OB kritisiert geplante Regeln

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Thilo Rentschler
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Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler springt für Kulturtreibende und Gastronomen in die Bresche.

Aalen

Deutliche Kritik an den jetzt beschlossenen neuen Corona-Maßnahmen übt der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler. "Man bestraft die, die sich die Beine ausgerissen haben", sagt der OB. Insbesondere meint er damit die Kulturtreibenden, aber auch die Gastronomen in der Stadt. Was Veranstaltungen anbelange, so habe die Stadt mit der Einweihung des Kulturbahnhofes KubAA bewiesen, wie man feiern und gleichzeitig "die notwendigen und sinnvollen Regeln einhalten" könne. Dass jetzt den Kulturtreibenden, die ohnehin nur eine kurze Zeitspanne haben aufmachen können, "der Stecker gezogen" werde, "das tut weh", findet Rentschler. Ähnlich sei es auch bei den gastronomischen Betrieben in Aalen, von denen sich "die ganz große Mehrheit" mit teils "erheblichen Investitionen" an die Corona-Regeln gehalten hätte. Nur ein "ganz kleiner Teil" habe "über die Stränge geschlagen". Gerade habe man "gezielte Kontrollen" geplant in Absprache mit den Polizeibehörden – und jetzt komme "die Schrotflinte" zum Einsatz – und alles werde heruntergefahren.

Er wolle nicht darüber spekulieren, ob manche der neuen Regeln von Gerichten kassiert werden könnten, so der OB auf Nachfrage. Dies war zu Beginn der Pandemie bei der 800-Quadratmeter-Regel der Fall gewesen, die kurz im Einzelhandel gegolten hatte, dann aber als Ungleichbehandlung von Gerichten gekippt wurde. Dennoch hat Rentschler die Hoffnung, "dass sich ganz am Ende Vernunft und Logik durchsetzen".

Appell von 35 Oberbürgermeistern und Bürgermeistern an Kretschmann

35 Bürgermeister haben sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewandt und bitten ihn, die Umsetzung der Beschlüsse nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Unterschrieben haben auch Aalens OB Thilo Rentschler und Gmünds OB Richard Arnold. Unter anderem heißt es in dem Schreiben: "Wir fragen uns, nach welchen Kriterien die Bereiche ausgewählt wurden, die nun komplett geschlossen werden sollen. Theater, Oper, Kino, Gastronomie, Hotellerie und Cafés haben gute Hygienekonzepte etabliert und sind als Treiber des Infektionsgeschehens nach unserer Kenntnis von eher geringer Bedeutung. Es scheint, als liege der Auswahl der Schließungsbereiche die Annahme zugrunde, dass diese am ehesten entbehrlich seien. Dieser Auffassung treten wir entgegen. Kunst, Kultur und Gastronomie machen das Leben in unseren Städten wesentlich aus. Sie einfach abzuschalten, gefährdet auf Dauer Bürgersinn, Zusammenhalt und Lebensgeist der Stadtgesellschaften. Wir sehen die Gefahr, dass die Maßnahmen damit das gefährden, was wir zuallererst brauchen, um die Pandemie durchzustehen." Die Bürgerrmeister bitten, besser zu differenzieren. In dem Brief heißt es: "Beispielsweise ist Gastronomie mit Decken oder Heizstrahlern an der frischen Luft nach unserer Meinung völlig unbedenklich. Der Besuch einer Kunstausstellung oder einer Theatervorstellung kann durch weiter verschärfte Besucherzahlgrenzen, Masken und Abstände sicher gestaltet werden."

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