OB: Verordnungen an Absurdität nicht zu überbieten

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"Existenzen gehen allmählich zugrunde", macht OB Thilo Rentschler (r.) den Ernst der Lage deutlich. Links Citymanager Reinhard Skusa.
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In Absprache mit dem ACA-Innenstadtverein sendet Thilo Rentschler ein klares Signal nach Stuttgart.

Aalen. "Die Überdosis ist langsam erreicht." Mit diesen Worten tat OB Thilo Rentschler dieser Tage seinen zunehmenden Ärger über die seiner Aussage nach "an Absurdität nicht mehr zu überbietenden" Corona-Verordnungen kund. Jetzt müsse es um eine Rettungsaktion gehen für Handel, Dienstleister, Gastronomie und Kulturschaffende, meinte er sinngemäß. Gemeinsam mit dem Innenstadtverein Aalen City aktiv (ACA) habe er sich deshalb darauf verständigt, noch einmal ein "klares Signal" nach Stuttgart zu senden, "möglicherweise auch noch einmal nach Berlin".

Die Leidtragenden

Denn so, wie sich die Lage in den vergangenen Wochen zugespitzt habe, könne es nicht mehr weitergehen. "Die Innenstädte werden kaputt gemacht. Existenzen von Händlern, Gastronomen, Kunst- und Kulturschaffende gehen allmählich zugrunde. Und hinter jedem einzelnen Schicksal steht immer eine ganze Familie", machte Rentschler deutlich. Es sei unerträglich, mit ansehen zu müssen, dass ein Großteil der Gesellschaft akzeptiere, dass diese Branchen die Leidtragenden in der Corona-Krise sind.

Umdenken nötig

Deshalb fordert Rentschler ein Umdenken: "Wir müssen als Gesellschaft mit diesem Virus leben lernen – wenn auch unter Berücksichtigung aller Vorsichtsmaßnahmen!" Es könne nicht sein, dass man trotz gut funktionierender Hygiene- und Schutzkonzepte einzelne Bereiche weiter abriegele und damit bestrafe. Die Methode der Regierung, ausschließlich immer weitere Lockdowns zu verhängen, sei zu kurz gesprungen. Eine Lösung, so der OB, könnte sein, dass man bis zum Erreichen einer 200er Inzidenz wenigstens wieder "click & meet", also Einkaufen mit Termin erlaubt. Das bringe den Händlern zumindest mehr Umsatz als das aktuell zugelassene "click & collect" – das lediglich die Online-Reservierung ausgewählter Produkte in Verbindung mit einer späteren Abholung zulasse.

Genauso brauche die Gastronomie endlich wieder eine Perspektive. Eine solche könnte die coronakonforme Öffnung der Außengastronomie sein – unter Berücksichtigung der Abstände. Auch die Kreativ- und Kunstschaffenden dürfe man nicht vergessen, die faktisch seit 13 Monaten keinen Umsatz mehr gemacht haben.

Aus diesen Überlegungen heraus und in Absprache mit dem ACA-Innenstadtverein habe er, so Rentschler, an Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha geschrieben und die Öffnung der Aalener Innenstadt als Modellprojekt nach Tübinger Vorbild beantragt. Rentschler: "In diesem Zusammenhang machen wir uns Gedanken um den Standort einer weiteren Bürgerteststation."

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