Nun wird's ernst: Plan für Rathaussanierung wird beraten

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Im September 1975 wurde das Rathaus eröffnet. Abreißen, sprengen, sanieren – die Diskussion über die Zukunft des Rathauses wird seit einigen Jahren geführt.

Am Donnerstag spricht der Gemeinderatsausschuss über die Renovierung. Fassade und Tragwerk müssen dringend saniert werden.

Aalen

Statt in vier Jahren soll das Aalener Rathaus jetzt über sieben Jahre hinweg grundlegend saniert werden, für rund 33 Millionen Euro. So sieht es die Sitzungsvorlage für den Grundsatzbeschluss des Gemeinderats der Verwaltung vor. Er soll am 17. Dezember gefasst werden, vorberaten wird er am Donnerstag, 3. Dezember, in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST).

Rathaus 1975 eröffnet

Ein Rückblick: Eröffnet wurde das Rathaus im September 1975 nach einer zweijährigen Bauzeit im Stil des damals üblichen "Brutalismus" mit viel Beton und klarer Struktur. Nach 45 Jahren sind doch einige bauliche Mängel und Schäden aufgetreten, auch ist die Elektro- und Lichttechnik im Gebäude inzwischen überholt. In den vergangenen Jahren wurden bereits einzelne Maßnahmen vorgenommen. So wurde ab 1992 die Fassade saniert, 2014 wurden Haupteingang und Foyer umgestaltet, 2015 die Tiefgarage saniert, und kürzlich wurden die WC-Anlagen saniert, einzelne Böden ersetzt und der Sonnenschutz modernisiert.

Sprengen oder sanieren?

Bereits seit einigen Jahren wird diskutiert, ob man das Gebäude abreißen, sprengen oder sanieren solle. Die Architekten Professor Dr. Arno Lederer, Professor Dr. Werner Sobek und Wolfgang Riehle hielten 2019 Vorträge zu ihren Ergebnissen, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen fanden statt. Sie kamen allesamt zu dem Schluss, dass die Bausubstanz des Gebäudes aufgrund der verwendeten hochwertigen Materialien in einem sehr guten Zustand sei und dass die Innenarchitektur hervorragende Möglichkeiten für Umgestaltung, Neuaufteilung von Räumen und Geschäftsbereichen und Sanierung biete. Selbst das Mobiliar und die Holz-Alu-Fenster seien in einem soliden Zustand. Sie sprachen sich unisono für eine Sanierung aus.

Geringe Schadstoffbelastung

2019 nahmen Fachbüros Untersuchungen der Bausubstanz vor. Erfreulich war, dass nur geringe Schadstoffbelastungen in Material oder Raumluft vorliegen, die alle im Normbereich liegen. Es gebe zwar Asbestfasern und PCB (giftige Chlorverbindungen) in den Wänden, aber fest darin versiegelt. Aus architektonischen Gründen nicht gedämmt werden kann die Fassade. Die bestehenden Fensterelemente sollen ertüchtigt, und ihre Verbindung zu den Wänden erneuert und abgedichtet werden. Lüftungs- und Heizungssystem sowie Haustechnik sollen modernisiert oder komplett ersetzt werden, Schallschutzdecken und stromsparende Lichtquellen eingebaut werden. In einzelnen Bereichen ist geplant, die Raumaufteilung optimaler und moderner zu gestalten. Auf der Südseite ist ein neuer Neben- und Lieferanteneingang vorgesehen.

Start 2023

Dringend sind Arbeiten an der Fassade und am Tragwerk. Insbesondere die Sanierung der Balkenköpfe soll bereits 2021 angegangen werden, Stützen und Wände auf der Süd- und Ostseite sollen ebenfalls vor dem Umbau renoviert werden.

Nach einer umfassenden Planung soll die Sanierung ab 2023 in acht Bauabschnitten bis 2030 im laufenden Betrieb erfolgen. In diesem Zuge schlägt die Verwaltung vor, die Stuttgarter Straße zwischen Amtsgericht und Rathaus auf zwei Fahrspuren zurückzubauen und grüner zu gestalten. Es sollen ab 2022 Bäume gepflanzt, der Kocher renaturiert werden und eine 20er-Zone eingerichtet werden. Ziel ist ein Beitrag zur klimatischen Entlastung der Innenstadt. Auch soll der Rathausparkplatz einer Begrünung weichen.

In der Sitzung des AUST am Donnerstag, 3. Dezember, 15 Uhr, in der Stadthalle geht es zudem um das Handlungsprogramm Wohnen, das Handlungsprogramm Umwelt, Bebauungspläne in Unterkoche und um den Waldcampus im Rohrwang.

Jürgen Eschenhorn

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