Omas gegen Rechts in Aalen

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Diese Frauen wollen als Teil der Initiative "Omas gegen Rechts" gemeinsam in Aalen aktiv werden. Auf diesem Foto fehlen einige Frauen des Gründungstreffens, weil sie vorzeitig gehen mussten.
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Das neue Frauen-Bündnis will am 16. März auf dem Aalener Wochenmarkt auftreten – zum Internationalen Aktionstag gegen Rassismus.

Aalen

Warum habt Ihr nichts gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft getan? Das wollen sich 15 Frauen aus dieser Region einmal nicht vorwerfen lassen. Am Montagabend haben sie sich im Aalener Rathaus getroffen, um sich der Initiative "Omas gegen Rechts" anzuschließen. Eines ihrer Ziele: "Wir wollen uns mit einer gemeinsamen starken Stimme für die Zukunft aller Kinder und Enkelkinder einsetzen."

Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Uta-Maria Steybe übernimmt die Moderation des Treffens. "Weil ich alle Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag in Aalen organisiere", erklärt sie. Jetzt treibe es "zwei Generationsketten mit Verantwortungsgefühl für unsere Welt" in Aalen auf die Straße: die Jugendbewegung "Fridays for Future" und die Initiative "Omas gegen Rechts".

Steybe stellt klar: Es gehe nicht darum, gegen etablierte Parteien vorzugehen, sondern "gegen den zunehmenden Rechtspopulismus und rechts gerichtete Parolen, die jetzt auch in die Parlamente drängen." Dabei stehe der Begriff "Oma" für alle älteren Frauen, ob mit oder ohne Enkelkinder.

Tatsächlich gehören bekannte Gesichter zu der Runde: Frauen, die alt bewährt in der Politik oder in anderen gesellschaftlichen Einrichtungen aktiv sind beziehungsweise waren. Am Tisch sitzen zum Beispiel Oberkochens Ehrenbürgerin und SPD-Politikerin Gerda Böttger oder Maren Göttsche-Jacobsen aus Böbingen, die sich in Aalen seit mehr als 40 Jahren für den Kinder-, Jugend- und Frauenschutz engagiert. "Ich habe viele Enkelkinder und einfach Angst, in welche politische Richtung alles triftet", sagt Göttsche.

Eva-Maria Markert stimmt ihr zu. "Auch in meinem Stadtteil hier in Aalen erlebe ich Rechtsruck", sagt die sozial-pädagogische Leiterin der Kinderklinik. Sie vertritt bei diesem "Oma-Treffen" zusammen mit Margot Wagner (CDU) aus Ellwangen den Kreisfrauenrat.

Ich habe Angst um meine Enkelinnen.

Brunhilde Eberhardt (72) aus Abtsgmünd

Luzia Gutknecht, pensionierte Lehrerin und Vorsitzende des katholischen Frauenbunds Aalen, will sich ebenso engagieren wie Nese Yilmaz aus Mögglingen. "Wir älteren Frauen haben eine Wächterfunktion in unserer Gesellschaft", sagt Gutknecht.

Dorothee Irion-Ulmer (SPD) aus Oberkochen möchte "mit anderen Menschen über den Rechtsruck reden". Ingrid Gottstein (Grüne) aus Bopfingen ist seit ihres Unfalls vor 42 Jahren beinamputiert und sagt: "Ich möchte nicht wieder erleben, dass zwischen wertem und unwertem Leben unterschieden wird."

Auch Frauen, die bisher kaum politisch aktiv waren, sind an diesem Abend dabei. Sie kommen aus Aalen, Dalkingen, Hüttlingen und Abtsgmünd. "Lasst uns aufstehen und unsere Kraft zeigen", appelliert Karin Burgenmeister aus Aalen.

Als erste Aktion wird das "Aalener Oma-Bündnis" am Samstag, 16. März, um 11 Uhr auf dem Aalener Wochenmarkt auftreten – mit weißen Schals, anlässlich des Internationalen Aktionstags gegen Rassismus.

Das nächste Vorbereitungstreffen ist am Donnerstag, 21. Februar, um 17 Uhr im Aalener Rathaus.

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