NovoPlan: Neuer Besitzer am Tag nach dem Großbrand

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Äußerlich sind die Schäden an dem Firmengebäude, die ersten Schätzungen zufolge in die Millionen gehen, nicht zu sehen.
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Während in der Aalener Robert-Bosch-Straße nach der Brandursache geforscht wird, hat die Schweizer De Martin-Gruppe zum 1. Januar den Oberflächenspezialisten übernommen.

Aalen. Das Aalener Unternehmen NovoPlan, das am Silvestermorgen Opfer eines Großbrandes mit mutmaßlichem Millionenschaden wurde, hat schon am darauffolgenden Tag den Besitzer gewechselt. Den Verkauf an die Schweizer De Martin-Gruppe hatte die NovoPlan GmbH bereits am 20. Dezember mitgeteilt. Während Sachverständige vor Ort nach den genauen Brandursachen forschen, war die Geschäftsleitung von NovoPlan nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

1987 von Burkhard Hamer gegründet und seit der Jahrtausendwende in der Robert-Bosch-Straße im Industriegebiet West ansässig, hat sich NovoPlan nach eigenen Angaben als Produktionsdienstleister für High-Tech-Beschichtungen etabliert und vor allem den Formen- und Werkzeugbau sowie die Halbleiterindustrie beliefert. Beschäftigt sind 40 Mitarbeiter. "Mit der Übernahme durch die Schweizer De Martin Gruppe aus Wängi, Thurgau, per 1. Januar 2022 schafft das hochspezialisierte, gründergeführte Unternehmen hervorragende Voraussetzungen für sein Weiterbestehen", teilte die Firma gut eine Woche vor dem Großbrand mit.

Für die De Martin-Gruppe entspreche die Akquisition einer "hochindustriellen Logik", verkündete Unternehmenschef und Inhaber Thomas De Martin. Der international tätige Nischenplayer im Bereich funktioneller Oberflächen könne sich mit der NovoPlan vor allem im Halbleitersektor besser positionieren. "Wir kommen um zu bleiben, zu investieren und an den Standorten Aalen und Essingen weiteres Wachstum zu ermöglichen", äußerte De Martin die Absichten der Käuferin. Der Schweizer Beschichtungsspezialist hat bereits 2015 mit einer Akquisition in Neustadt/Aisch einen ersten Produktionsstandort im Ausland geschaffen.

"Wir sind froh, einen Käufer gefunden zu haben, der die Möglichkeiten hat, das hoch spezialisierte Knowhow weiter zu entwickeln und das Geschäft in die Zukunft zu führen", wurde Gründer Burkhard Hamer anlässlich der Übernahme zitiert. Die vollständige Übernahme der Anteile sichere den langfristigen Fortbestand des Unternehmens und biete seiner hochqualifizierten Mannschaft neue Perspektiven.

Die schriftliche Anfrage, inwieweit die Produktion am Standort Aalen trotz der Brandfolgen weiterlaufen kann und welche Teile des Gebäudes betroffen sind oder verschont blieben, ließ die Geschäftsleitung von NovoPlan unbeantwortet. Auch telefonisch ist das Unternehmen seit dem Brand nicht erreichbar.

Wie berichtet, war der Großbrand in dem Firmengebäude am Silvestermorgen ausgebrochen. Personen wurden nicht verletzt. Die Lösch- und Aufräumarbeiten, an denen neben 50 Einsatzkräften der Feuerwehr auch das THW beteiligt war, zogen sich bis in die Abendstunden hinein.

Äußerlich sind die Schäden an dem Firmengebäude, die ersten Schätzungen zufolge in die Millionen gehen, nicht zu sehen.

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