OB: keine Übungsleiterpauschale ohne Gegenleistung

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Der Oberbürgermeister ist überrascht über die plötzliche und heftige Aufregung der Sportvereine.

Aalen. „Das hat uns schon sehr überrascht, dass das Thema jetzt plötzlich hochkocht“, merkt OB Thilo Rentschler an. Was er meint: Die heftige Aufregung der Aalener Sportvereine darüber, dass die Stadtverwaltung die freiwillige städtische Förderung der lizenzierten Übungsleiter in diesem Corona-Jahr um die Hälfte kürzen will.

„Das Thema ist doch nicht vom Himmel gefallen“, sagt Rentschler. Die Stadt habe bereits im ersten Quartal dieses Jahres mit dem Stadtverband der sporttreibenden Vereine Aalen und dem Stadtverband für Sport und Kultur Wasseralfingen die Sportförderung in diesem zweiten Pandemie-Jahr besprochen und gemeinsam Einsparmöglichkeiten diskutiert und ausgelotet.

Das habe zwei Gründe. Der Erste ist die durch Corona gestiegene Verschuldung der Stadt. Heißt: Die Stadtverwaltung muss schauen, wie viel und wo eingespart werden kann, um den städtischen Haushalt zu sichern.

Der zweite Grund: „Wir können als Stadt nicht einfach Geld ausbezahlen ohne Gegenleistung“, betont der OB. Hintergrund: Die Stadt Aalen gibt nach ihren Sportförderrichtlinien gewöhnlich pro lizenzierten Übungsleiter eine jährliche Übungsleiterpauschale von 200 Euro. Diese Auszahlung sei aber nur dann steuerfrei, wenn der jeweilige Übungsleiter mindestens 40 Stunden pro Kalenderjahr als Gegenleistung bringt. Allerdings war in diesem Jahr wegen des Lockdowns bis in den Juni hinein kein Training möglich, infolgedessen konnten kaum bis gar keine Übungsstunden geleistet werden. Darum habe man den beiden Stadtverbänden vorgeschlagen, nur die Hälfte der Pauschale auszuzahlen.

Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann habe am 29. April alle Sportvereine schriftlich darüber informiert. Rentschler: „Daraufhin kam keinerlei Reaktion aus den Vereinen.“ Ehrmann betont, dass lediglich die Übungsleiterpauschale um die Hälfte gekürzt wurde. „Damit hat die Stadt 32 200 Euro eingespart.“ Die weiteren Zuschüsse, so Ehrmann, werden auch in diesem Coronajahr in unveränderter Höhe ausbezahlt.

Hinzu komme im laufenden Jahr eine zusätzliche Sonderförderung für Schwimmkurse in Höhe von 17 200 Euro. „Weil das Hallenbad extra für das Training der Leistungsschwimmer im Sommer vier Wochen öffnet.“ Überdies berechne die Stadt den Vereinen lediglich die tatsächliche Nutzung von Hallen. „Das verringert unsere Einnahmen um rund 50 000 Euro“, rechnet Ehrmann vor. Unterm Strich steige der Gesamtaufwand für die Sportförderung im Vergleich zum Vorjahr von 416 700 auf 433 300 Euro. „Deshalb, so glaube ich, kann die Stadt Aalen weiterhin mit Stolz das Prädikat Sportstadt verwenden“, schließt Ehrmann. Ulrike Wilpert

322 lizenzierte Übungsleiter waren in den Aalener Sportvereinen im Jahr 2020 tätig. Die meisten in der Aalener Sportallianz (87), der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach (44) und im SSV Aalen (21).

Der WLSB zahlt den Sportvereinen einen zweckgebundenen Betrag: pro Übungsleiter 2,50 Euro pro Stunde, maximal für 200 geleistete Stunden.

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