OB dreht am Konzept Bahnhalt-West

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Schön gestaltete Grünflächen am künftigen Bahnhalt Aalen-West sollen künftig Aushängeschild für den neuen Stadteingang sein. OB Frederick Brütting kippt das städtebauliche Entwicklungskonzept seines Amtsvorgängers am Standort der Stadtgärtnerei.
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Wie Frederick Brütting Luft herausnimmt aus den vielerlei Bedenken der Interessengemeinschaft Hofherrnweiler-Unterrombach. Und was die Stadtgärtnerei damit zu tun hat.

Aalen. Wenn alles gut läuft, könnte der Bahnhalt Aalen-West bereits Ende 2025/Anfang 2026 fertiggestellt sein. Dieses Zeitfenster - „das frühest mögliche“ - nannte der städtische Tiefbauamtsleiter Stefan Pommerenke in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Gemeinderats.

Der neueste Aspekt in der Planung: OB Frederick Brütting bekennt sich im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger deutlich zum Erhalt des Standorts der Stadtgärtnerei an der Nägeleshofstraße. Und nimmt damit automatisch Luft heraus den vielerlei Bedenken der Interessengemeinschaft Hofherrnweiler-Unterrombach.

Hintergrund: Im Jahr 2017 hatte die Aalener Stadtverwaltung zusätzlich zum Bahnhalt-West ein städtebauliches Entwicklungskonzept „Wohnen, Arbeiten, Freiraum am Sauerbach“ vorgestellt. Das alarmierte die Bürgerinnen und Bürger, rund 80 haben damals die Interessengemeinschaft Hofherrnweiler-Unterrombach gegründet, weil sie eine sehr massive Bebauung befürchteten. Denn das Entwicklungskonzept für das Gelände der Stadtgärtnerei und das Gelände ehemals Gartenbau Reeb ging von urbanem Wohnen in bis zu sechsstöckigen Mehrfamilienhäusern an der Bahnlinie aus.

Die Potenzialflächen - Grün- und Freiflächen am Sauerbach - aber sind laut Klimagutachten besonders wichtig für den Luftaustausch. „Das Klimagutachten empfiehlt keine Bebauung dieser Fläche“, hatte Anwohnerin Sabine Burr immer wieder betont.

„Wir werden die Fläche der Stadtgärtnerei nicht ohne Not hergeben,“ sagt jetzt Brütting, der sich dort künftig einen schön gestalteten Stadteingang wünscht. Das Personal der Stadtgärtnerei werde im städtischen Bauhof unterkommen. Die Fläche der Stadtgärtnerei indes solle weiter für das Unterstellen von Geräten genutzt werden.

„Mir ist wichtig, dass sich der Stadteingang am künftigen Bahnhalt-West gestalterisch gut präsentiert“, betonte er. Und schlägt vor, die Fläche südlich der Gärtnerei etwas zu reduzieren. Die Restfläche könnte man dann im Bahnhalt-Umfeld als schöne Grünfläche anlegen.

Daran anknüpfend werde das Grünflächen- und Umweltamt noch in diesem Jahr ein Konzept für die Freiraumgestaltung erarbeiten mit dem Ziel, eine möglichst separate Wege für Fußgänger und Fahrradfahrer zum Bahnhalt-West auszuweisen. Parallel soll es in diesem Konzept, das mit einem Bebauungsplanverfahren rechtlich abgesichert werden soll, den Erhalt von Erholungsräumen und den Artenschutz berücksichtigen.

Auftrieb für Bahnhalt-West

Vor Kurzem erst hatte das Ergebnis des vom Landkreis in Auftrag gegebenen Potenzialgutachtens dem geplanten Bau des Bahnhalt Aalen-West weiter Auftrieb verliehen. Im Vergleich mit den Bahnhalten Schwäbisch Gmünd-Ost, Hussenhofen und Essingen sieht das Gutachten das größte Potenzial im Bahnhalt Aalen-West. 604 Menschen werden ihn laut der Berechnung nutzen. Würde zusätzlich ein Pendelbus zur Hochschule eingerichtet, wären es 854 Fahrgäste an einem normalen Werktag.

Einstimmig hat sich nun der vorberatende Bauausschuss des Aalener Gemeinderats am Donnerstag für die von der Stadt vorgeschlagene Beauftragung eines Verkehrsgutachtens ausgesprochen, um darzustellen, wie sich ein künftiger Bahnhalt-West auf das Verkehrsaufkommen in Aalens zweitgrößtem Stadtbezirk auswirken könnte.

Mehrheitlich, bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung, wurde die Stadtverwaltung mit den weiteren Planungen für den Bahnhalt-West beauftragt sowie mit der Erarbeitung eines Freiraumkonzepts. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat in seiner Sitzung am 30. Juni.

Die Zeit für Stellungnahmen

Das Verfahren: Die Genehmigungsplanung hat die Stadt Aalen laut Tiefbauamtsleiter Stefan Pommerenke im Oktober 2021 beim Eisenbahnbundesamt (EBA) eingereicht. Derzeit laufe das Anhörungsverfahren zur Planfeststellung. Darin werden die für das beabsichtigte Bauvorhaben erstellten Pläne der Öffentlichkeit für einen Monat zur Kenntnis gegeben. Nach dem Abschluss des Anhörungsverfahrens entscheidet die Planfeststellungsbehörde unter Berücksichtigung aller vorgetragenen Einwendungen und Stellungnahmen über den Antrag des Vorhabens.

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