OB-Wahl: Wer wirft seinen Hut in den Ring?

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Die Amtskette des Aalener Oberbürgermeisters. Wird sie einer von diesen fünf Männern bald tragen? Sie werden jedenfalls als potenzielle OB-Kandidaten gehandelt. Archivfotos/Grafik: Oliver Giers, privat, Carmen Apprich
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Diesen Kommunalpolitikern werden Ambitionen auf den Chefsessel im Aalener Rathaus nachgesagt.

Aalen

Der Kocherstadt steht ein heißes Wahljahr bevor. Landtagswahl, Bundestagswahl – und nun, nach der Ankündigung von Thilo Rentschler, kein zweites Mal zu kandidieren – auch eine Oberbürgermeisterwahl. Die Stelle ist noch nicht ausgeschrieben, doch potenzielle Bewerber werden im politischen Raum bereits gehandelt. Wer sind sie – und sind sie heiß auf den Chefsessel im Aalener Rathaus?

Dr. Gunter Bühler: Der Name des Bopfinger Bürgermeisters fällt immer wieder, wenn es um kommunale Spitzenämter im Ostalbkreis geht. Wirft er diesmal seinen Hut in den Ring? "Bei mir ist das momentan kein Thema", sagt er auf SchwäPo-Nachfrage. Er sei "nicht auf Jobsuche".

Dr. Gunter Bühler (54) ist CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag und seit Februar 2006 Bürgermeister in Bopfingen. Er wurde im Herbst 2013 wiedergewählt, trat am 1. Februar 2014 eine weitere achtjährige Amtszeit an. In diesem Herbst steht also ohnehin erneut Bürgermeisterwahl in Bopfingen an. Könnte ihn der Oberbürgermeistersessel in Aalen locken? Eine Stadt wie Aalen sei "eine reizvolle Aufgabe, wenn man als Bürgermeister Dinge bewegen und nicht nur verwalten will", so Bühler auf Nachfrage. Aalens Größe und Struktur mit Wirtschaft und der Hochschule, dazu die Finanzkraft, böten gute Möglichkeiten, Impulse zu setzen und zu gestalten. Bühler: "Wer Bürgermeister werden will, der will was wuppen." Am Ende sei es eine Entscheidung, bei der man persönliche und berufliche Präferenzen abwägen müsse; er habe "weder Bewerbungs- noch Nachdenkensdruck".

Thomas Wagenblast: Der Schritt des amtierenden OB sei überraschend gekommen, sagt Thomas Wagenblast, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion und des CDU-Stadtverbands. Dass er selbst für den OB-Posten in Aalen – seiner Heimatstadt – kandidiert, schließt er nicht aus, aber: "Zurzeit kann ich mir das in meiner persönlichen Lebensplanung nicht prioritär vorstellen." Ein solches "Modell" spiele für ihn zurzeit "keine Rolle". Der 45-Jährige ist eingefleischter Verwaltungsmann: Seit 2012 leitet er das Dezernat VII (Ordnung, Verkehr, Veterinärwesen) im Landratsamt des Ostalbkreises. Er wurde im Juni 2018 zum Leitenden Regierungsdirektor ernannt.

Die weiteren Schritte werde man jetzt im CDU-Stadtverband und in der Gemeinderatsfraktion beraten.

Bennet Müller: Dem gebürtigen Fachsenfelder und Grünen-Kreisrat werden immer wieder Ambitionen nachgesagt, OB in Aalen werden zu wollen. Auf SchwäPo-Nachfrage, ob er sich jetzt bewerben wird, sagt der 31-Jährige weder ja noch nein. "Ganz generell" gelte: "Aalen ist meine Heimatstadt. Die Aussicht, dort aktiv Politik zu gestalten, ist verlockend." Andererseits: "Man ist dann rund um die Uhr im Einsatz, fast so, als wäre man mit der Stadt verheiratet. So eine Entscheidung müsse man sich gut überlegen: "Will man das? Passt das in meine Lebensplanung? Ich bin ja auch noch relativ jung und will was von der Welt sehen." Bennet Müller ist Volljurist und arbeitet als Regierungsrat im Staatsministerium in Stuttgart.

Laut Müller beraten die Grünen nun zeitnah "intern", ob man als zweitstärkste Kraft in Aalen einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt. Oder jemanden unterstützt, der grüne Inhalte entsprechend mit vertritt.

Wolfgang Steidle: Trotz mehrfacher Anfragen der SchwäPo äußerte sich der Christdemokrat im persönlichen Gespräch nicht. Schriftlich teilte er mit: "Die Entscheidung von OB Rentschler hat uns alle überrascht. Meine Aufgabe sehe ich aktuell darin, als Erster Bürgermeister der Stadt in dieser Übergangsphase für Stabilität und Kontinuität zu sorgen." Aalen sei eine Stadt mit viel Potenzial. Seit 2003 sei er, Steidle, "mit kurzer Unterbrechung und viel Herzblut" für die Stadt aktiv "und es macht Spaß, hier zu arbeiten". Die Nachfrage, ob ihn dann nicht auch der Chefsessel im Rathaus reize, ließ er unbeantwortet. Steidle, von Haus aus Architekt und Diplom-wirtschaftsingenieur, war zuletzt 2015 für acht Jahre als Erster Bürgermeister gewählt worden. Er leitet das Baudezernat.

Frederick Brütting: Der Heubacher Bürgermeister hat vor einigen Tagen schon bestätigt, dass ihn das Thema einer Kandidatur in Aalen durchaus beschäftigt. Die Stadt habe viel Potenzial. Brütting (SPD), der in Aalen zur Schule gegangen und im Gemeinderat vertreten war, ist in zweiter Amtszeit Schultes in Heubach.

OB-Wahl in Aalen: Termine und Fristen

Die Oberbürgermeisterstelle in Aalen soll voraussichtlich am 16. April ausgeschrieben werden. Der Gemeinderat muss darüber allerdings noch abschließend beraten. Die Bewerbungsfrist würde dann einen Tag nach Ausschreibung beginnen und liefe am 7. Juni ab. Frühester Wahltag ist Sonntag, 4. Juli. Am 1. Oktober 2021 würde der oder die neue OB das Amt antreten.

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