Online bestellen und im Ladengeschäft abholen

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Die Kunden können telefonische bei Jürgen Mayer bestellen. Im Ladengeschäft im Reichstädter Markt darf die Ware dann persönlich abgeholt werden.
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Seit 11. Januar dürfen Einzelhändler "Click and Collect" anbieten. Was das ist, wie es umgesetzt wird und wie es in Aalen angenommen wird.

Aalen

Shopping ist nicht, so viel steht fest. Einen Einkaufstag in der Aalener Innenstadt einlegen mit einem anschließenden Kaffee? Momentan völlig undenkbar. Darunter leiden die Händler, die mit dem Lockdown auch wieder ihre Geschäfte schließen mussten.

Seit dem 11. Januar haben sie aber die Möglichkeit, ihre Ware per "Click and Collect" anzubieten. Produkte gibt's im Onlineshop per Mausklick, telefonisch, per E-Mail oder What's App, auf Instagram und Facebook zu kaufen – Aalener Händler werden kreativ. Mit den neuen Bestimmungen ist es den Kunden jetzt möglich, die Produkte im Geschäft abzuholen. Ein kleiner Lichtblick für alle Händler, die ohne diese Möglichkeit keinen Umsatz machen.

"Die Menschen gehen immer noch gerne in die Geschäfte, das wird sich auch nie ändern", meint Citymanager Reinhard Skusa. Denn Einkaufen im Laden hat einen großen Vorteil: "Man kann das Produkt anfassen und fühlen." Das fällt beim Onlineshopping weg. Im Gegenteil – was bestellt ist und nicht gefällt, muss wieder zurück. Das ist Aufwand, den sich viele gerne sparen. In den meisten Fällen sind die Produkte in den Aalener Geschäften vorrätig und abholbar, die Wartezeit von Verpackung und Versand fällt ebenso weg. Die meisten Händler bitten um einen Abholtermin, um die Übergabe noch schneller und sicherer zu machen.

Ware vor Ort abholen

"Click and Collect" bietet nun die Möglichkeit, Produkte direkt vor Ort abzuholen. Viele Händler haben dazu eine Art Übergabetheke installiert. Cerstin Hafner und Maike Merz vom Zeitraum Pop Up Shop haben zudem ihr Schaufenster im Kubus so gestaltet, dass alle Produkte gut zu sehen sind. "Da genügt es dann, uns ein Foto vom gewünschten Produkt zu schicken."

Die Menschen gehen gerne in die Geschäfte.

Reinhard Skusa Citymanager

Einer, der ebenfalls seinen Kunden diese Möglichkeit bietet, ist Jürgen Mayer. Täglich kämen die Anrufe mit der überraschten Antwort, dass man bei ihm nun auch abholen könne. "Die Leute finden das super, die freuen sich, dass man nun abholen kann", sagt der Inhaber des Haushaltswarengeschäftes. Seine Kunden berät er am Telefon, wo die sich dann ihr Produkt reservieren und anschließend abholen können. "Was viele auch nicht wissen", betont Mayer, "dass die Babyabteilung ganz normal geöffnet hat." Mayer ist sich sicher: Seine Kunden wollen den Handel vor Ort unterstützen und nicht online bestellen. "Schließlich sind wir diejenigen, die Gewerbesteuer zahlen und Angestellte aus der Region beschäftigen."

Große Skandale wie die Überwachung der Angestellten bei großen Online-Versandhäusern bleiben hier aus. "Click and Collect gibt uns wenigstens eine Möglichkeit, für unsere Kunden da zu sein - auch wenn dadurch nur ein Bruchteil des normalen Umsatzes erzielt werden kann", erläutert David Krauss vom Betten- und Wäschegeschäft GD Krauss. "Für unsere Kunden ist es natürlich auch nur halb so schön, wie das sonst bekannte Einkaufserlebnis", so Krauss. Ein großer Pluspunkt für die Händler vor Ort. Doch ist "Click and Collect" das, was den Aalenern Geschäften das Überleben sichert? Reinhard Skusa schüttelt den Kopf: "Das ist zwar alles nett, aber nett ist der kleine Bruder von …", sagt er und schiebt hinterher: "Was soll das bringen?" Die Geschäfte griffen nun nach jedem Strohhalm, um wieder etwas Umsatz machen zu können. Viel mehr beunruhige ihn die Ungerechtigkeit, dass Geschäfte schließen müssen, während Discounter alles verkaufen dürfen. "Wenn, dann müsste man alle Geschäfte schließen und nicht die einen bevorzugen."

Kundenkontakt herstellen

Mit "Click and Collect" werde zwar Kundenkontakt wieder hergestellt und etwas Geld in die Kassen gespült, ein normaler Umsatz aber nie erzielt, so der Citymanager. Etwas Gutes sieht er aber in der Situation: "Die Unternehmer sind online präsenter, sind in den sozialen Medien aktiv." Manche bieten sogar über die sozialen Netzwerke eine Beratung an. Ein Aufwand, der betrieben werden muss, um sich über Wasser zu halten.

Die Inhaberinnen des Zeitraum Pop Up Shops sind sich sicher, dass sich der große Aufwand lohnt: "Der steht für uns in Relation. Zum einen ist jeder kleine Umsatz besser als gar keiner und zum anderen schaffen wir so eine Kundenbindung."

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