Parkplatz-Ärger in der Bischof-Fischer-Straße

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Auf einer Straßenseite sind die Parkplätze für Anwohner vorbehalten, auf der anderen für Stadtbesucher. Das sorgt bei Anwohnern oft für Ärger.
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Anwohner sind sauer: Etwa 130 Stellplätze gibt es dort für Bewohner. Die Stadt stellt aber über 200 Parkausweise aus.

Aalen

Ich kann nicht in Unterrombach parken und dann Heim laufen", klagt Petra Leschek, Anwohnerin der Bischof-Fischer-Straße in Aalen. Ihr Ärger ist groß: Sie ist im Besitz eines Bewohnerparkausweises. Trotzdem habe sie oft Probleme, einen Parkplatz in ihrer Straße zu finden. "Wenn man abends von der Arbeit kommt, findet man dort keinen Parkplatz mehr", beschwert sie sich. Meistens müsse sie sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: Weiter weg parken, "was mit einem Einkauf nicht geht", oder ein Knöllchen in Kauf nehmen. Die Stadt Aalen hat laut der Verwaltung aktuell 202 dieser Berechtigungsausweise ausgestellt. Die Zahl der Parkplätze: circa 130.

Stadtsprecher Sascha Kurz äußert sich auf Nachfrage zum Thema. Die Anordnung eines Bewohnerparkausweises ist laut der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung nur dort zulässig, wo Bewohner keine ausreichende Möglichkeit haben, "in ortsüblich fußläufig zumutbarer Entfernung von ihrer Wohnung" zu parken. Im gesamten Bewohnerparkgebiet der Bischof-Fischer-Straße gebe es circa 130 Anwohnerparkplätze. "Aktuell sind 202 Bewohnerparkausweise ausgestellt, darunter 181 Parkausweise für Anwohner und 21 Parkausweise für die dort ansässigen Firmen", erklärt Kurz.

Diese Ausweise werden auf Antrag ausgegeben. "Einen Anspruch auf Erteilung hat, wer in dem Bereich mit Hauptwohnsitz gemeldet ist und dort auch wohnt", sagt Kurz. Eine konkrete Obergrenze für die Anzahl der Bewohnerparkausweise gehe aus der Verwaltungsvorschrift nicht hervor. "Laut eines Urteils des Verwaltungsgerichts Freiburg dürfte die Grenze überschritten sein, wenn die Zahl der Bewohner mit Parkausweis die Zahl der festgesetzten Bewohnerparkplätze um mehr als das Dreifache überschreitet", sagt Kurz.

Doch nicht nur die Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche sind ein Ärgernis für Anwohnerin Petra Leschek. Nur auf einer Seite der Straße gebe es Parkplätze für Bewohner. Auf der anderen gebe es Kurzzeitparkplätze für maximal eine Stunde. Diese seien nur für Leute, die kurz in die Stadt wollen, lautete die Erklärung, die Leschek von der Stadtverwaltung bekommen habe. "Gibt es nicht genug Parkhäuser für Leute, die kurz in die Stadt wollen?", fragt sie sich. "Wo sollen wir denn parken?"

Ich habe der Stadt innerhalb von einer Woche 40 Euro überwiesen.

Petra Leschek Anwohnerin

Aus Parkplatznot weiche sie oft auf die Kurzzeitparkplätze aus. Dafür werde sie regelmäßig abgemahnt. "Ich habe der Stadt innerhalb von einer Woche 40 Euro überwiesen", klagt sie.

Laut Verwaltungsvorschrift dürfen in einem Bereich mit Bewohnerparkvorrechten werktags von 9 bis 18 Uhr nicht mehr als die Hälfte der freien Parkplätze für Bewohner reserviert werden, teilt die Stadtverwaltung mit. In der übrigen Zeit dürfen es nicht mehr als 75 Prozent sein. "Deshalb wurden Kurzparkplätze eingerichtet", erklärt Kurz. An diesen sei das Parken werktags von 8 bis 18 Uhr mit Parkscheibe für eine Stunde erlaubt. "Hintergrund ist, dass auch für Kunden der in diesem Gebiet ansässigen Geschäfte oder für Besucher Parkplätze zur Verfügung stehen", sagt der Stadtsprecher. Am Wochenende und werktags von 18 bis 8 Uhr stehen diese Parkplätze auch Bewohnern zur Verfügung.

"Aus unserer Sicht besteht kein Handlungsbedarf und kein Handlungsspielraum, um weitere Anwohnerparkplätze in diesem Gebiet auszuweisen", sagt Kurz.

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