das 9-Euro-Ticket nutzt

Seit morgens halb 5 steht Renate Weber im Backcafé des Aalener Bahnhofes. „So ab 6 Uhr morgens war schon mehr los als sonst“, sagt sie und bedient den nächsten Kunden. Auch um 8 Uhr fließt der Besucherstrom noch beständig - wenn auch nicht gewaltig. „Man sieht ja, dass die alle mit dem Rucksack kommen. Aber am Wochenende werden es sicher noch mehr“, so Renate Weber. Das 9-Euro-Ticket sei ja eine tolle Sache: „Wenn ich nicht nicht arbeiten würde, würde ich auch damit fahren.“

Auch Philipp Schmidt findet das 9-Euro-Ticket prima. Kurz vor halb 8 steht er mit dem Ticket in der Tasche am Bahngleis 2 in Richtung Ellwangen. Er ist auf dem Weg zur Arbeit - Schmidt pendelt immer mit dem Zug. „6,80 Euro zahle ich sonst täglich für das Fahren mit der Bahn“, sagt er. Mit dem 9 Euro-Ticket spart er eine Menge Fahrgeld.

Richtung Ulm geht es für Inge Stütz. Sie kommt aus Böbingen und ist auf dem Weg in die Reha. „Ich wäre so oder so mit dem Zug gefahren“, sagt sie. „Aber das ist schon klasse. Da freut sich jetzt auch die Rentenversicherung, die das Ticket zahlt.“ Inge Stütz fährt insgesamt ein, bis zweimal im Jahr mit dem Zug. „Der Fahrkartenautomat ist sonst nicht mein Freund, aber diesmal hat es prima geklappt“, erzählt sie. Für das Ticket gebe es einen extra Button, den habe sie gedrückt, das sei ganz unkompliziert gewesen.

Einen unkomplizierten Ablauf des Tages habe es trotz des 9-Euro-Tickets auch beim Busverkehr gegeben, so OVA-Geschäftsführer Peter Rau: „Wir hatten heute am ersten Gültigkeitstag des 9-Euro-Tickets im Vergleich zu den Vortagen rund 20 Prozent mehr Fahrgäste in den Bussen. Das ging problemlos, alle hatten genügend Platz im Bus“, sagt er.

Doch für manche ist das günstige Ticket trotzdem keine Alternative. Kurz nach 17 Uhr tankt Bernd Schmied sein Auto bei Gartenmeier in Unterkochen voll. Die Preise für den Liter Benzin sind wie angekündigt gesunken. Darauf hat der Auszubildende, der jeden Tag von Unterkochen nach Ellwangen pendelt, schon gewartet. „Ich habe am Montag noch mal so viel reingetankt, dass es bis heute reicht“, erklärt er. Für 9 Euro monatlich zu seiner Ausbildungsstelle zu kommen, sei natürlich wünschenswert. Doch die liegt an der Autobahn. „Ich müsste also in Aalen und Ellwangen umsteigen und wäre eineinhalb Stunden unterwegs“, sagt er. Allein für den Hinweg. Der dauere mit dem Auto aber nur 25 Minuten. Über die rund 20 Cent, die er nun weniger für den Liter Benzin., zahlt, freut er sich deshalb. „Auch, wenn nur 40 Liter in den Tank passen.“

Vernünftige Kunden

Schmied hat vollgetankt, so wie die meisten, die am Mittwoch die Tanksäulen ansteuern. „Rund 80 Prozent machen das“, sagt Sandra Dambacher, die seit dem Vormittag hinter der Kasse bei Gartenmeier abkassiert. „Es ist auf jeden Fall viel mehr als sonst“, sagt sie.

„Die Doppelte bis Dreifache“ Menge Benzin mehr als sonst hat Wolfgang Scherer von der Esso-Tankstelle bis am späten Nachmittag verkauft. Und das trotz der Baustelle, die ab dem Kreisel in Richtung Wasseralfingen den Verkehr umleitet. Seitdem sei weniger los bei ihm. Doch nicht an diesem Mittwoch. „Der Chef musste schon um 7 Uhr kommen“, sagt seine Frau Karin Scherer, die den Frühdienst machte. „Die Kunden waren aber alle vernünftig“, sagt Wolfgang Scherer. Das Chaos blieb aus.


Befristet: 9-Euro-Ticket und Tankrabatt

Für 9 Euro monatlich können Bürgerinnen und Bürger einen Monat lang im Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland fahren.
Um das Tanken günstiger zu machen, wurde mit dem Stichtag 1. Juni auch die Energiesteuer mit dem Entlastungspaket der Bundesregierung gesenkt. Das Entlastungspaket gilt vorläufig bis Ende August.

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