OB kassiert die Pläne für den Neubau einer Aufwind-Kita

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Auf diesem Bolzplatz beim Aufwindkinderzentrum und in direkter Nachbarschaft zur Grauleshofschule hätte eine Kita entstehen sollen. Die Pläne dafür sind weit gediehen. Jetzt hat OB Thilo Rentschler das Vorhaben gestoppt.
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Aufwind-Vertreter sind empört: Weil die Stadt das Vorhaben stoppt, gehen 150 000 Euro Sonderzuschuss flöten.

Aalen

In Aalen fehlen Kindergartenplätze. Seit Jahren. Die Zahlen schwanken zwischen 200 und 300. Um die zu reduzieren, hat Wilhelm Schiele, Vorsitzender des Vereins Aufwind, der Stadtverwaltung Hilfe signalisiert. Im Grauleshof, wo der anerkannte Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe bereits einen Kindergarten mit Krippe realisiert hat und seit mehr als sieben Jahren erfolgreich betreibt, sollte ein weiterer Kindergarten entstehen. Doch daraus wird jetzt nichts. Es verfallen Fördergelder, weil OB Thilo Rentschler das Vorhaben kurzfristig gestoppt hat. Und Aufwind fordert, wie mit der Stadtverwaltung vereinbart, die Kosten für die bereits geleistete Planung ein. Die belaufen sich, laut Aufwind-Geschäftsleitung, auf mehrere zehntausend Euro.

„Seit etwa zwei Jahren verfolgen wir die Pläne zunächst für einen Anbau ans Kinderzentrum, später dann für einen Neubau“, sagt Aufwind-Geschäftsführer Bodo Wiedenhöfer und erwähnt dabei auch eine Machbarkeitsstudie. „Wir haben in dem neuen Gebäude 50 Plätze in drei Gruppen angedacht“, ergänzt Vereinsvorsitzender Wilhelm Schiele, der die Verhandlungen mit der Stadt geführt hat. Das Areal dafür liegt in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Kindergarten am Bertha-von-Suttner-Weg und zur Grauleshofschule. „Das Grundstück gehört der Stadt, wir hätten das in Erbpacht, beziehungsweise Erbbaurecht auf 50 Jahre, von der Stadt zur Nutzung erhalten“, erklärt Schiele. Bislang wird es als Bolzplatz genutzt.

Verhandlungen weit gediehen

Die Verhandlungen für eine dreigruppige Kita in einem Neubau waren bereits weit vorangetrieben. „Ich hatte Anfang Juli mit Sozialbürgermeister Karl-Heinz Ehrmann und Martin Schneider vom Amt für Soziales, Jugend und Familie die Fakten und Pläne verhandelt“, betont Wilhelm Schiele. Für ihn waren den zu Zeitpunkt alle Fragen geklärt. Er ging davon aus, dass das Vorhaben damit auf einem gutem Weg sei. „Das Ziel war, dass der Gemeinderat noch in seiner Juli-Sitzung darüber abstimmt“, sagt der Aufwind-Vorsitzende.

Dann hätte die Realisierung rechtzeitig beginnen können. Schließlich gehe es auch um extra Fördergelder, die zeitlich begrenzt seien. Neben der „normalen Förderung von Kitas“ gebe es derzeit einen Sonderfonds. Schiele spricht von einer Summe in Höhe von 150 000 Euro extra. Die Frist für diese Sonderförderung von neuen Kinderbetreuungsplätzen ende im Dezember 2022.

Doch jetzt hat der OB, wie Schiele sagt, alles gestoppt. Das 2,8-Millionen-Euro-Projekt hätte im Juli im Kultur-, Bildungs- und Finanzausschuss und im Gemeinderat auf der Tagesordnung stehen müssen. Nichts sei geschehen. „Wir haben auf ein Signal vonseiten der Stadt gewartet, vergebens“, sagt der Aufwind-Vorsitzende. Erst auf Nachfrage bei OB Thilo Rentschler habe dieser von ungeklärten Fragen innerhalb der Stadtverwaltung gesprochen. Rentschler habe dann die Neubesetzung der Grauleshofschulleitung genannt und die mögliche Einrichtung einer Ganztagsbetreuung dort angeführt. „Auf die Zusage der Kostenübernahme – 70 0000 Euro –, den verlorenen Zuschuss von circa 150 000 Euro sowie die Preissteigerungen am Bau und die mögliche spätere Fertigstellung angesprochen, meinte Rentschler: Das ist dann so“, empört sich Schiele. Nach dieser Absage, so der Aufwindvorsitzende habe er nun die Kosten für die bereits vorliegende Planung von der Stadt eingefordert.

Das sagt die Stadt

Die SchwäPo hat die Stadt um eine Stellungnahme zum Stopp des Vorhabens gebeten. „Das Projekt ist bei uns in Abstimmung“, teilt Pressesprecherin Karin Haisch mit. Im Rathaus sei eine Vielzahl von Ämtern damit befasst. Neben den Bauämtern seien das Planungs- und Bauordnungsamt sowie die beiden Fachämter, 'für Soziales, Jugend und Familie' und 'für Bildung Schule und Sport' ebenso wie die Dezernenten eingebunden.

Haisch spricht von „keinem einfachen Prozess“, zumal diese Ämter mit einer Vielzahl weiterer Projekte in der Kindergartenplanung befasst seien. Sie verweist darauf, dass unter anderem in Dewangen, Waldhausen und Wasseralfingen neue Kitas entstehen. Zudem hätten Bund und Land Neuerungen in der Betreuung angekündigt, die es zu berücksichtigen gelte.

Wir haben auf ein Signal vonseiten der Stadt gewartet, vergebens.“

Wilhelm Schiele, Aufwind-Vorsitzender

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