Noch fünf Wochen im Amt: Wie OB Rentschler den Übergang gestaltet

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Ein Thema, das Rentschler und Brütting bereits besprochen haben, sind die städtischen Finanzen. Wichtig dabei: Das Ausschreibungsergebnis zum Steg liegt vor.

Aalen

Ein bisschen wehmütig zeigt er sich bereits. Noch fünf Wochen ist Thilo Rentschler als Aalener OB im Amt. Anschließend wechselt er als Hauptgeschäftsführer zur IHK Ostwürttemberg. Aalener Oberbürgermeister wird ab Oktober Frederick Brütting. Beide führen Rentschler zufolge bereits Gespräche. "Ich möchte ihn unterstützen, damit Frederick gut reinkommt", sagt er.

Gerüchten, dass Rentschler bereits Termine für die IHK wahrnimmt und sich dorthin mit dem Dienstwagen der Stadt Aalen fahren lässt, widerspricht er. "Natürlich bin ich mit dem IHK-Präsident in regelmäßigem Austausch", sagt der OB. Er selbst nehme aber keine Termine als gewählter IHK-Hauptgeschäftsführer wahr. Er trete nur als Aalener OB auf. Manche würden ihn dabei aber bereits in seiner zukünftigen Position wahrnehmen.

"Nehmen wir die Verabschiedung von Herrn Zillert als Beispiel", sagt er. Hintergrund: Elmar Zillert war der Leiter der Arbeitsagentur Aalen und wurde Ende Juli in den Ruhestand verabschiedet. "Zu diesem Termin bin ich als OB eingeladen worden", sagt Rentschler. Natürlich hätten ihn am Rande dieses Termin bereits einige auf IHK-Themen angesprochen. "Ähnlich wird es bestimmt beim Antrittsbesuch von Michael Salomo sein", sagt Rentschler. Der 32-Jährige ist seit Anfang August Oberbürgermeister in Heidenheim. "Den Antrittsbesuch wird er beim Aalener OB machen", sagt Rentschler. Bestimmt würde man bei der Gelegenheit aber auch schon über IHK-Belange und die weitere Zusammenarbeit sprechen.

Ein Thema, das Rentschler bereits mit Brütting besprochen habe, sind die städtischen Finanzen. Kämmerin Daniela Faußner arbeite im Moment am Finanzzwischenbericht. Der steht Rentschler zufolge noch in der Sitzungsrunde im September auf der Tagesordnung. Den sogenannten Kassensturz, den im Moment alle Seiten fordern, sieht der OB eher kritisch. Denn zwischen den Zeilen stünde dabei, dass die Kassen leer und die Finanzen ungeordnet seien. Beides ist laut Rentschler nicht der Fall.

Die Steuereinnahmen würden trotz Corona-Krise höher ausfallen als erwartet, Corona-Hilfen von Bund und Land seien geflossen, Kosten für Großprojekte seien nicht explodiert. "Die Ausschreibungsergebnisse für den Steg liegen im Rahmen", sagt Rentschler. Hintergrund: Der Steg über die Bahngleise soll Stadtoval und Innenstadt verbinden. Architekt Werner Sobek hatte im Mai dem Gemeinderat eine neue Kostenberechnung über 8,71 Millionen Euro vorgestellt. Das Gremium stimmte zu, den Steg unter diesen Bedingungen europaweit auszuschreiben. Die detaillierten Ausschreibungsergebnisse werden dann im Gemeinderat vorgestellt, bevor das Gremium über die Vergabe entscheidet.

Rentschler habe Brütting empfohlen, den Haushaltsplanentwurf ein wenig später einzubringen als üblich. Im November und Dezember könnte er in den Gremien beraten werden, im Januar verabschiedet. "Man kann nicht das Amt als Oberbürgermeister antreten und drei Wochen später den Haushalt einbringen", sagt Rentschler. Er habe damit dann nichts mehr zu tun. "Aber ich bin ja nicht aus der Welt", sagt Rentschler. "Ich übernehme in anderer Funktion Verantwortung für die Region."

  • Verabschiedung und Amtseinführung
  • Verabschiedung: OB Thilo Rentschlers Amtszeit endet am 30. September. Am Freitag, 24. September, wird er in der Stadthalle verabschiedet. Die Veranstaltung ist nur für geladene Gäste.
  • Amtseinführung: Frederick Brüttings Amtszeit als OB beginnt am 1. Oktober. Offiziell ins Amt eingesetzt wird er am Dienstag, 5. Oktober, ab 18 Uhr in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung in der Stadthalle. Stadtrat Thomas Wagenblast (CDU) wird ihm den Amtseid abnehmen.

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