OB-Wahl: Was Kandidierende für Integration tun würden

  • Weitere
    schließen
+
In einer Zoom-Konferenz der Vereine Aakademie und CarleNote sprechen vier von fünf OB-Kandidatinnen und Kandidaten über das Thema Integration in Aalen. Fotos/Grafik: opo; ca
  • schließen

Vier von fünf Bewerbern stellen sich den Fragen von Ehsan Farsi, Mehtap Derin und dem Publikum. Rund 70 Interessierte verfolgen die Runde online.

Aalen

Eine Kandidatin und drei Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Aalen haben sich am Montagabend Fragen zum Thema Integration gestellt. Catherine Rommel (CDU), Marcus Waidmann (AfD), Stefan Schmidt (die Basis) und Matthias Müller sind der Einladung der Vereine Aakademie und CarleNote gefolgt. Frederick Brütting (SPD) nahm nicht teil. Ehsan Farsi und Mehtap Derin moderierten. Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Veranstaltung online und stellten Fragen.

Marcus Waidmann (AfD): Mehtap Derin wendet sich an den AfD-Kandidaten. Es klingt durch, dass manche es nicht gut fanden, dass er eingeladen wurde. Der Verein Aakademie teile die Positionen der AfD nicht. „Wir stehen für Integration, wir dürfen niemanden ausgrenzen“, sagt sie. „Mir war es wichtig, Sie als Person kennenzulernen.“ Dann fragt sie, ob er, wenn er OB werden würde, alle Aalener als gleichwertige Bürger sehen würde. Waidmann antwortet: „Das Stadtoberhaupt ist für alle verantwortlich.“ Zuvor hatte Ehsan Farsi davon berichtet, dass er auf dem Aalener Mietmarkt keine Chance habe wegen seines Namens. Waidmann antwortete, wenn ihn Privateigentümer wegen seines Namens ablehnen, dann sei das ärgerlich. „Man muss es den Vermietern aber zugestehen, sich ihre Mieter auszusuchen.“ Integration könne man vorantreiben, indem man gemeinsam Fußball spiele.

Catherine Rommel (CDU): „Fordern und Fördern nannte sie als wichtige Stichworte und führte aus, dass es wichtig sei, die Sprache zu beherrschen. „Und die Sprache ist hier Deutsch.“ Sprachkurse anzubieten sei daher wichtig, und zwar schon für Kinder, bevor sie in die Schule kommen. Sie erzählt von ihrer Familie, in der es Mitglieder verschiedener Nationalitäten und Religionen gebe und von ihren Au-Pairs aus Marokko, der Ukraine, der Mongolei und Kenia. „Ich habe gar nicht so viele Lösungen“, sagt sie. Sie stelle Fragen, höre zu und wolle gemeinsam mit den Beteiligten eine Lösung finden. Sie schlägt einen runden Tisch mit verschiedenen Akteuren vor wie der IHK, der Vhs und dem Jobcenter vor.

Matthias Müller (parteilos): „Die Mehrheitsgesellschaft muss sich öffnen“, sagt er. Sie müsse den Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt gewähren und daran arbeiten, Vorurteile abzubauen. „Aber auch die Menschen mit Migrationshintergrund müssen Offenheit zeigen“, sagt Müller. Wenn sie Sprache erlernten, zeigten sie die Bereitschaft zur Integration. In der Kernstadt funktioniert Integration ihm zufolge schon gut. Die Herausforderung sieht er eher in den ländlich geprägten Aalener Teilorten, wo man es kritisch sehe, wenn dort ein Dönerladen, eine Shishabar oder eine Spielhalle aufmache. Die Idee Catherine Rommels eines runden Tisches begrüßte er. Flüchtlinge gelte es, mit offenen Armen zu empfangen. „Uns geht es gut, wir sind verpflichtet zu helfen.“

Stefan Schmidt (die Basis): „Jedem Menschen, der in Not ist, muss geholfen werden“, sagt auch Schmidt zum Thema Asyl. „Wir können aber nicht jeden aufnehmen.“ Auch andere europäische Länder und Nachbarländer von Krisenregionen seien verpflichtet zu helfen. Moscheen, die aus dem Ausland finanziert werden, sieht er kritisch. Denn da stecke schließlich ein Staat dahinter. „Der Staat hat Interessen“, sagt Schmidt und: „Der Staat macht Unheil.“ Der Staat habe auch dafür gesorgt, dass die Zeitungen ihn „Coronaleugner“ nennen und ihn in die rechte Ecke stellen. Corona zu leugnen oder rechte Ansichten zu vertreten, bestritt er. Der Staat habe außerdem kein Interesse daran, Rassismus zu bekämpfen. „Der Staat spaltet das Volk.“

OB-Wahl ist an diesem Sonntag, 4. Juli

Aalen wählt an diesem Sonntag, 4. Juli, einen neuen Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin. Wenn allerdings kein Kandidat oder keine Kandidatin mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinen kann, gibt es einen zweiten Wahlgang.

Der zweite Wahlgang fände dann am Sonntag, 25. Juli, statt. Dann gewinnt die oder der, der die meisten Stimmen auf sich vereinen kann.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL