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Michelle Liebert und Franziska Hahn machen eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Bei der Ausbildungsmesse "STARTit!" beantworten sie die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Chat oder im Videogespräch.
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Die digitale "STARTit!"-Messe bietet Jugendlichen die Möglichkeit, trotz Corona Infos über Ausbildungsberufe in der Region zu erhalten. Wie läuft die Messe? Ein digitaler Besuch.

Aalen

Auf dem Sofa zum Traumberuf: Ist das möglich? Oder zu schön um wahr zu sein? Das lässt sich bei einem Besuch der Online-Ausbildungsmesse "STARTit!" herausfinden, die am Freitag startete.

Virtuelle Messestände gibt's unter www.startit-messen.de nicht. Das stört aber keineswegs, die 86 Betriebe und Hochschulen aus der Region sind alphabetisch aufgelistet und haben ihre eigene Seite – von Stadt Aalen bis Zeiss. Wer sich für die Betriebe interessiert, muss nicht lange klicken, mit wenigen Mausbewegungen geht's zum Gespräch mit Azubis oder Personalern, per Video oder Nachricht. Doch wer sitzt am anderen Ende der Leitung? Wir haben mit teilnehmenden Betrieben gesprochen, eine Auswahl.

Ansprache fehlt

Andreas Neubauer, zuständig für die Studenten bei Mapal, sitzt an diesem Freitag vor dem Computer. "Was fehlt, ist die persönliche Ansprache", sagt er. Auf der Messe vor Ort könnten er oder die Azubis Jugendliche ansprechen, die schüchtern sind, das falle online weg. "Vor Ort ist das Gespräch mehr auf Augenhöhe", sagt Neubauer, der mit zehn Interessierten an diesem Tag ein Videogespräch geführt hat.

Wer sich für eine Ausbildung oder ein duales Studium bei der Kreissparkasse Ostalb (KSK) interessiert, gelangt zu Michelle Liebert und Franziska Hahn. Die beiden machen eine Ausbildung zur Bankkauffrau, beantworten den Jugendlichen aber auch Fragen zu anderen Ausbildungsberufen der KSK. Und wie läuft's? "Ich habe das Gefühl, dass es heute Morgen, als die Schüler noch Unterricht hatten, ein bisschen besser lief", sagt Michelle Liebert.

25 Ausbildungsberufe gibt's bei der Stadt Aalen. Süheyla Muratoglu und Sebastian Augustin haben neun Videogespräche geführt und in zehn Chats geschrieben. "Die Jugendlichen waren gut vorbereitet, das hat mir gut gefallen", sagt Süheyla Muratoglu, Ausbildungsleiterin der Stadt. Am gefragtesten seien Infos über Berufe im Verwaltungsbereich, den gehobenen Dienst oder die Studiengänge, erzählt sie.

Wer grundlegende Infos über die Ausbildung will, wird auf der Seite der Agentur für Arbeit fündig. "Wir sind auf den Messen eine Art Infopoint", erklärt Karina Deininger, Sprecherin der Agentur für Arbeit Aalen.

Klaus Mayer und Sandra Pietsch, beide Ausbilder bei der Firma Franke, sind positiv überrascht, wie der Online-Auftritt angenommen wird, sagen die beiden. "Natürlich ist diese Online-Messe kein Vergleich zu der Messe im Berufsschulzentrum. Es ist viel ruhiger und es schlendert auch nicht mal jemand einfach so vorbei." Für die beiden ist das Messeende um 18 Uhr zu spät angesetzt, denn seit 16 Uhr gebe es keine Anfragen mehr.

Katja Wenzlawiak von Hensoldt lässt wissen, dass die Resonanz der Veranstaltung "dürftig" ist.

Ein Blick auf die Seite der Landkreisverwaltung: "Es ist bedeutend mehr los als auf der ersten Online-Ausbildungsmesse", sagt Susanne Tschunko, die im Landratsamt für den Bereich Ausbildung zuständig ist. "Die am meisten nachgefragten Berufe sind bei uns die Ausbildungen in den typischen Büroberufen wie Kauffrau für Büromanagement, Verwaltungsfachangestellte sowie Beamte im mittleren und gehobenen Dienst", erklärt sie.

Was lässt sich nach einem Besuch der Messe sagen? Traumberuf vom Sofa finden, das geht – allerdings nur mit etwas Engagement.

Veranstaltet wird die Messe von der Agentur für Arbeit Aalen, dem Landratsamt Ostalbkreis und der Stadt Aalen.

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